
Achtung Eiszeit! Rutschen Sie mit Scrat, dem urigen Eichhörnchen-Mix, in die Welt vor 20.000 Jahren und erleben Sie das eis-coolste Abenteuer der Filmgeschichte. Während Scrat besessen versucht, seine geliebte Nuss zu vergraben, haben Sid (das nervige Faultier), Manni (das muffige Zottel-Mammut) und Diego (der verschlagene Säbelzahntiger) ein ganz anderes Problem. Das schräge Trio stolpert zufällig über ein Menschenbaby, das sie nun zu seiner Familie zurückbringen wollen. Für die drei beginnt ein halsbrecherisches Abenteuer, bei dem sie von einer Gefahr in die nächste schlittern...
Ice Age tritt ein sehr schweres Erbe an. Muss es doch gegen das Referenzbild der 'Monster AG' bestehen. Und 'Ice Age' schlägt sich wirklich gut. Allen voran die Farbgebung und der Kontrast machen eine sehr gute Figur. Gut, zumeist ist die Farbgebung, bedingt durch Eis und Schnee, etwas monoton. Was die Darstellung der Figuren betrifft so geben sich die Farben allerdings keinerlei Blöße und können vollends überzeugen. Artefakte oder Bildrauschen braucht man erst gar nicht zu fürchten, der Transfer ist fehlerlos. Ganz tadellos ist 'Ice Age' aber nicht, denn der Teufel steckt wie so oft im Detail oder hier: in der Schärfe. Diese muss sich nämlich im Vergleich zu Pixar's Meisterwerken ein wenig Kritik gefallen lassen. Vor allem im Detailbereich tritt manchmal Unschärfe auf - eine Betrachtung mit Argusaugen vorausgesetzt. Auch scheint es als ob der Schärfegrad in einigen Szenen variieren würde. Aber keine Panik, das fällt wirklich nur bei kleinlicher Betrachtung auf und wenn nur alle Filme so ein Bild besäßen wie 'Ice Age' wäre es ein Traum.
Schon im Vorfeld wurde das Problem, dass die deutsche Spur weniger Bass als die englische hätte, heftigst diskutiert. Abwarten hieß es - und jetzt ist das Ergebnis da. Alle Befürchtungen haben sich leider bestätigt: die deutsche Dolby Digital Spur hat deutlich weniger Bass als die englische Spur. Von welchem Teufel die Tontechniker hier geritten wurden - man weiß es nicht. Die Mutmaßungen reichen bis zu einer 'Kinderfreundlichen Abmischung', damit sich die Kleinen nicht vorm LFE-Signal schrecken. Sollte hier ein Körnchen Wahrheit dahinter sein, dann gute Nacht Fox. Wäre dieses Ärgernis nicht, dann hätte dieser Ton beinahe Referenzcharakter; vor allem die 'Höhlen-Rutsch-Partie' ist sehr gut abgemischt. Die Surroundeffekte sind also wirklich hervorragend und bei weitem nicht das Problem dieses Tones. Aber die Bass-Leere erzeugt - trotz vorhandener guter Effekte - eine nur wenig druckvolle Klangkulisse. Wer also des Englischen mächtig, ist sollte auch der englischen Spur den Vorzug geben.
Gleich vorweg: der neue Kurzfilm mit Scrat ist lustiger als der Hauptfilm (mal von Scrat's dortigen Einlagen abgesehen). Auch die anderen Extras können sich sehen lassen. Allerdings gibt es auch Mängel: zum einen dauern die Menü-übergänge ziemlich lange; zum anderen verspricht Fox auf dem Cover mehr als man auch einhalten kann. Die 'Audiokommentare' entpuppen sich als ein einziger Audiokommentar und das 'Pleiten & Pannen Special' dürfte bis jetzt auch kein Lebender zu Gesicht bekommen haben. Ein treffender Kommentar dazu war in einem Forum zu lesen. Zitat: 'Das Pleiten Pech und Pannen Special ist doch drauf. Ich sage nur: deutscher Basskanal' Dem schließen wir uns an.
Ice Ice Baby - jetzt darf man sich auch zu Hause über Scrat und Co amüsieren. Aber mal ehrlich, der einzige wirkliche Lacher ist ohnehin nur das Ur-Eichhörnchen Scrat. Die restlichen Bestandteile des Filmes können leider nicht restlos überzeugen. Einerseits bietet die Handlung, im Gegensatz zu Vergleichswerken wie 'Monster AG' oder 'Shrek', nur wenig Innovatives, andererseits gilt dies auch für die Charaktere. Den dicken Brummbären, der unter der rauhen Schale ein gutes Herz hat, kennt man ebenso wie den nervenden Kasper oder den Bösen, der schließlich doch noch ein Guter wird. Auch von der technischen Seite kann 'Ice Age' nicht mithalten. Das Erscheinungsbild ist ziemlich simpel, vor allem die Menschen sehen sehr 'strange' aus; und Meilensteine der Tricktechnik, wie z.B. das Fell von James P. Sullivan aus der 'Monster AG', sucht man hier auch vergebens.
Zur DVD: Beginnen wir beim Cover. Der wundervolle Hinweis am Cover 'Otto spricht Sid' kommt einer visuellen Beleidigung gleich. Otto in allen Ehren, er ist wirklich genial - aber so ein Fleck am Cover muss nicht sein. Dass Fox anscheinend an solchen Hinweisen Gefallen hat, durfte man schon bei den Special Editions von 'Speed' und 'Predator' erfahren. Bleibt noch der Ärger mit dem fehlenden Bass zu erwähnen. Schon klar, Bass ist nicht alles, aber ein guter LFE-Kanal gehört ebenso zum Klangbild wie Surroundeffekte. Und wenn Scrat einen halben Berg wegsprengt, dann müssen ganz einfach die Wände wackeln. Sonst gibt sich die DVD allerdings keine Blöße: ein fast perfektes Bild, ein guter - wenn eben auch zu braver - Ton und ein paar nette Extras, machen diese DVD zu einer Kaufempfehlung.
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