
Sophie Lichtenstein ( Jasmin Devi ) und ihr Mann Clemens ( Mario L. Ross ) führen eine Ehe die von nun an nicht mehr zu kitten ist. Um die Scheidungspapiere endlich zu unterzeichnen versucht die Ex Ehefrau in spe, ihren Gatten telefonisch zu erreichen, um ihm die Ernsthaftigkeit der Lage noch einmal begreiflich zu machen. Sie selbst nützt ihre wenige Freizeit um sich inmitten der Natur etwas zu sammeln. Sie schlendert irgendeinen Waldweg entlang als ein riesiger umgefallener Baum ihr den weiteren Weg versperrt. Deshalb muss sie den vorgegebenen Pfad aus besagten Gründen kurzzeitig verlassen. Sophie wagt es den Baum nahe dem Abhang zu umgehen. Jedoch verliert sie den Boden unter den Füßen und fällt auf halsbrecherische Weise hinab. Leicht verletzt aber unter Schock stehend, realisiert Sophie, das sie ihr Handy beim Sturz verlor. Das liegt ein Stückchen weiter im dichten Laub. Es sind nur ein paar kurze Schritte um das dringend benötigte Telefon zu erlangen. Aber gerade diese wenigen Meter ergeben für Sophie eine lebendbedrohliche Falle.
Mit „Sophie“ hat Regisseur Vlado Priborsky auch technisch einen großen Schritt nach vorn gemacht. Hier kam das erste Mal eine High Definition Kamera zum Einsatz, zudem wurde im kinotauglichen Bildformat 2,35:1 gedreht. Der hier in anamorph codierter Form vorliegende Transfer kann qualitativ gemessen am Produktionsbudget auf jeden Fall überzeugen. Was hier geboten wird ist sogar besser als bei vielen anderen wesentlich teureren Filmen – perfekt ist das Bild von „Sophie“ allerdings leider trotzdem nicht.
Der deutlichste Sprung im Vergleich zu Priborskys letztem Film „Plan B“ ist in der Bildschärfe zu begründen. Man merkt dem Bild von „Sophie“ nahezu konstant an, dass dieser Film im high definition Format gedreht wurde. Selbst große Betrachtungsflächen werden mit einer sehr großen Menge a Details versorgt, die das Bild scharf, knackig und vor allem detailliert erscheinen lassen. Auch die Farben haben sich deutlich verbessert und wirken hier kräftig und natürlich. Der Kontrast ist ebenfalls gelungen, wobei die Kamera in den Extrembereichen mit leichten Schwierigkeiten zu kämpfen hat. So sind in hellen Bildflächen in sehr wenigen Einstellungen leichte Überstrahlungen festzustellen, der Schwarzwert ist zudem ebenfalls nicht perfekt. Dies fällt vor allem bei der längeren in der Nacht spielenden Szene auf. Hierbei handelt es sich aber um ein gängiges Problem, das nahezu alle Kameras in dieser Preisklasse aufweisen. Auch das leichte Bildrauschen ist auf die Kamera zurückzuführen, wobei dieses in dunklen Szenen an Intensität stark zu nimmt. Das größte Problem des Transfers und auch der deutlichste Schwachpunkt ist die Kompression. In homogenen Flächen werden permanent durch Blockrauschen verursachte Unruhen deutlich, in feinen Strukturen und bei schnellen Bewegungen bilden sich ebenfalls leichte Blöcke. Das beste Beispiel hierfür ist die kurze Einstellung im Regen in der elften Filmminute. Regisseur Priborsky hat, um Rückblenden und Visionen vom Rest des Films abzugrenzen, auf zahlreiche visuelle Stilmittel zurückgegriffen, sodass einige Szenen beispielsweise deutlich heller sind, künstlich hinzugefügte analoge Defekte aufweisen oder besonders stark überstrahlen. In der Wertung wurde dies allerdings natürlich nicht negativ berücksichtigt.
Alles in allem bleibt bei „Sophie“ ein vor allem am Budget gemessen hervorragender Transfer, der dennoch mit leichten Schwächen zu kämpfen hat.
Die deutsche Originaltonspur liegt auf dieser DVD in DD2.0 vor, der Gesamteindruck der Qualität wird leider von einigen wenigen Szenen überschattet. Bei der Abmischung ist nämlich ein schwerwiegender Fehler passiert, der jedes Mal auf sich aufmerksam macht, wenn während eines Telefonats eine Rückblende gezeigt wird. In diesen Momenten wird das Telefonat nämlich sehr leise wiedergegeben und ist ohne Untertitel nahezu unmöglich zu verstehen. Sehr schade, abgesehen davon ist die Abmischung von „Sophie“ nämlich sehr gut gelungen. Es fallen in einigen Szenen zwar Nebengeräusche vom Set auf, diese stören aber nicht wirklich. Die Stimmen der Darsteller sind zu jeder Zeit natürlich und problemlos zu verstehen, zudem weiß die hervorragende Musik zu gefallen. Hintergrundrauschen und andere Störfakturen fallen bei diesem Ton nicht auf.
Im Hauptmenü der DVD kann unter dem Punkt „Vorgeschichte“ der Kurzfilm „Plan B“ von Vlado Priborsky angewählt werden. Bei diesem Film handelt es sich um Priborskis letztes Projekt, das zudem mit der Story von „Sophie“ verbunden ist. Der Film kann wahlweise normal oder mit einem höchst interessanten Audiokommentar angesehen werden. Ein solcher ist auch zu „Sophie“ verfügbar (anwählbar im Menü „Settings“) und kann auch zu diesem Film eine Vielzahl an wissenswerten Hintergrundinformationen bieten.
Aber nun widmen wir uns dem Punkt, der treffend „Zusatzmaterial“ betitelt wurde. Das Bonusmaterial hier ist in vier Kategorien eingeteilt worden.
Unter „Pre-Production“ finden sich kurze Featurettes, die sich alle mit der Zeit vor dem Dreh befassen. So gibt es kurze Beiträge über das Casting, über die Drehortsuche und einen zweiteiligen Make Up Test. Ein Feature über den Teaserdreh gibt es ebenfalls.
Die „Production“-Phase wird besonders interessant dokumentiert. Die DVD bietet einige witzige Outtakes, eine Slideshow sowie ein mit ca. 50 Minuten Laufzeit sehr ausführliches und auch detailliertes Making Of. In diesem erfährt man nahezu alles, was es über die Entstehung des Films zu wissen gibt, sodass allen Freunden österreichischer Independent-Produktionen auch empfohlen sei, sich diesen Beitrag anzusehen.
Bei der „Post Production“ ist vor allem der Vergleich zwischen dem Workprint und der letzten Endes veröffentlichten Fassung interessant, zudem gibt es noch einen Bericht über die Filmfehler sowie über die Abmischung und das Sounddesign des Films.
Unter dem letzten Punkt „Noch mehr Zusatzmaterial“ wurde alles eingeordnet, das nicht in die anderen Kategorien gepasst hat. Darunter befindet sich das Interview, das von DVD-Forum.at mit Vlado Priborsky und Jasmin Devi geführt wurde. Zudem gibt es einige Trailer und Teaser sowie zwei weitere Kurzfilme.
Ein grandioses Goodie wurde der Packung mit der zweiten Disc beigelegt – einer Audio CD, die mit über 30 Tracks aus Priborskys Filmen „Valentin’s Tag“, „Plan B“ und „Sophie“ ausgestattet wurde. Sich diese CD anzuhören ist sehr empfehlenswert, die Musik weiß auch ohne den filmischen Zusammenhand zu gefallen.
Osterei-Freunde können sich zudem auf die Suche nach einigen versteckten Features begeben.
In „Sophie“ wird die Story des Films „Plan B“ aufgegriffen und weitergeführt. Wer diesen Film nicht gesehen hat oder sich nicht mehr an die Geschichte erinnern kann, dem wird hier gleich zweierlei geholfen: Einerseits bietet der Film einige Rückblenden, die an die relevanten Storyelemente erinnern – zudem ist der komplette Film „Plan B“ im Bonusmaterial dieser DVD enthalten. Mit spannender und dichter Inszenierung sowie hervorragenden schauspielerischen Leistungen sorgt Regisseur Priborsky für ein atmosphärisches Kurzfilmerlebnis.
Mit diesem Release hat man sich merklich sehr viel Mühe gegeben und sowohl das Design als auch die Qualität und die Ausstattung der Veröffentlichung wissen zu gefallen. Das Bild ist gemessen am Produktionsbudget dieses Films hervorragend, der Ton hat hingegen mit leichten Problemen bei der Abmischung zu kämpfen. Das Bonusmaterial ist schlichtweg umwerfend und bietet neben wissenswerten Hintergründen auch eine Soundtrack CD mit Musik von „Valentin’s Tag“, „Plan B“ und „Sophie“.
„Sophie“ ist eine sehenswerte österreichische Produktion und mit dieser DVD Veröffentlichung wird dem Interesse der Käufer auf jeden Fall Genüge getan. Zudem ist diese Edition auf nur 1000 Stück limitiert und wird nicht nachproduziert.
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