
SEPTEMBERWEIZEN ist ein Film über und gegen die Mythen, die sich um Weizen, Hunger und die ranken, die damit umgehen. Josef von Ägypten ist der erste dieser mythischen Figuren. Seinen Ruf als Ernährer verdankt er einer gutorganisierten Spekulation gigantischen Ausmaßes. Selbst in der Bibel ist erkennbar, dass Josef die Hungersnot, der er seinen Ruf verdankt, selbst erzeugte. Josef der Ernährer ist die einzig durchgehende Figur in SEPTEMBERWEIZEN, und seine Legende, in den Kontext unserer Zeit gestellt, erweist sich im Lauf des Films als aktuelles Vorbild für viele moderne Josefs – Weizenhändler, Spekulanten, Politiker…
Wie Regisseur Peter Krieg im Interview anmerkt, ist auch er nicht ganz zufrieden mit der Bildqualität der DVD. Angesichts der schwachen Masterkopie auch kein Wunder, erweckt das Bild doch eher Erinnerungen an ein VHS Band. Das Vollbild lässt jeglichen Glanz vermissen, die Schärfe bewegt sich auf durchschnittlichem Niveau, Verschmutzungen und altersbedingte Defekte finden sich in erträglichem Maße. Deutlich sichtbares Bildrauschen trägt ebenfalls nicht unbedingt zum positiven Eindruck dieser Veröffentlichung bei. Schade vor allem auch deshalb, weil die fest eingebrannten Untertitel bei den englischsprachigen Passagen ebenfalls schwer zu lesen sind.
Natürlich muss man sich vor Augen halten, dass bei der relativ kleinen Auflage eine aufwändige Restaurierung nicht besonders einträglich gewesen wäre, dennoch wäre zumindest ein besseres Master als Ausgangsmaterial wünschenswert gewesen.
Auch am Ton hat der Zahn der Zeit genagt: Zwar sind die Sprecher noch gut verständlich, dennoch hinterlässt der Ton einen dumpfen Eindruck, zumal der Ton hörbar rauscht. Leider hat man auch hier an einer Restaurierung gespart...
Neben der kargen Menügestaltung gibt es als einziges Extra ein aufschlussreiches und interessantes Booklet mit einer aktuellen Einführung von Peter Krieg. Schade dass es auf die DVD keine Interviews geschafft haben..
Septemberweizen ist eine der ersten Dokumentationen, die globale Themen behandeln und als Vorreiter für Filme wie Working Men's Death oder We feed the World gelten. Der immense Erfolg des Films zieht nun im DVD Zeitalter eine Veröffentlichung mit sich, die zwei Dinge beweist: Einerseits, dass das Thema immer noch aktueller denn je ist, und auch die bereits angesprochene Vorreiterfunktion des Films bestätigt, andererseits aber leider auch, dass es oftmals - aus welchen Gründen auch immer - nicht möglich ist, von derartigen Filmen qualitativ zufriedenstellende Veröffentlichungen zu gestalten. Verwunderlich umso mehr, da es sich in gewisser Weise um eine Gemeinschaftsproduktion zwischen Deutschland (Salzgeber) und Österreich (Filmladen) handelt. Somit bleibt zwar das interessante Thema, aber die technische Umsetzung stellt ist wohl eher für Bildungsinstitutionen relevant. Schade eigentlich...
Ein exklusives Interview mit Regisseur Peter Krieg ist unter obigem Link nachzulesen!
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