
Das Letterbox-Bild der Low-Budget-Produktion „Deadlock“ wird zu Beginn noch von zahlreichen Verschmutzungen und Kratzern gestört, die später aber nur noch vereinzelt auftreten. Die Schärfe ist zwar als sehr gut zu bezeichnen, stellenweise sind aber Doppelkanten als Ergebnis einer leichten Überschärfung erkennbar. Abgesehen von dem durchgehend präsenten Bildrauschen ist der optische Gesamteindruck den Umständen entsprechend- für die DVD wurde leider kein neuer Transfer angefertigt sondern ein bereits vorhandener restauriert- und am Alter des Films gemessen aber immer noch als überdurchschnittlich zu bezeichnen.
Beide Mono-Tonspuren unterscheiden sich nur minimal voneinander: Die deutsche rauscht überraschenderweise kaum und besticht durch eine sehr klare Dialog- und Musikwidergabe, ihr einziges größeres Manko: Sie tendiert in lautstarken Momenten zu blechernem Klang. Ein Fehler, den der englische (Original-) Ton nicht besitzt, der dafür aber leise rauscht und ein wenig höhenlastiger klingt.
Herzstück der Bonus-Ecke ist der hochinteressante und spannende Audiokommentar mit Regisseur Roland Klick, moderiert von Ulrich von Berg, dem Autor des Buches „Das Kino des Roland Klick“. Der Zuschauer erhält neben zahlreichen amüsanten Anekdoten auch einen Einblick in Klicks Arbeitsweise und Einstellung als Filmemacher.
Für Hörer des Audiokommentars nicht mehr ganz so hörenswert ist das kurze Interview neueren Datums, in dem Klick noch einmal ein wenig über die abenteuerlichen Dreharbeiten und die schwierige Entstehungsgeschichte des Films erzählt.
Ein besonderer Leckerbissen ist die amüsante Fernsehdokumentation „Die Chance“ von 1969, die das Casting für die Rolle des Mädchens (im Film gespielt von Mascha Rabben) begleitet, welches offenbar überwiegend im Raum Nürnberg stattfand. Interviews mit den jungen Anwärterinnen wechseln sich mit Aufnahmen vom Casting ab und versetzen den Zuschauer zurück in die späten 60ziger Deutschlands.
Abschließend gibt es noch ein kurzes Fernseh-Porträt Klicks, in welchem sein Stil in einem von Filmausschnitten begleiteten Interview erklärt wird, sowie den deutschen und englischen Kinotrailer. Alles in allem eine überzeugende Vorstellung!
„Deadlock“ einer der vielleicht außergewöhnlichsten deutschen Filme der 70ziger Jahre. Während Fassbinder, Kluge & Co. 1970 dem deutschen Autorenkino auf die Sprünge halfen, drehte Roland Klick in der israelischen Wüste seine fesselnde Hommage an den Italo-Western und Gangsterfilm. Zu der psychedelischen Musik der Prog-Rock-Gruppe „The Can“ liefern sich hier Mario Adorf, Marquard Bohm und Anthony Dawson am Ende der Welt ein Katz- und Mausspiel um einen Koffer mit Geld- und nach und nach auch um Leben und Tod. Um es mit den Worten Alejandro Jodorowskys zu sagen: „‚Deadlock’ ist fantastisch- ein bizarrer, glühender Film!“. Soviel Coolness wie „Deadlock“ ausstrahlt ist im deutschen Kino heute wie damals eine Seltenheit.
Die DVD der Filmgalerie 451 kann- abgesehen von dem nicht anamorphen Bild, das sicherlich noch einen Tick besser sein könnte sowie den fehlenden Untertiteln zum Hauptfilm- in allen Belangen überzeugen und ist für Fans des Films eine erfreuliche Pflichtanschaffung.
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