
Bei „Apocalypto“ handelt es sich um einen aktuellen Kinofilm und wie man es vom deutschen Label Constantin Film bei der Umsetzung eines solchen gewohnt ist, ist die Qualität dieser DVD sehr gut gelungen.
Die Schärfe ist gut und lässt auch einige Details zu, was vor allem bei den Gesichtern und den Blättern im Dschungel auffällt. Dennoch ist die Schärfe nicht perfekt, in dunklen Szenen bzw. bei Bewegungen wäre hier noch etwas Verbesserungspotential. Mit dem von Constantin früher (z.B. bei „Resident Evil: Apocalypse“) eingesetzten HD2-Encoding wäre in diesem Bereich sicher mehr möglich gewesen. Die Farben wirken kräftig und natürlich, auch der Kontrast ist weitestgehend gelungen. Das Bild rauscht nur minimal und auch die Kompression arbeitet unauffällig. So ist nur bei schnellen Kamerafahrten in extrem detaillierten Einstellungen (z.B. im Dschungel) leichte Blockbildung zu bemerken.
Dennoch ist das Bild dieser DVD selbst unter dem Gesichtspunkt, einen aktuellen Film vor sich zu haben, noch als sehr gut zu bezeichnen.
Auch der Ton ist sehr gut ausgefallen. Es handelt sich bei „Apocalypto“ zwar um keinen Film, der eure Anlage permanent extrem „belasten“ wird, allerdings hat er z.B. bei der Massenszene in der 72. Minute durchaus seine Höhepunkte. Die Abmischung ist hierbei sehr dynamisch und raumgreifend gelungen, durch die direktionale Belegung aller Boxen mit Applaus und Jubelrufen wurde eine sehr räumliche Soundkulisse gestaltet. Die Dialoge klingen dabei durchaus natürlich, zu verstehen sind sie ohne Untertitel allerdings logischerweise wohl für kaum jemanden.
Der DTS-Track weist deutlich mehr Druck und Klangvolumen auf als der DD5.1-Ton, sodass die DTS-Version eindeutig zu bevorzugen ist.
Die einzige Schwäche dieser DVD sind die Extras. Diese sind zwar qualitativ in Ordnung, für einen aktuellen Kinofilm sind ein Audiokommentar und ein 25minütiges Making Of aber trotzdem einfach zu wenig.
Das Making Of ist recht interessant ausgefallen, stellenweise dringt aber die PR-Komponente etwas zu Tage. Der Audiokommentar hingegen sollte für all jene, die sich für Mel Gibsons Filme und insbesondere die Entstehung von „Apocalypto“ interessieren auf jeden Fall hörenswert sein.
Nach „Die Passion Christi“ ist auch „Apocalypto“ ein perfektes Beispiel dafür, dass Filme von Mel Gibson einfach polarisieren – entweder man liebt sie oder man hasst sie. Bei der „Passion“ gehöre ich eindeutig zur zweiten Gruppe, auch, wenn mich „Apocalypto“ von der Thematik her nicht vom Stuhl haut, wollte ich ihm dennoch eine Chance geben. Mit dem „Real Language Feature“ schafft Gibson zwar tatsächlich ein authentisches Filmerlebnis, das aber über die hohe Filmlänge zum einfach nur nervigen Untertitel-Mitlesen verkommt. Aufgrund des starken Polarsierungsfaktors des Films lasse ich hier meine persönliche Endwertung außen vor und konzentriere mich weiter auf die Technik. Diese ist abgesehen von den etwas mageren Extras auf jeden Fall gelungen und somit stellt „Apocalypto“ auf jeden Fall eine gute DVD-VÖ dar.
Anmerkung: Der Film ist auch in einem limitierten Steelbook veröffentlicht worden, das allerdings z.B. über Amazon gar nicht verkauft wird und auch sonst nicht allzu leicht zu bekommen ist.
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