
Gleich zu Beginn, als Grusel-Veteran Boris Karloff einen kleinen Prolog zum besten gibt, ist man von der Bildqualität angenehm überrascht. Kaum Verschmutzungen, gute Schärfe, guter Kontrast - kurz und gut: alles bestens. Doch dann... Dann kommt nämlich das erste Titel-Insert und man wird mit einer Bildqualität konfrontiert, die einfach nur als schlecht tituliert werden kann. Man kommt sich vor als betrachte man das Geschehen durch eine stark verdreckte Fensterscheibe. Der Schrecken ist aber nur von kurzer Dauer, denn kaum sind alle Inserts weg, wird die Bildqualität, unter Berücksichtigung des Alters, geradezu hervorragend. Vor allem die Schärfe weiß für einen Film dieses Alters zu überzeugen. Auch der Kontrast und die Farbgebung sind zufrieden stellend. Besonders erfreulich ist die Tatsache, dass sich so gut wie keine Verschmutzungen und Kratzer bemerkbar machen. Doch dann... Dann kommt das zweite Titel-Insert und das Bild ist wieder zum Fürchten. Kaum sind die Inserts wieder weg, ist das Bild ein Genuss. Dieses Spiel wiederholt sich auch bei der dritten Episode, was den Schluss zulässt, dass für die (deutschen) Inserts ein anderes Master verwendet worden ist. Anders ist dieser gravierende Qualitätsunterschied, der nur bei den Inserts auftritt, nicht zu erklären. Die drei Episoden weisen eine ähnliche Qualität auf - gesamt betrachtet ein wirklich erfreuliches Ergebnis. Natürlich sieht man dem Film trotzdem sein Alter an - aber das hat ja auch seinen gewissen Charme.
Wie immer kann man bei einem Mono-Ton, keine Bewertung in größerem Umfang abgeben. Dieser Ton hier ist rauschfrei und die Dialoge sind gut verständlich. Einzig bei der ersten Episode 'Das Telefon', wo man die Stimme des bösen Anrufers durch das Telefon hört, muss schon etwas genauer aufpassen was der Mann von sich gibt. Die Stimme ist etwas zu leise. Aber ansonsten ein gutes Ergebnis.
Auf den ersten Blick nicht viel, aber diese Dokumentation über Mario Brava ist wirklich interessant. Zu Wort kommen Regisseure wie John Carpenter oder Tim Burton um ihre Meinung über Mario Brava und seine Werke zu äußern, und wie er ihre eigenen Werke beeinflusst hat. So gibt es auch in Burton's 'Sleepy Hollow', das ja eine gesamte Hommage an die frühen Horrorfilme vor allem der Hammer-Studios darstellt, eine Szene, die an einen Bravafilm angelehnt ist. Alles in allem nur ein Extra, dafür aber ein umso interessanteres.
Einen echten Leckerbissen für Horrorfans können wir euch heute präsentieren. Dieser Film ist allerdings nichts für Gorehounds oder Splatterfreaks. Hier wird man noch mit gutem, alten Grusel, ganz ohne Hektoliter an Blutfontänen bedient - beruhen doch die Episoden auf Erzählungen von Schriftstellern wie Tolstoi oder Maupassant. Allein die Tatsache das Boris Karloff mitwirkt, sollte klar machen, dass es sich hier um Horror der alten Schule handelt. Der sich allerdings auch nicht immer ernst nimmt, wie der witzige Epilog deutlich macht.
Die Episoden selbst weisen eine unterschiedliche Qualität auf, was allerdings natürlich subjektiv ist. 'Das Telefon' ist eher schwach. So wird zwar versucht die Panik der bedrängten Dame auf den Zuseher zu transferieren - was aber leider nur unzureichend gelingt. 'Wurdelak' ist da schon besser, was natürlich in erster Linie an dem furchterregenden Blick von Boris Kalroff liegt. Kein Baum zu hoch - sollte einem dieser Mann in der Nacht begegnen. Ganz ohne Plastikzähne vermag er es einen als Vampir in Angst und Schrecken zu versetzen. Die dritte Episode 'Der Wassertropfen' ist echt zum Gruseln. Die Untote, welche die Diebin ihres Ringes heimsucht, hat Gänsehautgarantie.
Wie gesagt, für Gruselfans, die auf alte Horrorfilme stehen, ist diese DVD Pflicht. Die Bild- und Tonqualität ist für einen Film aus 1963 mehr als gut, und das (leider einzelne) Extra ist auch interessant. Hier kann man bedenkenlos zugreifen.
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