
Während das Bild des japanischen Films „Shinobi“ auf einem Fernseher beinahe perfekt wirkt, hat die Sichtung über einen Beamer ein leicht anderes Ergebnis. Klar, „gut“ ist die Qualität auch auf der großen Betrachtungsfläche noch, bei der Schärfe, insbesondere bei den Details, muss man aber leider kleinere Abstriche in Kauf nehmen, sodass das Bild in einigen Totalen recht weich wirkt. Auf einem Standbild lassen sich starke Schlieren bei schnelleren Bewegungen erkennen, beim Ansehen des Films fallen diese aber nicht auf, im Gegenteil, die Bewegungen wirken allesamt sehr flüssig und natürlich. Die Farben wirken kräftig und natürlich, der Kontrast ist allerdings etwas steil ausgefallen. So überstrahlen helle Flächen manchmal und in Nacht-Szenen ist man auf stellenweise sehr geringfügige Durchzeichnung des Bildes angewiesen. Das Bild gestaltet sich beinahe rauschfrei, auch die Kompression verhält sich unauffällig.
Alles in allem ein sehr guter Transfer, der aber besonders in Punkto Schärfe bei einem Film aus 2005 durchaus besser hätte ausfallen können.
Die 3 auf der DVD zu findenden Tonspuren unterscheiden sich recht stark von einander.
Der deutsche DD5.1-Ton ist deutlich leiser als die anderen Fassungen und bietet auch keinen allzu voluminösen Sound. Dreht man die Anlage entsprechend auf, lassen sich aber die Dialoge immer noch gut verstehen. In punkto Umgebungsgeräusche zeigt der deutsche DTS-Ton da schon ein ganz anderes Bild. Die hinteren Boxen werden (vor allem beim Flug des Vogels bzw. der Kanonenattacke) sehr stark und vor allem direktional genutzt, sodass der Zuseher das Gefühl bekommt, mitten im Geschehen zu sein. Der japanische DD5.1-Ton erweckt stellenweise den Eindruck, etwas mehr Basseffekte zu haben als die deutsche DTS-Version, dies fällt aber zum einen nur im direkten Vergleich auf und ist zudem bei diesem allgemein etwas bassarmen Film nicht wirklich relevant.
Ausschlaggebend für die hohe Wertung war hauptsächlich die voluminöse und direktionale Abmischung insbesondere der DTS-Version, die so einiges aus dem Film herausholt.
Auf DVD 2 finden sich einige interessante Specials zu „Shinobi“, die allesamt im Original belassen und deutsch untertitelt wurden. Den quantitativ größten Teil machen die Storyboardvergleiche aus, bei denen man im Splitscreen die fertigen Szenen aus dem Film mit den Storyboards vergleichen kann – meiner Meinung nach keine für 40 Minuten spannende und fesselnde Tätigkeit.
„Die Spezialeffekte“ und „Die Waffen“ haben dann aber genau wie „Die Kampfszenen“ interessante, aber stellenweise etwas kurze, Featurettes erhalten, die sich auf eher oberflächliche Art mit dem jeweiligen Thema beschäftigen und durchaus interessante Hintergrundinformationen zu bieten haben. Auch die „Vorbereitungen zum Dreh“ sind durchaus sehenswert.
Wünschenswert wären Interviews bzw. ein Audiokommentar sowie etwas längere und mehr in die Tiefe gehende Featuettes gewesen.
Japanische Schlachtenfilme schaffen es immer wieder, mich in ihren Bann zu ziehen. Und das, obwohl oftmals die Story ziemlich dünn ist, man die Namen der Charaktere sich weder merken noch aussprechen kann bzw. natürlich wieder eine gehörige Portion Kitsch das Schmalz in einigen Szenen aus eurem Fernseher triefen lässt. Dennoch hat es auch „Shinobi“ geschafft, letztendlich doch positiv auf mich zu wirken. Dies liegt vor allem an den großartig choreografierten Kampfszenen und der sehr edlen Optik. Fans japanischer Martial Arts Filme kann ich „Shinobi“ auf jeden Fall empfehlen.
Diese Empfehlung wage ich sogar auf die deutsche DVD von I-ON New Media auszuweiten. Die qualitativ hochwertige Scheibe mit guter Bild- und Tonqualität steckt neben einer ebenfalls gelungenen Bonus-DVD in einem sehr hübschen MetalPak.
Guter Film in guter Qualität in guter Verpackung - Was will man mehr?
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