
Rapid Eye Movies zeigt auch mit BRANDED TO KILL wieder, dass die Nippon Collection ein Lieblingskind der Firma ist. Zwar ist das Bild nicht so gut geworden wie beispielsweise beim ebenfalls zu dieser Zeit entstandenen TOKYO DRIFTER, muss sich aber dennoch nicht verstecken, zumal auch andere Veröffentlichungen wie die Criterion Disc kein perfektes Bild boten.
Hier fällt vor allem auf, dass das Bild etwas verwaschen ist, in Sachen Schärfe nur in Nahaufnahmen wirklich sehr gute Ergebnisse erzielt und nicht frei von Bildfehlern und Rauschen ist. Der Kontrast hingegen ist ganz ordentlich gelungen und vermag zu überzeugen, die Kompression arbeitet ebenfalls auf höchstem Niveau. So mag das Bild insgesamt zwar ein paar kleinere Macken haben, überzeugt aber als Gesamtes doch sehr.
Im Tonbereich merkt man dem Film sein Alter schon etwas an: So rauscht es generell leise im Hintergrund, in manchen Szenen vernimmt man sogar ein leichtes Brummen und die Sprach- und Musikwiedergabe sind etwas dumpf. Insgesamt wiegen diese kleinen Mängel aber nicht besonders schwer!
Auf eine deutsche Synchronisation wurde dankenswerterweise verzichtet, stattdessen gibt es gut lesbare Untertitel.
Im Extrasbereich hat REM auch im internationalen Vergleich die Nase weit vorne. Verfügte die Criterion Disc bisher nur über ein Interview mit Regisseur Suzuki, bietet REM gleich drei ausführliche aus dem Jahr 2006: Regisseur Suzuki erzählt von seiner Arbeitsauffassung und von seinen Filmen, TOKYO DRIFTER (ebenfalls bei REM erschienen) und BRANDED TO KILL im Speziellen sowie vom Studiosystem in Japan. Auch die Interviews mit einem Darsteller sowie dem Set Designer sind ausführlich wie interessant und somit essentielles Futter für Japanophile (Alles deutsch untertitelt)!
Desweiteren gibt es noch eine eher unspektakuläre Galerie und Trailer, der Disc ist ein sehr stylisches Poster sowie eine hübsche Postkarte beigelegt. Vorbildlich!
Regisseur Seijin Suzuki dreht keine einfachen oder einfach gestrickte Filme. BRANDED TO KILL ist definitiv ein sehr verworrener Noir-Actionthriller, stilistisch über jeden Zweifel erhaben und absolut brilliant inszeniert. Gewaltdarstellungen sind zwar nicht besonders häufig, aber wenn, dann ziemlich drastisch und verleihen dem Film ebenfalls einen eigenen Touch. Wie schon bei TOKYO DRIFTER gibt es einen angenehm melancholischen Titelsong, der die Ambivalenz der Hauptfigur entsprechend herausarbeitet und unterstreicht.
Wer also auf japanische "Nippon Classics" steht, auf diesen Film passt der Begriff wie die Faust aufs Auge, der sollte den Film auf gar keinen Fall versäumen. Wer erst ins Genre einsteigt, dem empfehle ich aber eher TOKYO DRIFTER, da dieser etwas leichter zugänglich ist.
Die Disc von REM kann sich bis dato als die ultimative internationale Veröffentlichung heißen, nur hier bekommt man die geballte Ladung an interessanten Interviews und entsprechende Bild und Tonqualität. Mein Geheimtipp für diesen Monat also!
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