
Der sinistre Banker Le Chiffre (Mads Mikkelsen) unterhält Geschäftsbeziehungen zum internationalen Terrorismus. Nebenbei lässt er selbst einen Anschlag auf den neuen Prototyp eines Passagierflugzeugherstellers durchführen, um mittels Aktiengeschäften davon zu profitieren. James Bond (Daniel Craig) kann den Sprengstoffanschlag knapp verhindern und heftet sich an seine Fersen. Im Casino Royale in Montenegro soll bald ein exorbitant hoch dotiertes Pokerspiel um Millionenbeträge stattfinden. Der britische Geheimdienst stellt 007 einen zweistelligen Millionenbetrag zur Verfügung, An der Seite von James Bond ist Vesper Lynd (Eva Green), sie ist Buchhalterin und verwaltet die Millionenbeträge der britischen Regierung. Die beiden verlieben sich ineinander, James Bond zeigt Gefühle und geht sogar so weit seinen Job beim Secret Service an den Nagel hängen zu wollen. Aber vorher muss Bond an dem Pokerspiel teilnehmen und es gewinnen. Wenn er verliert, hat die britische Regierung den internationalen Terrorismus direkt finanziert...
Sony kann es nicht lassen mit der extremen Filterung der DVD-Transfers. So wurde auch hier das Bild wieder mit Filtern verunstaltet. Vor allem die Schärfe leidet jeweils enorm darunter. Detailschärfe gibt es schon mal praktisch gar nicht. Die Kanten wurden durch die Filterung auch verwaschen was dem Bild einen sehr weichen Eindruck gibt. Vor allem Totalen sehen ziemlich weich gezeichnet aus. Da man offensichtlich nach dem Filtern dem Schärfeverlust entgegenwirken wollte hat man einen Schärfefilter eingesetzt. Dieser hinterlässt unschöne Doppelkonturen. Rauschen gibt es so gut wie gar nicht ausser in absichtlich verfremdeten Passagen des Films. Der Kontrast ist solide, dürfte aber auch besser sein. Ebenso der Schwarzwert. Die Kompression arbeitet gut, hinterlässt aber hin und wieder trotzdem leichtes Blockrauschen. Analoge Defekte oder Verschmutzungen gibt es wie es sich gehört keine. Insgesamt ein noch solider Transfer der vor allem auf grossen Diagonalen aber Probleme bereitet und gemessen am Alter des Films natürlich dennoch absolut indiskutabel ist. Viele der restaurierten alten Bondfilme der UE-Edition sehen wesentlich besser aus. Wieso Sony es immer wieder durch die extreme Nachbearbeitung des Bildes versaut versteht der Reviewer jedenfalls nicht…
Im Gegensatz zum Bild hat man sich beim Ton keine Blösse gegeben. Beide 5.1 Spuren sind äusserst aktiv abgemischt. Es gibt auch in den ruhigeren Szenen immer mal wieder Umgebungsgeräusche zu hören und wenn es dann in den Actionsequenzen ordentlich krachen soll tuts das auch auf allen Kanälen. Schönes Futter für die Anlage. Der Sound dürfte noch dynamischer sein, ist aber wirklich gut abgemischt worden. Die englische Tonspur klingt aber einen Tick offener, druckvoller und auch im Frequenzbereich natürlicher.
Die Extras sind gemessen am Aufpreis für das 2-Disc Set gegenüber der Single-Disc Variante ziemlich mager. Es sind ausserdem alles Beiträge die fürs Fernsehen produziert wurden und nicht spezifisch für die DVD. Das merkt man denn auch am gelegentlichen Promo-Charakter.
Das erste Feature „Daniel Craig wird Bond“ hat zudem nur wenig mit dem Titel zu tun. Es wird zwar durchaus auch auf Craigs Verpflichtung als Bond eingegangen, aber der Hauptfocus ist eher allgemein auf die Entstehung des Films gerichtet. Von daher ist die Betitelung sehr unglücklich gewählt. Das Making Of an sich bietet zwar interessante Infos, hat aber auch Werbe-Charakter zeitweise.
Die nächste Doku „James Bond: For Real“ widmet sich den Stunts im Film. Insgesamt ist dies das interessanteste Feature des Sets. Man erhält interessante Einblicke in die Entstehung der wichtigsten Stunts. Wobei auch hier noch viel mehr Einblicke hätten kommen können.
Das grösste Extra der Bonus-DVD hat ironischerweise gar nichts mit dem Hauptfilm zu tun sondern beschäftigt sich vor allem mit der Geschichte der Bond Girls im Verlaufe der letzten 40 Jahre Bondgeschichte. Die Doku für sich genommen ist sehr interessant und wäre als Ergänzung top.
Enttäuschend ist aber, dass über den eigentlichen Film nur recht wenig Material und nur oberflächliches vorhanden ist. Wenn man da an die VÖ vom letzten Bondfilm „Stirb an einem anderen Tag“ denkt war man da mit einem 1stündigen extrem interessanten Making Of und vielen anderen Beiträgen wesentlich besser bedient. Und daran muss sich die Sony DVD nun mal messen. Offensichtlich hat sich Sony das interessante Bonusmaterial für zukünftige Editionen aufgespart. Abgerundet wird das für einen Bondfilm magere Material durch das Musikvideo zum Titelsong. Etwas enttäuschend.
Casino Royale ist in vielen Bereichen ein komplett anderer Bondfilm als der Rest der Reihe. Viele typische Bond Zutaten wurden über den Haufen geworfen und es wurde ein kompletter Neuanfang mit relativ unbekanntem Darsteller gemacht. Zudem wurde versucht, das ganze realistischer zu machen. Ein sehr gewagtes Konzept bei einer Reihe die finanziell so gut funktioniert hat über 40 Jahre mit immer denselben Zutaten. Der Mut wurde aber zu Recht belohnt. Casino Royale ist bis auf wenige Schwächen im Finale ein starker Film geworden wo Bond als Charakter endlich wieder greifbar wird. Dies verdankt man unter anderem auch einem genialen Daniel Craig. Der Film wurde mit knapp 600 Millionen Dollar Weltweitem Einspiel zudem zum erfolgreichsten Bondfilm aller Zeiten. Auch mit 90 Millionen Kinozuschauern weltweit war er so erfolgreich wie seit Leben und Sterben lassen (1973) kein anderer Bond mehr.
Sony lässt leider ein dem Film unwürdiges DVD Set auf den Markt. Das Bild hat die üblichen Schwächen des Labels und die Extras sind für einen Film diesen Ausmasses - und gemessen an den VÖs die MGM immer auf die Beine gestellt hat - eine Enttäuschung. Einzig der Ton kann überzeugen.
Ich empfehle allen nur die Single-Disc Version zu kaufen die man für rund 13 € bereits bekommen kann. Denn beim Bonusmaterial verpasst man nichts und Disc 1 ist identisch mit der Single Version.
Kommentare
Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.