
Diese DVD hat das Bild, welches sie verdient: nämlich ein nahezu perfektes. Es gibt zwar ein paar Schwachstellen, welche eine Bildreferenz verhindern, aber zuvor muss dieses Bild mit Lob überschüttet werden. Beginnen wir mit dem Kontrast. Da viele Teile des Filmes in dunklen bzw. düsteren Szenarien spielen, ist ein gelungener Kontrast natürlich besonders wichtig. Und dieser Kontrast ist wirklich gelungen, so kann man auch noch in dunklen Szenen Details ausmachen. Auch die Farben wirken sehr kräftig und natürlich - ein weiterer Pluspunkt. Darüber hinaus ist das Bild vollkommen frei von Verschmutzungen, Kratzern, Dropouts, Artefakten und - Rauschen. Das man ein rauschfreies Bild bei einem jungen Film nicht automatisch erwarten kann, dafür gibt es genügend Negativ-Beispiele. 'Der Herr der Ringe' ist keines - im Gegenteil. Bleibt noch den negativen Aspekt des Bildes abzuhandeln: die Schärfe. Keine Angst, die Schärfe ist im Ganzen betrachtet wirklich gut. Ab und zu gibt es aber doch Mangelerscheinungen. So erscheinen vor allem Details und der Hintergrund nicht immer perfekt scharf, sondern etwas hinter einer 'Nebelwand' verborgen. Zurückzuführen ist die mangelnde Schärfe vermutlich auf die Lauflänge des Films. Das ganze ist aber eher marginal und verhindert lediglich den Referenzstatus. Bleibt zu hoffen, dass dieser der Special Extended Version im November verliehen werden kann.
Gab es beim Bild noch das eine oder andere Fehlerlein zu beanstanden, so kann der Ton durchaus als Referenz angesehen werden. Zum einen gibt es heftige aber durchaus wohldosierte LFE-Attacken, und diese sind eher die Regel als die Ausnahme. Zum anderen werden die Rear-Speaker nahezu pausenlos auf Trab gehalten - sei es mit dem überaus stimmigen und gelungenen Score von Howard Shore, oder mit Effektgewittern bei den Kampfszenen. Selbst in nahezu stillen Szenen vermag der Ton eine Räumlichkeit zu vermitteln und man fühlt sich direkt nach Mittelerde versetzt. Beim direkten Vergleich zwischen der deutschen und der englischen Tonspur, konnten keinerlei Unterschiede ausgemacht werden. Die beiden Spuren weisen - auch keine Selbstverständlichkeit - eine idente Qualität vor.
Auf den ersten Blick wieder mal eine Fülle an Extras. Nur leider entpuppt sich so manches Extra als Inhaltslos. Die ersten beiden Making-ofs sind ziemlich langweilig, da sie eigentlich ihre Daseinsberechtigung nur durch Werbezwecke begründen. Das dritte Making-of 'A Passage to Middle-Earth' ist hingegen interessant und informativ. Die Vorschau auf die Special Extended Version und den zweiten Teil sind ja eigentlich auch eher als Köder gedacht - leider geht die Rechnung auf. Nicht schlecht auf alle Fälle, aber auch nichts weltbewegendes. Hoffen wir das es im November besser wird.
Zuerst die gute Nachricht: ENDLICH darf man sich den ersten Teil der Ringe-Trilogie zu Hause ansehen. Jetzt die schlechten Nachrichten: 1. Dauert es noch bis November, bis man endlich auch die Special Extended Version erwerben kann. 2. Dauert es noch bis Weihnachten bis man endlich den zweiten Teil bestaunen kann. 3. Hab ich den alten Jackson schwer in Verdacht, dass er uns nach dem dritten Teil mit einer krassen Box beliefert. Was dann soviel heißt dass man sich die bisherigen Kino- und Extended-Versionen wohin stecken kann. Aber das ist das Schicksal eines Sammlers und Ringe-Fans und dem werden wir uns beugen.
Der Film selbst ist - subjektiv betrachtet - gelungen. Alleine die eindrucksvollen Landschaftsaufnahmen machen diesen Film zu einem Erlebnis. Von den atemberaubenden Special-Effects will ich gar nicht anfangen. Die sind eine Klasse für sich. Klar, den Hardcore-Fans sind schon einige Unstimmigkeiten aufgefallen, vieles wurde weggelassen. Nur, diese Adaptionen sollte man Peter Jackson auch zugestehen, wagte er doch das schier Unmögliche - und es ist ihm gelungen. Meiner Meinung nach hat er genau die richtigen Einzelheiten weggelassen - so konnte ich z.B. einen Tom Bombadil, ob seiner dümmlichen Sprache, schon im Buch nicht leiden, weswegen er zumindest mir nicht fehlt. Auch für die Besetzung hatte Jackson ein gutes Händchen. Obwohl Anfangs etwas skeptisch betrachtet, erwiesen sich die Schauspieler als Idealbesetzung. Auch wenn Ringträger Elijah Wood, zumeist ein etwas zu trauriges Gesicht macht, kann man sich niemand anderes mehr als kleinen Hobbit Frodo Beutlin vorstellen. Auch die beiden Zauberer Gandalf und Saruman wurden durch Ian McKellen und Christopher Lee eindrucksvoll zum Leben erweckt.
Es sei natürlich jedem geraten, sich doch einmal ein wenig mit den Büchern zu beschäftigen, es wird niemand enttäuscht werden. Alle Lesemuffeln können aber beruhigt auf diese DVD zurückgreifen. Die Qualität ist absolute Oberklasse und schrammt nur haarscharf an der Referenz vorbei. Gut, bei den Extras wurde etwas mit Sparflamme gekocht, aber insgesamt eine absolut empfehlenswerte DVD, die uns hoffentlich die Zeit bis November etwas verkürzen wird.
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