
Das Bild von „Lord of War“ wurde mittels Farbfiltern bewusst verfremdet und weist einen (wohl ebenfalls absichtlich) sehr steilen Kontrast auf. Dieser sorgt dafür, dass sowohl in sehr hellen als auch sehr dunklen Bildbereichen ein Mangel an Details herrscht. Aber selbst, wenn sehr helle und sehr dunkle Flächen direkt nebeneinander liegen, gibt es kein Verlaufen der Konturen bzw. ins Schwarze hineinstrahlen der weißen Fläche. Dies erzeugt einen sehr eigenwilligen Gesamteindruck, der aber perfekt zum Stil des Films passt und daher kein negativer Punkt der DVD ist.
Diese sind zwar ebenfalls vorhanden, fallen aber nur sehr selten bis gar nicht auf. Den Einsatz eines Rauschfilters erkennt man z.B. an ganz selten auftauchenden Doppelkonturen, Hintergrundrauschen (besonders kompressionsbedingtes Blockrauschen) sind zwar in einigen wenigen Szenen ebenfalls vorhanden – stören aber auch nicht. In schnellen Kamerafahrten ruckt das Bild manchmal etwas.
Trotz dieser kleinen Defizite kann „Lord of War“ durch seinen sehr ungewöhnlichen Look zu jeder Zeit begeistern.
Auch bei der Tonqualität lassen sich einige Stilmittel erkennen, auch diese ist an sich sehr gut ausgefallen. Zum einen wäre da die sehr gute Sprachverständlichkeit, welche sich besonders bei Yuris Off-Kommentaren bemerkbar macht. Der 5.1-Mix selbst ist ebenfalls ehr gut gelungen, oftmals hört man im Hintergrund gedämpfte Gewehrsalven und bei (seltenen) Explosionen werden auch die hinteren Boxen laut und sehr voluminös beschäftigt. Die meiste Zeit über halten sich diese aber eher zurück und servieren nur leise Hintergrundgeräusche. Die vorderen Surround-Boxen werden hauptsächlich von der sehr guten Filmmusik bedient, sofern eine Person außerhalb des Bildes steht, finden sich auch ein paar Dialogfetzen mal auf diesen Boxen.
Qualitativ lässt sich kein Unterschied zwischen den beiden Sprachfassungen erkennen.
Anmerkung: Die RC1-DVD besitzt zusätzlich zum normalen 5.1-Mix auch noch DTS-Ton.
Das beste und interessanteste Feature dieser DVD ist ohne Zweifel der Audiokommentar des Regisseurs. Dieser liefert über die gesamte Laufzeit des Films Fakten zur Produktion, zu echten Waffenhändlern und auch, wie diese den Film unterstütz haben. Ein „nettes“ Detail aus dem AK ist z.B. die Info, dass echte AK-47 billiger zu bekommen sind auch Nachbauten und dass im Film daher hauptsächlich echte Waffen vorkommen. Im Making Of erfährt man ebenfalls einiges über die Produktion des Films und das „Lukratives Geschäft“-Feature liefert Hintergrundinfos zu Waffenhändlern – hier wiederholen sich aber hier und da ein paar Informationen aus dem Audiokommentar.
Anmerkung: Das einzige Special der kanadischen SE, das auf der deutschen MGM-VÖ fehlt, ist das Feature „Weapons of the Trade“, wo einige im Film gezeigte Waffen etwas ausführlicher vorgestellt werden.
Andrew Niccols Independant-Produktion „Lord of War“ ist mit Sicherheit ein Meisterwerk, das sowohl sensibel, als auch spannend und satirisch die Biografie eines Waffenhändlers erzählt. Bereits die allererste Szene vom Leben einer Kugel macht deutlich, in welch ungewöhnlichem Stil der Film erzählt wird. Und dies macht sich nicht nur in der Story selbst, sondern auch in der Bild- und Tonqualität bemerkbar, welche beide sehr viele Stilmittel aufweisen. Die deutsche DVD von MGM präsentiert den Film in guter Qualität, ob diese einem aktuellen Kinofilm angemessen ist, ist aufgrund der vielen Stilmittel nicht immer leicht zu beurteilen. Sollte euch das Thema Waffenhandel interessieren, stellt „Lord of War“ auf jeden Fall einen Pflichtkauf dar.
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