
Obwohl sich bei diesem Transfer viele positive Eigenschaften finden lassen, trifft man ebenso auch auf negative. Beginnen wir mit dem positiven Teil der Bildrezension, mit den Farben und dem Kontrast. Vor allem die Farben wissen zu gefallen und präsentieren sich satt und kräftig. Ebenso wie auch beim Kontrast wurden je nach Szenario Veränderungen in der Farbwiedergabe beigeführt, die extremsten sicherlich bei der letzten großen Schlacht im indischen Dschungel. Aber eben auch am Kontrast wurde immer wieder ein wenig manipuliert und so wirkt dieser bei den Kampfszenen besonders steil. Ebenso positiv hervorzuheben ist die Tatsache, dass man Verschmutzungen oder Bildrauschen so gut wie nie ausmachen kann. Etwas Hintergrundrauschen bei einzelnen Einstellungen fällt kaum auf.
Womit wir nun bei der negativen Seite des Transfers wären, der Bildschärfe. Vor allem die Detailzeichnung gibt nicht wirklich Anlass zur Freude - kein Wunder, denn bei dts und dieser Laufzeit bleibt nicht mehr viel Spielraum für die Datenrate. Über weite Strecken hinweg präsentiert sich das Bild daher viel zu weich, man trifft kaum auf Einstellungen mit gelungener Detailzeichnung, dafür an einigen Stellen aber aufDoppelkonturen.
Zwar gibt es im Bereich der "DVDs mit mäßiger Schärfe" weitaus üblere Zeitgenoßen, allerdings kann diese Tatsache nicht über den Umstand hinweg täuschen, dass dieses Ergebnis für eine derartige 2004er Produktion ein Armutszeugnis darstellt.
Von einem epischen Film wie es "Alexander" nun mal ist - oder besser: vorgibt zu sein - erwartet sich der gelernte Filmfreund natürlich ebenso epische Schlachten samt Ton, der diesen Vorgaben gerecht wird. Und auch hier enttäuscht "Alexander" ein wenig, denn wer sich Referenzwerte wie bei Ridley Scott’s "Gladiator" erwartet wird nur unbefriedigt an diesen DVD-Abend zurück denken.
Keine Frage: "Alexander" hat seine auditiven Momente, zu denen speziell die Schlacht gegen die Elefanten im indischen Dschungel zählt, aber diese Momente sind eher die Ausnahme denn die Regel. Auch die klangliche Qualität der Dialoge steht außer Frage, ebenso wenig wie die Tatsache, dass es sich insgsamt um einen guten Ton handelt. Was hier aber fehlt, wenn man die gesamte Lauflänge betrachet, ist die Harmonie, die Ausgewogenheit, die einen Referenzton ausmacht. Auch in ruhigen Momenten will man atmosphärische Umgebungsgeräusche und auch abseits der Schlachten soll ein räumliches Klangbild möglich sein. Bei "Alexander" gibt es allerdings nur "Umtata" - lange Pause mit auditivem Dahingeplätscher ohne klangliche Highlights - "Umtata" - lange Pause...; etc. Das macht eben den Uterschied zwischem guten Ton udn Referenzton aus.
Einen merkbaren Unterschied zwischen dts und Dolby Digital gibt es übrigens nicht.
Das Bonusmaterial ist recht umfangreich ausgefallen. Vor allem die rund 80-minütige Doku erweist sich als interessant. Auch erwähnt werden sollte noch das nett gemachte "Booklet", das mit Infos zu den Darstellern und einer Landkarte von Alexanders Reich aufwarten kann.
Selten gingen Kritiken und Kassenergebnis so konform wie es bei "Alexander" der Fall war. Zum Teil ist das schlechte Abschneiden dieses Films allerdings auch berechtigt. Die Rechnung, Geschichtsstunde garniert mit opulenter Ausstattung und epischen Schlachtszenen, geht hier nur bedingt auf. Einen Feldherrn, der vor seinen Kriegern reitend, pathetische Reden schwingt, kennt man nun schon zur Genüge. Wo allerdings bei "Braveheart" oder "Der Herr der Ringe" noch etwas wie Emotionen oder zumindest Mitfiebern aufkommt, wirkt hier alles ein wenig belang- und lieblos. Trotz aller Kritik sollte man dem Film aber eine Chance geben. Denn wenn Oliver Stone mit „Alexander“ nicht gerade ein Meisterwerk abgeliefert hat, so wenigstens einen fast dreistündigen Kostümschinken, der durchaus seine Momente hat.
Auch die DVD-Umsetzung von „Highlight Video“ hat ihre Momente, wenngleich auch hier Licht und Schatten sehr nah beieinander liegen. Vor allem das Bild, respektive die Bildschärfe, enttäuscht hier doch ein wenig. Man hätte die unnötige dts-Spur durchaus entbehren können und dafür mehr Energie in die Bildqualität stecken können. Einen großen Pluspunkt gibt es allerdings für die Aufmachung dieser „Premium Edition“.
Kommentare
Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.