A Way Out [PS4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 30.03.2018 um 17:06

 

Ich muss hier raus!

 

Nach „Unravel“ und dem kürzlich von uns getesteten „Fe“ gehört auch „A Way Out“ zur Indie-Offensive von EAs Originals-Label. Dabei ist das Abenteuer um zwei Knastbrüder wohl eines der ambitioniertesten Spiele des Lineups, denn neben der recht guten Optik hat der Titel einen besonderen Kniff. „A Way Out“ kann man nämlich nur zu zweit spielen, wobei wir zu den Möglichkeiten des „Wie?“ noch später eingehen.

Das Spiel bekam im Vorfeld des Releases schon viel Aufmerksamkeit und wurde mit viel Vorschusslorbeeren bedacht. Außerdem machte Entwickler Josef Fares bei The Video Game Awards mit seiner Rede zu Mikrotransaktionen, der Industrie und letztlich sogar Publisher EA von sich reden und sorgte für einige Lacher.

Doch wie spielt sich „A Way Out“ letztlich und steht der Koop-Zwang dem Titel im Weg? Wir klären es in unserem Test.

 

 

Band of Brothers

 

Vincent und Leo treffen im Knast das erste Mal aufeinander. Während Vincent wegen Mord gerade erst frisch ins Gefängnis kam, hat Leo schon die ersten Monate seiner Haftstrafe hinter sich gebracht. Ärger mit den anderen Insassen bringt die beiden zusammen und lässt eine Art Zweckfreundschaft entstehen. So planen die beiden dann den großen Coup, aus dem Gefängnis auszubrechen und dieses Kapitel hinter sich zu lassen. Außerdem verbindet die Zwei die Vergangenheit...

 

Drücke Knopf X

 

Wie schon geschrieben, ist „A Way Out“ ein reines Koop-Spiel, das sich entweder online oder offline zusammen spielen lässt. Dabei seht ihr das Geschehen meist zur gleichen Zeit aus der Perspektive der beiden Protagonisten durch einen Splitscreen. In wichtigen Szenen wird einer davon auch mal etwas größer oder der andere Charakter wird gar komplett ausgeblendet.

Wie in einem typischen Thirdperson-Spiel bewegt ihr eure Figur durch die Szenerien und werdet anhand von gelben Markierungen auf Objekte mit denen ihr interagieren könnt, hingewiesen. Jedoch habt ihr keine großen spielerischen Freiheiten, so beschränken sich eure Aktionen auf QTEs oder der Kombination verschiedener Knöpfe ähnlich wie damals in „Heavy Rain“. Dadurch wird „A Way Out“ natürlich sehr limitiert, aber verhindert auch spielerische Längen.  Ebenso verzichtet das Spiel auf Sammelgegenstände oder versteckte Items. Da die Story aber recht packend inszeniert ist und im Mittelpunkt steht, wäre dies auch nicht passend gewesen.

 

Knackis mit Stil

 

Auch wenn die Grafik von „A Way Out“ sicherlich nur Genre-Standard ist und auf besonders aufwendige Effekte verzichtet, wirkt der Stil absolut stimmig und bringt den Zeitgeist der 70er gut rüber. Die englische Vertonung macht richtig viel Spaß und die deutschen Untertitel wurden gut übersetzt. Bei gleichzeitigen Dialogen in beiden Hälften des Splitscreens überlagern sich die Tonspuren natürlich, so dass man sich schon sehr auf die Untertitel konzentrieren muss. Musikalisch ist die Gangster-Saga gut untermalt und lässt entsprechende Atmosphäre aufkommen. Da kann man nicht meckern.

Die gröbsten technischen Auffälligkeiten waren während des Tests eigentlich nur hin und wieder pixelige Texturen, die spät nachgeladen wurden und immer mal wieder zitternde Untertitel.

 

 

FAZIT: Spielerisch limitiert, Geschichte aber top

 

„A Way Out“ setzt die Spielmechaniken solcher Titel wie „Heavy Rain“ oder „Fahrenheit“ fort und legt ähnlich wie die genannten Spiele wesentlich mehr Wert auf die Geschichte als auf das Gameplay. Dazu kommt bei diesem Game noch das Koop-Element, welches es letztlich auch besonders macht.

Denn vor allem im Couch-Koop oder online mit Voicechat macht das Spiel ordentlich Spaß, denn man muss sich absprechen und sein Handeln und Tun gut koordinieren. Sei es bei der Ablenkung einer Wache oder dem gemeinsamen Hochklettern in einem Schacht. Auch wenn es spielerische Limitationen gibt, gefällt dieses Feature wirklich. Dazu kommt dann noch eine Geschichte voller Überraschungen und Wendungen und so kommt über die paar Stunden Spielzeit eigentlich nie Langeweile auf.

Dennoch sollte man bei „A Way Out“ auf keinen Fall ein Thirdperson-Actionspiel erwarten, wie gesagt muss man eigentlich immer nur bestimmte Knöpfe zur richtigen Zeit drücken und seine Figur an die richtige Stelle bewegen.