Fe [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 26.03.2018 um 10:57

 

Ein Original!

 

Electronic Arts war bis vor vielen Jahren eigentlich nur für seine großen Marken wie „FIFA“, „Need for Speed“, „Battlefield“ oder den ein oder anderen alleinstehenden AAA-Titel bekannt. Doch mit steigender Beliebtheit von Indiespielen wollte natürlich auch der kanadische Publisher ein Stück vom Kuchen abhaben und hat EA Originals ins Leben gerufen. Unter diesem Label erscheinen Spiele von kleineren Studios, so zum Beispiel das knuffige „Unravel“. Die nächsten Titel im Programm sind nun „A Way Out“(dessen Test folgt auch noch in den nächsten Tagen) und eben „Fe“, welches nun für allerlei Plattformen erschienen ist und sich nun im Test der Switch-Version unserem Redakteur stellen muss.

Kann das Adventure den vielen Vorschuss-Lorbeeren gerecht werden oder ist es zu ambitioniert? Wir klären es in unserem Test.

 

 

Schützt die Natur!

 

Fe lebt in einer wunderschönen Welt, in der Flora und Fauna gedeihen können wie sie wollen und eine magische Stimmung über der Natur liegt. Doch leider kommen eines Tages die Geräuschlosen auf diese Welt und zerstören den friedlichen Alltag. Nun liegt es an Fe, seine Fähigkeiten so zu verbessern und erweitern dass er den Frieden von einst wieder herstellen kann.

 

Singen & Springen

 

Wie in einem Adventure der guten alten Videospiele-Zeit werdet ihr ohne viel Erklärungen und Tutorials in die Welt von „Fe“ geworfen. Auch die Identität eures Lebewesens bleibt dabei unklar, am ehesten könnte man Fe als Stachelschwein bezeichnen.

Glücklicherweise könnt ihr euch auf eurer Karte zumindest orientieren, wo euer nächstes Missionsziel ist. Wie ihr dahin kommt und was es dort letztlich zu erledigen gibt, findet ihr durch Herumprobieren heraus. So gibt es zum Beispiel rosafarbene Steine, die ihr einsammeln und bei einem alten, riesigen Baum gegen eine bestimmte Fähigkeit eintauschen könnt. So erlernt ihr recht schnell unter anderem wie ihr Bäume hochklettern und von Wipfel zu Wipfel springen könnt.

Besonderes Augenmerk liegt aber auf euren Sangeskünsten mit denen ihr andere Tiere oder die Natur an sich beeinflussen könnt. Trefft ihr auf andere Geschöpfe, gilt es diese mit eurem Gesang für euch zu gewinnen. Dies wird durch ein kleines Minispiel symbolisiert, in dem ihr eure Stimme auf eine Welle mit dem des anderen Tieres bringen müsst. Das Reh zum Beispiel öffnet mit seiner Anwesenheit Blumen, die euch als Sprungplattform dienen, der Vogel zeigt euch den Weg.

 

 

Schleichen & Staunen

 

Doch ihr klettert und springt nicht nur durch die mysteriöse und wunderschön gestaltete Welt, auch Feinde, eben die Geräuschlosen, stellen sich euch in den Weg. Diese verfügen ganz Kafka-esk über riesige Lichter als Augen und versteinern euch wenn ihr zu lange in deren Lichtkegel seid. Daher müsst ihr diesen Feinden aus den Augen gehen und umschleicht sie. Haben sie euch einmal entdeckt, könnt ihr euch aber auch verstecken wenn ihr schnell genug seid. Hier dienen hohe Grasbüschel o.ä. als Zufluchtsort. Habt ihr genug vom leisen Vorgehen, könnt ihr euch auch tierische Gehilfen holen, die für euch in den Kampf ziehen.

Die Welten, die alle miteinander verbunden sind, unterscheiden sich in ihrer Gestaltung stark voneinander und sehen wirklich großartig aus. Auch das Design der Tiere und der Feinde wirkt fremd, aber irgendwie vertraut. Für das Artdesign hat das Spiel also die volle Punkzahl verdient. Gleiches gilt für die Musik, aber nicht für die Soundeffekte. So sind die Sangeskünste von Fe anfangs noch ganz süß, variieren aber stark zwischen nervigem Babygebrabbel und verträumten Klängen.

 

FAZIT: Tolles Design trifft auf Spielmechanik mit Mängeln

 

„Fe“ ist bei weitem kein schlechtes Adventure und lässt sich am ehesten mit ruhigeren Spielen wie „Rime“ oder „Journey“ vergleichen. Doch leider erreicht der Titel nie deren hohe Qualität, denn auch wenn die Optik wirklich wunderschön und stimmig ist, fehlen „Fe“ die Besonderheiten im Gameplay.

So ist das Sing-Feature zwar recht nett, aber dem System fehlt es an Tiefe bzw. einem besonderen Kniff und auch die Spielwelt an sich wirkt nicht sonderlich homogen. Trotz Karte ist das alles recht unübersichtlich und es fehlt einfach ein durchdachtes Leveldesign. Passend dazu mangelt es dem Spiel auch an Intuition, da es dem Spieler häufig nicht auf den ersten Blick klarmachen kann, was es nun von ihm will. Auch die Konfrontationen mit Gegnern nerven eher und machen nur wenig Spaß. Wer aber auch schon die oben genannten Spiele mochte und mit einigen Abstrichen leben kann, sollte sich „Fe“ definitiv mal anschauen.