Burnout Paradise Remastered [PS4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 24.03.2018 um 11:53

 

Da is es ja wieder!

 

Eine gefühlte Ewigkeit ist seit dem Release des letzten „Burnout“-Spiels vergangen, denn zählen wir das Spinoff „Burnout CRASH!“ mal nicht mit, warten Fans seit dem Release von „Burnout Paradise“ im Jahr 2008 schon auf einen Nachfolger.

Doch Electronic Arts ließ Entwickler Criterion lieber an der „Need for Speed“-Serie werkeln und vergas seine einstige Vorzeige-Arcade-Raserei. Doch nun erscheint mit „Burnout Paradise Remastered“ zumindest eine Neuauflage des letzten Spiels der Reihe und bringt auch allerlei Inhalt mit. Die Serie, die sich durch waghalsige Schnelligkeit und atemberaubende Crash-Sequenzen einen Namen gemacht hat, fand in „Burnout Paradise“ sicherlich ihren Höhepunkt. Denn erstmals konnte man in einer komplett frei befahrbaren Stadt die Straßen unsicher machen und allerlei Blödsinn anstellen. Wie gut das Spiel gealtert ist und ob man damit heute noch Spaß haben kann, lest ihr in unserem Test.

 

 

Paradise City, Baby!

 

Als Neuling kommt ihr nach Paradise City, wo die Mädchen schön sind und das Gras grün ist. So erhaltet ihr aber nur einen Führerschein für Anfänger und bekommt ein klappriges Schrottauto zur Verfügung mit dem ihr euch nun an die Spitze der Renn-Asse fahren sollt. Habt ihr eine bestimmte Anzahl an Rennen bzw. Wettbewerben gewonnen, steigt ihr in die nächste Führerschein-Klasse auf und erhaltet neue, bessere Fahrzeuge.

Über die ganze Stadt sind dabei allerlei Herausforderungen verteilt, neben regulären Rennen von A nach B gibt es auch Take Down-Rennen, in denen ihr eine bestimmte Anzahl an Gegnern in die Bande drücken oder als Marked Man mit relativ wenig Schaden im Ziel ankommen müsst.

Wer es spektakulärer mag wird an den Stuntrennen seinen Spaß haben, in denen ihr durch besonders riskante Fahrweise, Sprünge oder Drifts Punkte sammelt. Hin und wieder fahren euch auch besondere Autos über den Weg, die ihr durch einen Takedown dann euer Eigen machen und anschließend auf dem lokalen Schrottplatz als Gefährt auswählen könnt.

 

Paradiesischer Umfang

 

In der offenen Welt von „Burnout Paradise Remastered“ findet ihr fast an jeder Kreuzung Events, die ihr durch gleichzeitiges Drücken von R2 und L2 starten könnt. Die Radiostimme von DJ Atomica gibt euch dabei immer eine kurze Einleitung was euch nun bevorsteht. Weiterhin könnt ihr durch eine bestimmte Anzahl an Werbetafeln fahren, waghalsige Sprungpassagen finden und durch Hunderte von Absperrungen rasen.

An Fahrzeugen gibt es dabei blubbernde V8-Kisten, pfeilschnelle Japano-Flitzer oder hochdrehende Motorräder. Dank der Integration aller DLCs könnt ihr aber auch aus Nachbauten von Filmautos wie dem Ecto-1 aus „Ghostbusters“ und K.I.T.T., Polizeiautos oder sogar Spielzeugmodellen wählen.

Die Karte von Paradise City erschien damals zwar größer, mit der Big Surf Island-Erweiterung ist aber auch noch eine zusätzliche Insel mit an Bord, die noch waghalsigere Stunts möglich macht und weitere Rennen und Herausforderungen bietet. Auch für Online-Freunde hält das Spiel einige Modi und Leistungsvergleiche bereit, auch wenn bei unserem Test nicht alles immer so reibungslos funktionierte.

 

 

Pfeilschnell, aber retro

 

In Sachen Grafik und Technik ist man bei „Burnout Paradise Remastered“ geteilter Meinung. So ist die pfeilschnelle Optik natürlich perfekt für ein solches Rennspiel, allerdings erschreckt einen die doch recht karge Landschaft und grobe Gestaltung der Umgebung und der Autos vor allem zu Beginn schon sehr.

Die Steuerung ist direkt und perfekt auf die jeweiligen Autos abgestimmt und lässt so ein richtig gutes Gefühl für die Fahrzeuge und die Geschwindigkeit aufkommen. Auch der Soundtrack sorgt für den nötigen Push nach vorne, wirkt aber in einigen Momenten leider nicht mehr ganz zeitgemäß. Denn wenn sich Metalbands wie Killswitch Engage oder Faith No More mit Popgedudel von Avril Lavigne abwechseln, ist das eher unpassend.

Ebenso wirken die Benutzeroberfläche und die Bedienung dieser im Jahre 2018 einfach nicht mehr zeitgemäß. Einige der Menüs sind schon sehr verschachtelt aufgebaut und auch fehlende Komfortfunktionen wie das Setzen eines Zielpunktes auf der Karte fehlen einfach.

 

FAZIT: Arcade-Raserei mit Altersflecken

 

„Burnout Paradise Remastered“ ist ein zweischneidiges Schwert. Schon damals waren vor allem die Rennen leicht chaotisch, denn man musste sich trotz hoher Geschwindigkeit auch noch in der offenen Welt zurecht finden. Zwar gibt es Hilfen wie gesetzte Blinker oder leuchtende Straßenschilder, aber im Eifer des Gefechts ging das gerne mal unter. Und genau das nervt auch heute noch. Dazu kommen dann Dinge wie die recht triste Grafik und nicht mehr zeitgemäße Inhalte wie einige Stücke der Playlist oder die Menüführung.

Dafür entschädigt das Rennspiel allerdings mit seinem unsäglichen Spaß, den man vor allem in den Takedown- und Stuntrennen hat oder man mit Vollgas und Nitroeinsatz durch die Straßenzüge von Paradise City rast. Am besten ist das Spiel, wenn man im freien Modus durch die Stadt fährt und nach besonderen Punkten für Sprünge oder Stunts Ausschau hält. Dazu ein cooles Lied im Radio und der Arcade-Racer-Fan ist glücklich!