Furi [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 18.01.2018 um 10:08

 

Arcade-Action at its best!

 

In den letzten Jahren kam zusammen mit der Retrowelle auch wieder eine steigende Begeisterung für Arcade-Spiele, die ein einfaches aber süchtig machendes Gameplay boten. Und gerade in 2016 und 2017 kombinierte man diese Spiele oft mit einer grellen Neonoptik und einem treibenden Synthwave-Sound und auch „Furi“ schlägt in solch eine Kerbe.

Das Spiel mischt dabei nicht nur Bullethellshooter-Einlagen mit Schwertkampfaction und bietet euch keine klassische Levelstruktur, stattdessen konfrontiert es euch mit einem Boss nach dem Anderen. Gut eineinhalb Jahre nach dem Release des Games für PC, PS4 und Xbox One kommt „Furi“ nun auch auf die Switch.

 

 

Furi-os!

 

Als namenloser Krieger erwacht ihr in einer euch anscheinend unbekannten Welt und merkt schnell, dass ihr in Gefangenschaft eines mysteriösen Kriegers seid. Doch Hilfe naht in Form eines noch mysteriöseren Gefährten in einem Hasenkostüm, der euch befreit und mit einigen Waffen ausstattet. Er ist es auch, der euch ermutigt, aus dieser komischen Welt auszubrechen und euch deren Herausforderungen zu stellen. Was folgt sind fast ein Dutzend Kämpfe gegen immer stärker werdende Gegner, die euch mit ihren unterschiedlichen Kampfphasen das Leben schwer machen wollen.

 

Sei das Schwert! Oder die Pistole!

 

Das Grundprinzip von „Furi“ ähnelt einem Twinstick-Shooter. So navigiert ihr euren Krieger in der Vogelperspektive mit dem linken Stick durch die Arenen, mit dem rechten Stick schießt ihr. Außerdem könnt ihr mit dem B-Knopf einen Dash auslösen und so gefährlichen Partikeln oder Schusssalven ausweichen. Auf der rechten Schultertaste habt ihr außerdem die Möglichkeit einen aufgeladenen Schuss zu aktivieren. Euer Schwert könnt ihr in diesem Modus auch nutzen, wenn euch der Gegner nah genug heranlässt.

Richtig knackig wird es aber im Nahkampf-Modus, in dem das Spiel auf richtig getimtes Parieren Wert legt damit man die Blocks des Gegners durchbrechen kann.

Zwischen den Kämpfen mit den Endbossen, die übrigens unterschiedlich viele Kampfphasen haben, wandert ihr durch die Welt(automatisch oder manuell), lauscht den Dialogen zwischen The Voice und eurer Figur oder bestaunt die abstrakten Welten.

 

 

Neon und Knallersound

 

Die Inszenierung von „Furi“ passt perfekt zum schnellen Arcade-Gameplay, denn neben den knallbunten Neonfarben steigt dem Spieler auch die treibende Elektromucke zu Kopf und erzeugt wie schon bei „Nex Machina“ oder „Rez“ einen Spielrausch sondergleichen.

Das Spiel läuft dazu sowohl im TV- als auch Handheld-Modus immer stabil und ruckelfrei, was bei solch einem Spiel absolut Pflicht ist. Einzig die Steuerung wirkt am Anfang etwas überladen, auch das passende Timing fürs Parieren muss man erst einmal lernen. Hat man das aber erst einmal verinnerlicht, geht der Spaß los. Die Steuerung in den „Laufsequenzen“ zwischen den Feinden nervte im manuellen Modus aber immer wieder mal, denn bei Perspektivenwechsel war natürlich auch die Richtung, in die euer Kämpfer gehen sollte auf einem anderen Knopf. Wer sich das ersparen will, aktiviert auf Knopfdruck den Auto-Modus, könnte aber das ein oder andere Eck verpassen.

 

FAZIT: „Furi“ fetzt!

 

Mit „Furi“ kommt ein weiteres Indie-Spiel auf die Switch, welches neben einer tollen Präsentation auch in Sachen Motivation und Schwierigkeitsgrad begeistern kann. Aber Achtung: wer das Spiel auf dem niedrigsten Schwierigkeitsgrad beendet, hat noch nicht alles gesehen. Neben der Jagd auf mehrere Endings inklusive einem Geheimen, können sich Spielerinnen und Spielern außerdem in einem Trainingsmodus austoben, der euch mit Galeriebildern belohnt.

Also auch vom Umfang her stimmt es bei „Furi“, einzig die etwas unausgewogene und stark schwankende Schwierigkeit bei den Bosskämpfen und einige unrunde Entscheidungen in Sachen Steuerung könnte man etwas ankreiden und nachpatchen. Allen Arcade- und Shooter-Fans sei das Spiel aber ans Herz gelegt! Mit „Nex Machina“ sicherlich einer der spannendsten Einträge der letzten Jahre in das Genre!