Hidden Agenda [PS4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 11.12.2017 um 16:52

 

Kino der Zukunft

 

Mit den beiden Play Link-Spielen „That’s You!“ und „Wissen ist Macht“ waren unsere bisherigen Tests der neuen PS4-Spielereihe eher aus den Genres Partyspiel/Quiz, mit „Hidden Agenda“ will Sony hingegen nun Fans von Thrillern und Krimiserien ansprechen. Auch hier übernehmt ihr die Kontrolle über das Spiel wieder komplett per App auf eurem Smartphone oder Tablet, auch hier könnt ihr wieder mit bis zu sechs Spielern eine spannende Zeit vor dem Fernseher verbringen.

Ob sich „Hidden Agenda“ dabei nun besser schlägt als die vorangegangenen Titel, verraten wir euch nun in unserem Test.

 

 

Der Trapper geht um!

 

In einem beschaulichen Städtchen irgendwo in den USA treibt ein Serienkiller sein Unwesen. Dieser tötet seine Opfer auf grausame Art und Weise und reißt dabei meist noch Polizisten mit in den Tod, wenn diese an den Tatort kommen. Daher auch sein Spitzname: The Trapper.

Doch eines Abends gelingt der Polizei der Schlag gegen den Serienkiller und sie können ihn endlich dingfest machen. Nach und nach kommen aber Zweifel daran auf, ob der vermeintliche Täter wirklich schuld an den Morden ist und ob nicht doch ein Dritter dahinter steckt, der ein ganz anderes Motiv für die Gräueltaten hat.

 

Mord ist euer Hobby

 

„Hidden Agenda“ könnt ihr euch vom Spielprinzip ähnlich wie einen interaktiven Film vorstellen. So nehmt ihr nur Einfluss auf die Handlung durch Entscheidungen, die ihr zu bestimmten Zeitpunkten treffen könnt, außerdem könnt ihr an Tatorten mit Hilfe des Touchscreens eures Smartdevices ermitteln. Hin und wieder müsst ihr in Quick Time Event-ähnlichen Situationen zum rechten Zeitpunkt auf das Display drücken, damit ihr zum Beispiel nicht über einen Stapel Zeitungen stolpert und dem Täter eure Anwesenheit verratet.

Während des Spiels schlüpft ihr in die unterschiedlichsten Rollen, angefangen bei einer Polizistin hin zu einer Anwältin und erlebt so die Geschichte auf verschiedene Weisen. Doch nicht nur die unterschiedlichen Charaktere sorgen für Abwechslung, auch eure Entscheidungen beeinflussen den Spielverlauf stark. Hier hat Entwickler Supermassive Games ja schon gute Erfahrungen mit „Until Dawn“ gemacht, erreicht aber nie die Brillanz des Slashers.

Neben dem einfachen Storymodus, den ihr auch alleine erleben könnt, sorgt ein Wettkampfmodus dafür, dass etwas mehr Interaktion zwischen den Mitspielern entsteht. Denn dort gibt es hin und wieder Geheimaufträge für auserwählte Spieler, deren Erfüllung zu Bonuspunkten führt.

 

 

Licht und Schatten

 

Technisch gesehen ist „Hidden Agenda“ ein zweischneidiges Schwert. Denn ist das Spiel von der Atmosphäre her recht gelungen, ist die Grafik manchmal wahrlich kein Augenschmaus. Zwar gibt es Szenen, in denen das Spiel super aussieht und mit Details bei Figuren und Umgebung glänzt, meist überwiegen aber die Momente in denen „Hidden Agenda“ trist und grob aufgelöst wirkt. Da passen auch die hin und wieder recht hölzernen Animationen der Charaktere und der Mimik dazu, die nicht gerade tolle und häufig asynchrone Vertonung erledigt dann den Rest.

Die App verbindet sich auch wie bei den anderen Play Link-Spielen einwandfrei mit dem Spiel, abgesehen von den spielrelevanten Eingaben könnt ihr hier außerdem auf ein umfangreiches Logbuch mit Biografien, Regeln und dokumentierten Schlüsselmomenten zugreifen. Im Test kam es vor allem auf iOS-Geräten immer wieder zu Rucklern auf dem Touchscreen, was besonders bei Handlungen mit Zeitlimit ,wie dem Untersuchen eines Tatorts, zu ärgerlichen Verzögerungen führen kann.

 

FAZIT: Bestes Play Link-Spiel bisher!

 

Mit „Hidden Agenda“ liefern Sony und Supermassive Games das bisher gelungenste Spiel der Play Link-Reihe ab. Denn auch wenn man sich über einige technische Makel wie stacksige Animationen oder tote Augen der Figuren ärgern kann, überzeugt der Krimi mit seiner Geschichte, die zu mehreren Spieldurchgängen einlädt. Die getroffenen Entscheidungen beeinflussen den Spielverlauf wirklich und sind nicht nur ein Feature welches auf dem Papier gut aussieht.

Der Multiplayer-Part mit den Geheimaufträgen bringt einen netten Kniff in den ein oder anderen Spieleabend, sorgt für Diskussionen und macht alles etwas dynamischer. Für 20,-€ erhaltet ihr mit „Hidden Agenda“ also ein gutes Spiel mit ordentlich Inhalt und einer gut inszenierten Geschichte.