Super Mario Odyssey [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 15.11.2017 um 14:06

 

It´s me, Mario!

 

Mario und Nintendo sind untrennbar miteinander verbunden. Seit der Klempner das erste Mal in „Mario Bros.“ und „Donkey Kong“ in den Arcades auftauchte und dann mit „Super Mario Bros“ seinen ersten Hit für Konsole feierte, gehört der schnauzbarttragende Sympathieträger fest zur Welt der Videospiele.

Außerdem überlebte er so manchen Angriff von anderen Spiele-Entwicklern, sein einstiger Konkurrent Sonic verdient sich seine Brötchen heutzutage mit eher lauen Spielen, die niemanden mehr hinter dem Ofen hervorlocken. Mario ist und bleibt eine Ikone!

Umso spannender wurde nun die Premiere des Klempners auf Nintendos neuestem Baby, der Switch, erwartet. Und gerade einmal sechs Monate nach der ersten Premiere erscheint „Super Mario Odyssey“ nun für den Handheld-Konsolen-Hybriden. Setzt das Spiel dabei ähnliche Maßstäbe wie das aktuelle Abenteuer von Link? Wir klären es in unserem Test.

 

 

Mario mit Hut

 

Wieder einmal lässt sich unsere holde Prinzessin Peach von Oberfiesling Bowser entführen. Diesmal soll es soweit sein – er will sie endlich heiraten! Doch natürlich will Mario dies nicht so einfach geschehen lassen und findet im Hutland einen starken Partner in Cappy dessen Schwester ebenfalls von Bowser entführt wurde um künftig als deren Krone zu fungieren.

Zusammen begeben sie sich auf ein Abenteuer, welches sie über den kompletten Erdball schicken und so manches verrücktes Ereignis erleben lassen wird.

 

Mario auf dem Mond

 

„Super Mario Odyssey“ präsentiert sich als 3D-Jump’n’Run wie seine vermeintlichen Vorgänger „Super Mario Galaxy“ oder „Super Mario Galaxy 2“ und macht dabei aber allerlei Gebrauch vom Feature, dass Mario seinen Hut auf Gegner werfen und teilweise deren Gestalt annehmen kann. So ergeben sich nicht nur komplett neue Spielerlebnisse, auch das ein oder andere Geheimnis lässt sich nur auf diesen Weg lösen.

Doch eine Aufgabe begleitet euch vom Start des Spiels an: die Odyssey, euer Luftschiff mit dem ihr die Erde umrundet, benötigt Energie aus Monden um weiterzukommen. Und genau diese Monde müsst ihr nun in den jeweiligen Levels finden und zurück zum Schiff bringen.

Die Aufgaben durch die ihr diese Monde erhaltet, sind vielfältig und könnten unterschiedlicher nicht sein. So verstecken sich manche im Boden und können durch eine beherzte Stampfattacke geborgen werden, andere wiederum bekommt ihr für das Erledigen von Bossgegnern. Dann gibt es aber auch Monde, die erst erscheinen, wenn ihr Notenschlüssel in einer bestimmten Zeit eingesammelt habt oder ein Rennen gegen seltsame Schneewesen gewonnen habt. Ihr seht also, schon in diesem Bereich ist „Super Mario Odyssey“ unglaublich abwechslungsreich und sprüht vor Ideen.

 

 

Mario & Cappy

 

Doch wie oben schon beschrieben, das neueste und wichtigste Feature ist Marios werfbarer Kopfschmuck. Denn so könnt ihr nicht nur Standardfeinde wie Gumbas erledigen, sondern nehmt eben auch die Identität eurer Feinde an. Und nur so lassen sich manche Rätsel lösen. Die Steinwesen aus dem Wüstenlevel zum Beispiel können durch das Aufsetzen ihrer Sonnenbrille unsichtbare Wege über giftiges Gewässer sehen oder dank der Stapelfunktion lassen sich bis zu zehn Gumbas aufeinandersetzen und somit höhere Ebenen erreichen.

Aber nicht nur die Form anderer Wesen könnt ihr damit einnehmen, auch verschieden Objekte können so von Mario besetzt werden. In New Donk City schlüpft ihr so zum Beispiel in die Rolle von biegsamen Stangen mit deren Hilfe ihr euch bis an die Spitze so manches Hochhauses katapultiere könnt. Lustiges Detail: die übernommenen Objekte bzw. Wesen haben dann auch immer einen typischen Mario-Schnauzer. Mit der Mütze könnt ihr aber auch Hindernisse aus dem Weg räumen wie Kisten oder Steinblöcke, außerdem könnt ihr sie auf verschiedene Arten und Weisen werfen.

 

Mario mit Herz

 

In den ersten „Mario“-Spielen war es immer so: der Klempner starb eigentlich bei der ersten Feindberührung. Es sei denn er hatte einen Superpilz intus, der ihn wachsen ließ. Dann ist er bei Feinkontakt nur geschrumpft. Außerdem gab es pro 100 gesammelter Münzen ein Extraleben. In „Super Mario Odyssey“ hat Mario allerdings eine Lebensleiste von drei Herzen, die durch Spezialcontainer auf bis zu sechs Herzen anwachsen kann.

Verliert ihr eure komplette Lebensanzeige jedoch, stirbt euer Held. Dabei wird ihm nun allerdings aber kein Leben mehr abgezogen, dieses System hat Nintendo in den Ruhestand geschickt. Neuerdings kostet euch das Ableben zehn der kostbaren Münzen. Da die Münzen aber immer wieder in den Levels respawnen, ist ein Game Over also so gut wie unmöglich. Für ganz Unbeholfene gibt es wieder einen Leichtmodus, der euch genau anzeigt wo ihr hingehen müsst und euch schneller wieder an den Ort des Ablebens zurückbringt.

 

Mario auf Weltreise

 

Auf eurer Verfolgungsjagd von Bowser und dessen Schergen kommt ihr durch allerlei interessante Level. Sind die ersten Welten noch recht normal und fast schon typischer Mario-Standard werden sie zunehmend verrückter und verspielter. So sind immer wieder Ecken zu entdecken, in denen ihr dann doch mal kurz überlegen müsst, wie ihr da am Besten hinkommt um den Mond zu ergattern.

In jeder Welt gibt es nicht nur eine bestimmte Anzahl an Monden zu sammeln, neben den Münzen findet ihr auch immer wieder levelspezifische Währung, die ihr im Shop eintauschen könnt. Hier könnt ihr sowohl mit den Münzen einkaufen, aber eben auch mit der Extra-Währung. In den Shops bekommt ihr Klamotten für Mario(diese haben keine Auswirkungen auf seine Fähigkeiten), Herzcontainer oder Monde. Habt ihr eine Welt erfolgreich absolviert, könnt ihr bei Toad für 50 Münzen die übrigen Plätze der versteckten Monde freischalten lassen.

Ein genialer Einfall in „Super Mario Odyssey“ ist der Wechsel von 3D in 2D-Passagen, die dann im alten „Super Mario“-Look gespielt werden. Tolle Hommage!

 

 

Mario sieht gut aus!

 

Wie fast jedes Spiel aus der „Mario“-Reihe glänzt auch die Premiere auf der Switch mit einem rundumrunden Grafikstil. Zwar ärgert man sich hin und wieder über wiederholende Texturen und kantige Polygone, aber dennoch überwiegt das positive Gesamtbild. Die Farben sind knallig und das Design der Level mal wieder absolut grandios. Was man auf der technischen Seite aber kritisieren muss ist definitiv die Kamera, die man immer wieder nachjustieren muss. Vor allem bei Sprungpassagen in denen es schnell gehen sollte, ist dies unglaublich ärgerlich und passt nicht so recht zum sonst so perfekten Nintendo-Anstrich.

Auch die Musik hält einige Ohrwürmer parat und passt immer perfekt zu den jeweiligen Welten. Hier hat man tolle Arbeit geleistet. In Verbindung mit den Soundeffekten, die sich teilweise seit der NES-Ära nicht groß geändert haben, kommt hier sofort „Super Mario“-Feeling auf.

Die Steuerung ist außer dem etwas rutschigen Loslaufen von Mario recht gut und vielfältig, viele Moves kann man per Bewegungssteuerung der JoyCons auslösen. Wahlweise aber auch mit dem Pro Controller. Blöd sind nur die nicht erklärten Bewegungsabläufe, wenn man die Switch im Handheld-Modus mit angesteckten JoyCons betreibt.

 

FAZIT: Mario is back!

 

Die Switch ist schon eine Teufelskonsole! Denn auch wenn sich der Support von Thirdparty-Entwicklern noch immer etwas zurückhält, sorgt vor allem Nintendo mit einem Top-Titel nach dem Anderen dafür, dass die Konsole eigentlich bei jedem Videospielfan zuhause stehen müsste.

Auch „Super Mario Odyssey“ bildet da keine Ausnahme, kann jedoch aufgrund einiger kleiner Mängel nicht ganz mit dem bisherigen Spiel des Jahres, „The Legend of Zelda: Breath of the Wild“ mithalten. Dies liegt auf der einen Seite an der störrischen Kamera, die in einem 3D-Jump’n’Run besser sein müsste, auf der anderen Seite an den doch recht gleichbleibenden Bosskämpfen und einigen Mängeln in der Bedienung(Stichwort: Handheld-Modus). Dafür begeistert das Abenteuer allerdings mit zahlreichen, verschiedenen Welten, die kreativ gestaltet wurden und mit dem neuen Mützen-Feature. Auch wenn die Kampagne recht schnell durchgespielt ist, beginnt der Spaß erst danach so richtig. Denn auf euch warten Hunderte von Monden, die es noch zu entdecken gibt. Für Langezeitmotivation ist also auch gesorgt.