Tarantino äußert sich zum Weinstein-Skandal und bereut die Zusammenarbeit

Verfasst von Waldemar Witt am 21.10.2017 um 16:56

 

Die Vorwürfe der diversen sexuelle Belästigungen und Vergewaltigungen mehrerer Schauspielerinnen durch Film-Mogul Harvey Weinstein halten die Welt und vor allem Hollywood seit den letzten Wochen in Schock.

 

Doch noch äußerte sich einer der größten Regie-Partner Weinsteins noch nicht zu dem Skandal, Quentin Tarantino - bis jetzt.

 

Während Tarantino vor einigen Tagen erst noch twitterte, dass er die Situation erstmal verdauen und seine Gedanken sammeln muss, äußerte sich Tarantino nun direkt zu den Vorwürfen gegen Weinstein in einem Interview mit der New York Times, die die Vorwürfe als erstes ans Licht brachte.

 

So stellte sich im Interview heraus, dass Tarantino seit Jahrzehnten von Weinsteins sexuellen Eskapaden und seinen aggressiven Tendenzen gewusst hatte, doch diese in ihrer Ernsthaftigkeit nicht erkannte. Tarantino äußert dabei nicht nur, dass er es bereut, nicht früher gehandelt und sich darüber ausgesprochen zu haben, sondern auch, dass er die Zusammenarbeit mit Weinstein nun bereut:

 

"Ich wusste darüber genug, dass ich mehr hätte tun sollen als ich leider im Endeffekt tat. Es war mehr als bloße Gerüchte. Es war nicht aus zweiter Hand bekannt, sondern ich wusste direkt, dass er einige dieser Dinge tat. Ich wünschte, ich hätte die Verantwortung getragen bezüglich dem, was ich gehört hatte. Hätte ich damals das getan, was ich hätte tun sollen, hätte ich nicht mit ihm zusammenarbeiten müssen. [...] Was ich tat, war die Vorfälle herunterzuspielen. Alles was ich jetzt sage, wird klingen wie eine schlechte Ausrede. Aber jeder, der Harvey nahe war, hat von mindestens einem dieser Vorfälle gehört. Es war unmöglich, nicht von mindestens einem der Vorfälle gehört zu haben."

 

Tarantino erwähnte zudem, dass er Weinstein mehrmals versuchte nach den ganzen Vorwürfen zu kontaktieren. Jedoch erhielt er bis heute keine Rückmeldung.

 

Weinstein wurde mittlerweile bereits von der Weinstein Company gefeuert und von der Academy of Motion Picture Arts and Sciences ausgeschlossen.