Metroid: Samus Returns [N3DS]

Verfasst von Christian Suessmeier am 12.10.2017 um 12:44

 

Samus is back!

 

„Metroid“-Fans wissen was Leiden heißt! Denn nachdem die Serie schon zwischen „Super Metroid“ für das SNES und „Metroid Fusion“ für den Game Boy Advance schon einige Jahre pausierte, erschien der letzte Teil, „Metroid: Other M“, vor sieben Jahren – das unsägliche „Federation Force“ vergessen wir einfach mal. Dazu kommt, dass das von Team Ninja mitentwickelte Wii-Spiel nicht gerade zu den Highlights der Reihe gehörte. Umso größer war die Erleichterung als Nintendo nicht nur ein, sondern gleich zwei Spiele auf der E3 ankündigte, die unser aller Lieblings-Kopfgeldjägerin Samus Aran zur Heldin hat.

Während man als Switch-Besitzer aber etwas noch auf „Metroid Prime 4“ warten muss, können 3DS-Besitzer nun zu „Metroid: Samus Returns“ greifen, welches vor wenigen Wochen erschienen ist. Dass es sich dabei um ein Remake des Game Boy-Titels „Metroid II“ handelt, dürfte die Fans dabei wenig stören.

 

Die Story von „Alien“...äh...Verzeihung...“Metroid“

 

Nach den Geschehnissen aus Teil 1, in dem man die Bekanntschaft mit den außerirdischen Lebensformen namens Metroids gemacht hat, setzt die Föderation der Menschen alles daran, auch die letzten verbliebenen Vertreter dieser Gattung auszurotten. Hierfür entsenden sie die Kopfgeldjägerin Samus Aran auf einen fremden Planeten, um den Monstren den Garaus zu machen. Dass sich die Metroids nicht ohne weiteres abschlachten lassen, dürfte sich dabei von selbst verstehen.

 

 

Vor und Zurück

 

„Metroid“ und „Castlevania“ legten den Grundstein für das Genre der Metroidvania-Spiele, die euch immer wieder vor Stellen im Spiel setzen, die erst nach Freischalten oder Erhalten einer neuen Fähigkeit passierbar sind. Daher ist Backtracking unvermeidbar und so muss man häufiger mal durch schon erforschte Areale, um an ein nun erreichbares Item zu kommen.

In „Metroid: Samus Returns“ geschieht dies durch das Aufstocken der Fertigkeiten eures Anzugs, so dass ihr euch zum Beispiel zum bekannten Morphball zusammenrollen könnt oder einen aufladbaren, also stärkeren Schuss abgeben könnt. Aber zu diesem Punkt kommen wir später noch einmal.

Eigentlich präsentiert sich das „Metroid II“-Remake nicht mit einem klassischen Levelsystem, dennoch seht ihr zu Beginn eines jeden Abschnitts, wie viele Metroids ihr in diesem besiegen müsst um weiterzukommen. Doch neben den Metroids machen euch auch allerlei andere fremdartige Wesen das Leben schwer und nagen an eurer Lebensenergie. So gibt es Fledermaus-artige Aliens, aber auch am Boden gibt es fiese Gegner, die einige Schüsse aus eurem Blaster vertragen. Das Design der Gegner ist vielfältig, auch die Metroids unterscheiden sich deutlich voneinander und verlangen euch immer wieder eine neue Taktik ab, um sie zu besiegen.

 

Ballerfrau

 

Neben einigen Sprungpassagen besteht das Gameplay von „Metroid: Samus Returns“ hauptsächlich aus dem Gebrauch eures Blasters, den ihr mit allerlei Gimmicks verstärken könnt. Und hier sind wir auch schon bei einem der gravierendsten Unterschiede zum Original von 1991. Denn in der aktuellen Version können wir in 360 Grad um uns schießen, was man mit dem Analogstick koordiniert. Durch Druck auf die linke Schultertaste kann man den Schusswinkel feststellen, die Taste auf der rechten Oberseite des 3DS ist für den Wechsel auf den Raketenmodus des Blasters reserviert. 

Richtig interessant sind aber die ganzen Extrafeatures eures Anzugs. Den schon erwähnten und bekannten Morphball nutzt ihr also für das Erkunden von schmalen Gängen, später könnt ihr diesen auch mit Spikes ausrüsten, die euch das Erklimmen von Wänden ermöglichen. Nützlich ist auch die Scanfunktion, durch die ihr auf eurer Karte die um euch gelegenen Räume freilegt und somit vielleicht doch noch den ein oder anderen versteckten Raum findet. Doch nicht nur auf eure Ballerfähigkeiten müsst ihr euch in „Metroid: Samus Returns“ verlassen. Von Beginn an steht euch eine Nahkampfattacke zur Verfügung, die vor allem bei den fliegenden Gegnern von Vorteil ist.

An immer wieder auffindbaren Stationen könnt ihr entweder euren Spielstand speichern oder eure Energie bzw. Munition wieder auffüllen.  Aber auch die Gegner hinterlassen nach ihrem Ableben immer wieder Energiehäppchen oder Nachschub für eure Waffen.

 

 

Ein Augenschmaus!

 

Für ein 3DS-Spiel sieht „Metroid: Samus Returns“ ziemlich gut aus. Auch wenn der ein oder andere grobe Effekt immer wieder ins Auge fällt, muss man jedoch auch bedenken, dass die Hardware mittlerweile fast sieben Jahre alt ist. Das Spiel läuft immer flüssig, auch der kleine Bildschirmausschnitt schadet dem Spiel nicht. Ein echtes Highlight ist aber die 3D-Funktion des Titels, welches „Metroid: Samus Returns“ wie ein Spielzeug-Diorama wirken lässt. Auch wenn dies spielerisch natürlich keinen Mehrwert bietet, ist es schön zu sehen, dass Nintendo die Funktion auch mal wieder in einem aktuellen Spiel verwendet und nicht ganz auf das Feature verzichtet.

Ebenso gelungen ist die musikalische Untermalung des Spiels, die die Atmosphäre perfekt unterstützt und die mystischen Welten noch geheimnisvoller erscheinen lassen.

 

FAZIT: Ein Remake mit Altersschwächen

 

„Metroid: Samus Returns“ ist ein zweischneidiges Schwert, welches viel Lob aber auch viel Hass ernten wird. Denn auf der einen Seite haben die Jungs und Mädels von Mercury Steam ein überzeugendes Remake des Game Boy-Klassikers geschaffen, auf der anderen  Seite aber auch unnötige Verschlimmbesserungen eingebaut. So gefällt die technische Seite mit ihrer meist feinen Grafik und dem tollen 3D-Effekt, aber warum man die arg unhandliche Schusssteuerung eingeführt hat, ist wohl das Geheimnis des Entwicklers. Gerade wenn es schnell gehen muss, nervt das zittrige Zielen mit dem Analogstick, auch das Timing des Nahkampfangriffs ist bei einigen Gegnern eine nervenzehrende Angelegenheit. Auch wenn durch das Erlernen neuer Fertigkeiten immer wieder einmal neue spielerische Elemente dazukommen, ist auch das Gameplay an sich nicht besonders abwechslungsreich.

Am Ende ist „Metroid: Samus Returns“ sicherlich für jeden Fan der Serie eine unverzichtbare Anschaffung, ob man damit aber auch neue Spieler für die Reihe gewinnt, darf bezweifelt werden.