Oxenfree [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 12.10.2017 um 12:28

 

Indie, Baby!

 

Quasi mit der Einführung der Xbox 360 rückten Spiele von Indie-Entwicklern in den Fokus von Spielerinnen und Spielern. Denn auf dem Xbox Marktplatz wurden allerlei schräge, oft aber sehr hochwertige Titel wie „Super Meat Boy“ zum ersten Mal auf einer Konsole vertrieben. Nach und nach zogen Sony und Nintendo nach und mittlerweile ist es gar nicht mehr vorstellbar, dass es auf einer bestimmten Plattform keine Indiespiele gibt.

Dass unter den vielen Spielen so manche Perle ist, dürfte inzwischen bekannt sein. Auch die Switch bekommt seit dem Release großen Support aus der Indie-Szene und so erscheinen Woche für Woche spannende Titel wie „Steamworld Dig 2“ oder „Stardew Valley“. Auch „Oxenfree“ wurde nun für Nintendos portable Heimkonsole veröffentlicht und wie sehr uns dieses Spiel beeindruckt hat, verraten wir euch in unserem Test.

 

Donnie Oxenko

 

Eigentlich will die fünfköpfige Gruppe um Alex, Ren, Jonas, Nona und Clarissa nur eine vergnügliche Nacht auf einer Insel verbringen, doch schon bald geschehen seltsame Dinge.  Neben mysteriösen Erscheinungen, die durch Radiowellen ausgelöst werden, finden sich die Fünf plötzlich weit über die Insel verstreut wieder. In Begleitung ihres Stiefbruders  Alex macht ihr euch nun auf die Suche nach den anderen und macht dabei Bekanntschaft mit geheimnisvollen Erscheinungen und Zeitschleifen. Was ist auf der Insel passiert und warum will sie euch nicht gehen lassen?

 

 

Laufen, reden, wundern

 

„Oxenfree“ präsentiert sich als klassisches 2D-Spiel. Zwar lauft ihr ab und an mal in die Tiefe des Raumes, allerdings passiert dies immer auf einer Ebene. Neben einem Aktionsbutton – auf der Switch B – für Springen oder dem Bedienen eines Gerätes nutzt ihr die anderen drei Knöpfe zur Auswahl der Dialogoptionen. Und Gespräche sind in „Oxenfree“ essentiell, denn durch diese stärkt oder schwächt ihr die Beziehung zu den anderen Mitgliedern der Gruppe. Außerdem heißt es schnell sein bei der Auswahl der Dialoge, denn diese verschwinden nach einer gewissen Zeit. Dies ist anfangs etwas gewöhnungsbedürftig, vor allem wenn viele Charaktere durcheinander reden.

Viel Gebrauch macht ihr auch von einem Taschenradio, welches ihr recht früh im Spiel findet und das ihr häufig für das Lösen von Rätseln oder dem Bewältigen anderer Hindernisse benötigt. Mehr sei hier aber nicht dazu verraten.

 

Pixel ade!

 

Die Optik von „Oxenfree“ präsentiert sich in einer schönen Mischung aus Polygonen(bei den Figuren) und gezeichneten 2D-Grafiken(Hintergründe). Dabei ist das Spiel meist sehr düster, also passend zur Atmosphäre, die durchaus etwas bedrohlich sein kann. Auch wenn die Grafik nicht sonderlich aufwendig ist, hackt die Switch-Version immer wieder mal.

Das Highlight schlechthin ist aber die visuelle Untermalung des Mystery-Adventures. Was die Night School Studios hier abliefern, ist große Klasse und erinnert teilweise an das einzigartige „Silent Hill“. So erklingen nicht nur atmosphärische Klänge zur Spieluntermalung, auch der Einsatz des Radios ist perfekt gelöst. So empfangt ihr immer wieder mysteriöse Nachrichten, hört Songs, die den Akteuren wichtig waren oder lauscht den hypnotischen Effekten bei der Lösung so mancher Probleme. Wahnsinn!!

 

 

FAZIT: Dafür sind Indies gemacht!

 

Auch wenn Triple A-Titel immer wieder mit ihrer Präsentation und Aufmachung glänzen können, den erzählerischen Mut wie bei Spielen eines Schlags von „Oxenfree“ haben nur wenige. So erzählt das Adventure eine spannende und mitreißende Geschichte, die euch die Switch vermutlich nicht vor dem Ende des Durchspielens aus den Händen legen lässt. Und auch wenn der Spaß schon nach ca. vier bis fünf Stunden vorbei ist, kann man „Oxenfree“ aufgrund einiger Entscheidungen noch ein paar Mal durchspielen.

Die audiovisuelle Präsentation kann in jedem Moment überzeugen und wirkt rundum rund, auch wenn ein paar Ruckler das Spielgeschehen ausbremsen. Auch die arg langen Ladezeiten sind aufgrund der Technik nicht nachvollziehbar. Aber aufgrund der dichten Atmosphäre vergisst man die Mängel ganz schnell und will einfach nur das Geheimnis hinter der Insel lösen. Greift zu !