Gedankenspiel - So machen Lootboxen die Spiele kaputt

Verfasst von Christian Suessmeier am 12.10.2017 um 12:17

 

Die Gaming-Industrie lässt sich in regelmäßigen Abständen viele verschiedene Sachen einfallen, um den Spielerinnen und Spielern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Vorbei sind die Zeiten, in denen man für 60€ ein komplettes Spiel bekommen hat.

Angefangen hat die ganze Misere damals mit dem großartigen Einfall von Electronic Arts für die Onlinenutzung seiner Spiele mehrfach abzukassieren indem man Online-Pässe eingeführt hat. Dann kamen irgendwann die Season Passes dazu, mit denen man sich für die Zeit nach dem Release eine bestimmte Menge an Zusatzinhalten sicherte, mittlerweile bedeutet aber auch der Kauf eines solchen nicht mehr, dass man auch alle  DLCs kostenfrei bekommt....stimmt’s „Halo Wars 2“?

 

Aber auch diese Ära schien sich langsam zum Ende zu neigen, denn einige Entwickler und Publisher versprechen ab und an komplett kostenlosen DLC-Support bei einem Spiel wie jüngst EA und DICE bei „Star Wars Battlefront II“. Doch anscheinend verfolgen die Geschäftsmänner hinter den Programmierern und kreativen Köpfen einen anderen Plan und dieser heisst: Abkassieren mit Lootboxen! 

 

Lootboxen sind für Gamer keineswegs etwas Neues, doch wie die Beutekisten aktuell zum Einsatz kommen, lässt einen an dem Geisteszustand so mancher Menschen zweifeln. Denn wenn ich nach den 60€ an Basispreis für ein Spiel weitere Euro investieren muss, um im Onlinemodus nicht komplett über den Haufen geschossen zu werden, weil sich jeder Verbesserungen per Echtgeld gekauft hat, macht das ganze Prinzip Spielen keinen Spaß mehr. Gleiches gilt für Objekte, die man nur per Einsatz von harten Devisen kaufen und nicht im Spiel finden oder erspielen kann  und die einem die Kampagne wesentlich erleichtern.  So macht man leider das Hobby Videospiele komplett kaputt und zeigt den Fans, was sie wirklich wert und als was sie angesehen sind: als Melkkühe. 

 

Natürlich gehören gerade bei diesem Thema beide Seiten angesprochen. Denn ebenso wenig ist es nachvollziehbar, dass ein User eines Spiels Unmengen an Geld ausgibt nur um seinen Charakter optisch zu verbessern wie es aktuell im Fall von „Playerunknowns Battlegrounds“ auf dem Steam-Marktplatz passiert. Wenn einfach jeder Spieler die Mikrotransaktionen ignorieren würde, merken vielleicht auch die Publisher, dass man nicht alles mit dem Konsumenten machen kann.

 

Wie steht ihr zu Lootboxen? Kauft ihr Ingame-Objekte gegen Echtgeld? Oder ärgert euch deren Einführung?