Layton's Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre[N3DS]

Verfasst von Christian Suessmeier am 06.10.2017 um 18:19

 

Vom Kuriosum zum Hit

 

Als der Nintendo DS im Jahr 2004 vorgestellt wurde, wunderte man sich nicht nur über das klobige Design, auch die zwei Bildschirme des Handhelds wirkten eher skurril als fortschrittlich. Doch wie bei Nintendo üblich baute man die beiden Screens in den folgenden Jahren meist sehr sinnvoll und kreativ in das Gameplay mit ein, so entstanden nicht nur Sachen wie „Dr. Kawashimas Gehirn-Jogging“, sondern auch die rätsellastige „Professor Layton“-Serie, die munter Gebrauch von den Features des Handhelds machte.

Nach sechs Teilen mit dem Professor in der Hauptrolle dachte Entwickler Level 5 nun, dass es einmal Zeit für eine neue Leadrolle wird und so erleben wir jetzt mit der Tochter des berühmten Professors neue Fälle und Rätsel.

 

Sherlock Layton

 

Nachdem ihr Vater spurlos verschwunden ist, entschließt sich Katrielle Layton dazu, eine Detektei in London zu eröffnen. Hilfe bekommt sie hierbei von ihrem Assistenten Ernest und einem sprechenden Hund, der zugleich ihr erster Fall wird. Doch als ein Zeiger von Big Ben verschwindet, muss das Rätsel um die Identität des redeseligen Vierbeiners erst einmal warten, denn sogar Scotland Yard hofft auf Katrielles Mithilfe. Im Laufe des Falls und des weiteren Spielverlaufs trifft Katrielle dabei immer wieder auf die Sieben Drachen, die für die Geschichte des Spiels eminent wichtig sind.

 

 

Rätseln

 

Wie von der „Professor Layton“-Serie gewohnt, besteht das Spiel hauptsächlich aus dem Lösen von Rätseln und Kriminalfällen. Ihr bewegt euch dabei mit Hilfe einer Karte von Szenario zu Szenario, die ihr dann letztlich im Ermittlungsmodus genauer beleuchten müsst. Hierfür bewegt ihr eure Lupe mit Hilfe des Stylus auf dem Touchscreen umher und deckt so nach und nach Hinweise auf. In den Szenarien sind aber auch Dinge wie Hinweismünzen oder weitere Rätsel versteckt. Erstere benötigt ihr, falls euch ein Rätsel zu knackig ist und ihr nicht auf die Lösung kommt. Hier könnt ihr bis zu drei Hinweismünzen einsetzen und kommt so hoffentlich auf des Rätsels Lösung.
Habt ihr ein Rätsel gemeistert, bekommt ihr dafür die sogenannten Pikarat, die vor allem gegen Ende des Spiels wichtig werden, denn je nach Höhe der erspielten Punkte verändert sich das Ende.

 

Reden

 

Doch neben den vielen Herausforderungen für eure grauen Gehirnzellen besteht ein Großteil der Arbeit Katrielles auch aus typischer Ermittlungsarbeit indem man Zeugen oder Verdächtige verhört. Habt ihr eine wichtige Person gesprochen, welche euch einen Hinweis gegeben hat, müsst ihr anschließend symbolisch einen Teil des Ermittlungsobjektes zusammensetzen und seid so der Lösung des Falls einen Schritt weiter.

Die Zeugen vernehmt ihr dabei auch im Ermittlungsmodus, heißt ihr müsst sie mit eurer Lupe markieren und anschließend startet der Dialog. Diese sind nur in Schlüsselszenen deutsch vertont, die normalen Gespräche verlaufen still. Wie von Nintendo gewohnt, überzeugt die deutsche Übersetzung dabei mit sehr viel Wortwitz und kleinen Nickligkeiten, die auch das ältere Publikum ansprechen werden.

 

 

London Eye

 

Die Grafik von Katrielle Laytons mysteriösem Krimi-Abenteuer ist auf gewohntem 3DS-Niveau, das heißt dass es hin und wieder einige sehr grobe Texturen und Polygone gibt, andererseits glänzt das Spiel dann aber wieder mit schönen Anime-Sequenzen. Diese wurden vom bekannten Studio A-1 Pictures gemacht, die schon die Anime-Umsetzungen zu „Persona“ und Serien wie „Blue Exorcist“ gemacht haben.

Die Rätsel, welche von Verschiebepuzzeln bis hin zu Rechenaufgaben reichen, sind meist schön gestaltet, könnten aber in ihren Erklärungen wesentlich eindeutiger sein. Dennoch passen manche Aufgaben stilistisch nicht zum Rest des Spiels und wirken wie aus einem anderen Spiel entnommen.

 

FAZIT: Durchschnittliche Rätselkost mit sympathischen Figuren

 

Die „Professor Layton“-Serie stand vor allem zu Beginn für ziemlich hochwertige Spielekost, schon die letzten Teile waren aber nicht mehr so kreativ wie zu Beginn. Mit „Layton’s Mystery Journey: Katrielle und die Verschwörung der Millionäre“ setzt Level 5 diesen Trend leider auch fort. So ist die Story recht nett, manche Elemente zwischen den Hinweisen und Rätseln wirken aber leider etwas arg deplatziert. So ist auch das Spieltempo mehr als gemächlich und ist wirklich nur etwas für ganz geduldige Spieler.

Die Rätselgestaltung ist auch sehr durchwachsen, manche Aufgaben sind kreativ und heben sich von der normalen Rätselkost ab, andere wiederum machen mit ihrer schlechten Aufgabenstellung das Spiel kaputt.

Punkten kann das Abenteuer von Lady Layton dann aber mit seiner sympathischen Gestaltung, die beim Charakterdesign beginnt und bei der liebevollen Übersetzung aufhört. In diesem Bereich ist das Spiel wirklich top, dennoch sollte man sich vor allem in Sachen Gameplay für mögliche Fortsetzungen etwas Neues einfallen lassen.