Nintendo Classic Mini SNES

Verfasst von Christian Suessmeier am 28.09.2017 um 11:53

 

Nach 8 kommt 16 Bit

 

Im letzten Jahr ließ Nintendo seine langjährigen Fans fast ausrasten als man das NES Mini Classic ankündigte, welches dreißig Klassiker des famosen 8 Bit-Systems beinhaltete. Doch die Ernüchterung kam schnell, da man die Mini-Konsole fast nirgendwo kaufen konnte und es bis zur Bekanntgabe, dass man die Produktion der Konsole wieder einstellen wird, nie wirklich zuverlässig im Handel erhältlich war. Das hatte natürlich horrende Preise bei ebay & Co. zur Folge und einige wirklich angesäuerte Fans.

Doch mit dem SNES Mini Classic will Nintendo alles anders machen. Auch wenn man zunächst eine bis Ende 2017 beschränkte Produktion ankündigte, ist mittlerweile bekannt, dass man auch noch im nächsten Jahr die Neuauflage der 16 Bit-Konsole produzieren und verkaufen will. Ob sich ein Kauf lohnt, könnt ihr in unserem Hardware-Check lesen.

 

 

Aus 30 werden 21

 

Das SNES ist ohne Zweifel der Hauptgrund für Nintendos heutigen Stand als eine der wichtigsten Soft- und Hardwareschmieden des Videospielbusiness. So erblickten viele Spielereihen zuerst auf der 16 Bit-Maschine zum ersten Mal das Licht der Welt und dank Super FX-Chip setzte man auch noch technische Maßstäbe, die die Konkurrenz vor Neid erblassen ließ.

Auf dem SNES Mini Classic sind nun 21 dieser Spiele installiert, die damals für unzählige spaßige Stunden sorgten und dies auch heute noch können. Neben Klassikern wie „Super Mario World“, „Super Metroid“ oder „Donkey Kong“ befinden sich außerdem Spiele wie „Final Fantasy III“, „Secret of Mana“ oder „Star Fox“ an Bord des Geräts. Tolles Extra: dank der Miniaturausgabe des Super Nintendo kommen europäische Spieler zum ersten Mal in den Genuss von „Super Mario RPG“, welches damals recht spät im Konsolenzyklus erschien und daher nicht mehr für Europa geplant war. Sicherlich eines der Highlights ist aber „Star Fox 2“, welches nie offiziell für die Konsole erschienen ist und nun endlich spielbar ist. Um in den Genuss des Polygon-Shooters zu kommen, muss man allerdings zunächst den ersten Planeten in „Star Fox“ abschließen.

 

 

Perfekter Zweispieler-Spaß!

 

Zwar war ein weiterer Controller für das NES Mini Classic mit knapp 10€ nicht gerade teuer, doch erstens bekam man das Zubehör wie die Konsole selbst kaum im freien Handel und zweitens hätte Nintendo diesen für einen geringen Aufpreis auch einfach beilegen können. Das SNES Mini Classic macht nun vieles besser und so erhaltet ihr zum Preis von ca. 90€(je nach Händler) nun auch ein zweites Joypad gleich dazu.
Weiterhin sind die Kabel der Pads, die übrigens wieder mit dem selben Anschluss wie die    NES Mini-Controller versehen sind, wesentlich länger als bei der 8 Bit-Variante. Da hat Nintendo wohl auf die Beschwerden der Fans gehört.

Ebenfalls wie die Miniaturausgabe des NES letztes Jahr verfügt das SNES Mini Classic lediglich über einen HDMI- und einen Stromanschluss. Die Anschlüsse für die Pads verstecken sich hinter der Front des Gerätes, die die Anschlüsse für reguläre SNES-Pads lediglich vorgaukelt.

 

Speichern, zurückspulen, speichern, zurückspulen...

 

Eure Spiele könnt ihr zu jedem Zeitpunkt speichern und legt diese Speicherstände ähnlich wie auf dem NES Mini Classic im Hauptmenü ab, so dass ihr beim Start des Titels problemlos wählen könnt, welchen der vier Slots ihr nutzen wollt.

Neu ist allerdings die Rückspulfunktion, die sich Nintendo wohl von gängigen Emulatoren abgeschaut hat und die euch die vergangene Minute im Spiel immer wieder neu probieren lässt. Dies ist übrigens auch in Verbindung mit den vier Speicherslots möglich und sicherlich gerade für viele Spiele ein ausgezeichnetes Feature, da deren Schwierigkeitsgrad häufig recht hoch ist.

 

 

Technik ist Alles!

 

Man verzeihe mir die ständigen Vergleiche mit dem NES Mini Classic, aber Besitzer der 8 Bit-Konsole können sich recht gut vorstellen, was sie beim Miniatur-SNES erwarten können. So ähnelt die Menüführung und Handhabung einiger Dinge wie Abspeichern 1:1 dem NES Mini. Auch bei den Spielen handelt es sich wieder um die 60Hz-Fassungen aus den USA, so ist also jeder Titel nur auf Englisch spielbar. Gerade bei Klassikern wie „Secret of Mana“ ist das wirklich schade, lebte das Spiel doch auch ein Stück vom Charme der Übersetzung ins Deutsche.

Natürlich könnt ihr auch wieder aus drei verschiedenen Auflösungen wählen. Also entweder im klassischen 4:3, der Originalauflösung oder im Röhrenbildschirm-Look spielen. Beim Zocken müsst ihr dabei aber nicht immer auf triste schwarze Balken links und rechts des Schirms schauen, denn ihr könnt mehrere Rahmen wählen, die perfektes Retrofeeling erzeugen.

 

FAZIT: Tolles Gerät mit schlauen Verbesserungen

 

Das SNES Mini Classic wurde in einigen Bereichen gut weiterentwickelt. So freuten wir uns über die längeren Controller-Kabel und auch die eingebaute Rückspul-Funktion ist eine sinnige Erweiterung. Die Spiele sind wirklich gut emuliert, allerdings schmerzen die fehlenden deutschen Übersetzungen doch schon ordentlich. Diese haben einfach einen Großteil des Charmes mancher Spiele ausgemacht.

Auch die Reduzierung von 30 auf 21 Spielen ist etwas schade, denn der ein oder andere große SNES-Titel fehlt einfach im Lineup und wird Retrofans etwas verärgern. Warum man hier nicht den Weg geht, eine WLAN-Funktion einzubauen oder eine Schnittstelle mit der man Spiele nachkaufen kann, ist immer noch unverständlich. So könnte sich jeder Spieler seine eigene, perfekte Retrosammlung zusammenstellen. Dennoch macht das SNES Mini Classic Spaß und lässt viele Kindheitserinnerungen wieder aufkommen. Es bleibt spannend, wann und ob uns Nintendo dann auch mit einer Miniatur-Ausgabe von N64 und Gamecube versorgt. Für Importfreunde könnte noch interessant sein, dass sich das Lineup des Super Famicom Mini Classic leicht von dem der westlichen Variante unterscheidet. So kommen die Japaner zum Beispiel in den Genuss von „Super Soccer“.