God's Trigger

Verfasst von Playzocker am 27.08.2017 um 11:49

 

Wo ein Skill ist, ist auch ein Weg

Der polnische Entwickler Techland ist dank der überragenden Zombie-Schnetzeleien in „Dead Island“ und „Dying Light“ wahrscheinlich dem Großteil unserer Leser ein Begriff. Auf der gamescom 2017 präsentierten sie sich allerdings nur als Publisher und stellten neben dem von Ice Flames entwickelten „Pure Farming“ auch das von One More Level Games („Deadlings“) gestaltete Spiel „God’s Trigger“ vor. Dieses erhielt den gamescom Award als bestes Puzzle/Skill-Game – und wir haben es uns natürlich für euch vor Ort angesehen. Vorab wurde uns das Spiel als eine Mischung aus „John Wick“ und „Hotline Miami“ beschrieben. Auch wenn der Vergleich mit dem Action-Hammer mit Keanu Reeves etwas weit hergeholt erscheinen mag (wo waren noch mal genau die Bleistifte?) könnte der zweite Teil der Beschreibung nicht besser zutreffen. In den Adern von „God’s Trigger“ fließt das Blut von „Hotline Miami“ – aber in vielerlei Hinsicht ist das Spiel seiner offensichtlichen Vorlage auch deutlich überlegen.

The devil may cry sooner or later

Die Protagonisten des Spiels sind Judy und Harry. Während Judy den Tiefen der Hölle entstiegen ist handelt es sich bei Harry um einen Engel, dessen weiße Kleidung im Zuge des Spiels ziemlich rot eingefärbt werden könnte. Beide Charaktere verfügen über die Fähigkeit, eine Vielzahl verschiedener Schusswaffen aufzunehmen, halten aber auch eine Nahkampfwaffe in ihren Händen ist. Während sich Harry seiner Widersacher mit einem Schwert entledigt greift Judy dabei auf eine Ghost-Rider-eske brennende Kette zurück. Judy und Harry sind ein Team – demnach müsst auch ihr euch als Team aufstellen, um den Gegnerscharen Herr (oder Frau) zu werden. „God’s Trigger“ ist eines der wenigen auf der gamescom 2017 vorgestellten Spiele, das tatsächlich über einen lokalen Mehrspieler-Modus verfügt. Alternativ könnt ihr euch auch online einen Partner suchen oder die Aufgabe euch zu unterstützen der KI überlassen.

Git Gud!

Auf der gamescom 2017 hatten wir die Möglichkeit, ein Level des Spiels für euch anzutesten. Bereits auf den ersten Blick fällt die Ähnlichkeit mit „Hotline Miami“ auf. „God’s Trigger“ wird aus der Top-Down-Perspektive gespielt, ihr müsst euch in dem von uns gespielten Level von Raum zu Raum durchkämpfen bis ihr letztendlich nach wenigen Spielminuten bereits den Ausgang vor euch habt und zum nächsten Abschnitt kommt. In der Theorie. In der Praxis wird der Fährmann eine große Freude an euch haben, da „God’s Trigger“ alles andere als ein leichtes Spiel ist. Ähnlich wie bei „Hotline Miami“ verfolgt das Spiel eine strikte „One Hit Kill“ Politik. Jeder Gegner stirbt nach einem Treffer – ihr allerdings auch. Beißen Judy und Harry zur selben Gras ist das Spiel vorbei.

Das Leben nach dem (gefühlten 720.) Tod

Glücklicherweise gibt es ein großzügiges Checkpoint-System, sodass ihr durch einen etwaigen Fehler nicht allzu viel Fortschritt verliert. Bereits in dem einen von uns gespielten Level konnten wir zahlreiche Waffen finden, die euch allesamt verschiedene Wege bzw. Spielstile eröffnen. Eines ist allerdings in jedem Fall unabdingbar: Kommunikation mit eurem Partner. Schnell wurde uns bewusst, dass die oft übliche „ich links du rechts“ Strategie nur bedingt zum Ziel führt. Die Gegner kommen schnell, sie kommen gnadenlos und da zudem die Richtungen in die ihr attackieren könnt begrenzt sind kann das schneller zu einem Tod führen als ihr glaubt. Um es mit den Worten von LordKaT zu sagen: „You’re gonna die. A lot!“. „God’s Trigger“ lebt die Gratwanderung zwischen Motivation und Frustration – auch wenn man sich über jeden einzelnen Bildschirmtod ärgert ist man immer wieder motiviert, einen weiteren Versuch zu starten, die eigene Taktik zu überdenken und neue Strategien zu finden.

Fazit: „God’s Trigger“ ist aufgrund seines hohen Schwierigkeitsgrades sicherlich nichts für jedermann. Fans von „Hotline Miami“ werden sich hier allerdings definitiv wohl fühlen.