Hidden Dragon Legend

Verfasst von Christian Suessmeier am 25.08.2017 um 08:42

 

Journey to the East

Auch wenn sich China in den letzten Jahren zu einer wirtschaftlichen Supermacht gemausert hat, verbindet man das Land der Mitte wohl weniger mit Videospielen. Und das obwohl mittlerweile einige der größten und umsatzstärksten Entwickler von dort kommen. Doch da sich diese zumeist auf den mobilen Markt bzw. das Geschäft mit Onlinespielen für den asiatischen Markt konzentrieren, kennt man Firmen wie Elex, Tencent oder NetEase kaum im Westen. Auf der gamescom hatten wir einen Termin bei den sympathischen Leuten von Oasis Games, die uns vor allem „Hidden Dragon Legends“ in aller Ausführlichkeit vorgestellt haben.

Oldschool-Hack’n’Slay mit Charme

In der Rolle des Helden Lu macht ihr euch auf die Suche nach Antworten auf einige offene Fragen. Denn komischerweise könnt ihr euch an nichts mehr erinnern nachdem ihr aus der Gefangenschaft einer mysteriösen Gemeinschaft entkommen seid. Angesiedelt ist das Spiel im kaiserlichen China und erinnert somit an viele alte Eastern-Schinken aus der Kindheit, die mit frecher Synchro und waghalsigen Kämpfen für große Augen sorgten. Doch im Mittelpunkt steht bei „Hidden Dragon Legend“ der Schwertkampf und der Einsatz eurer Fertigkeiten mit der Klinge. Dafür präsentiert sich das Spiel in einer klassischen 2,5D-Ansicht, d.h. die Level sind zwar in 3D gestaltet aber ihr bewegt euch ausschließlich auf einer Ebene.

Auf die Combos kommt es an

Spielerisch kann man „Hidden Dragon Legend“ mit Games wie „Odin Sphere“ oder den „Muramasa“-Spielen vergleichen, in denen ihr verschiedenschwere Angriffe zu waghalsigen Komboattacken kombiniert und das alles mit dem Einsatz einer eurer Sonderfähigkeiten garniert. Die Attacken vollführt ihr dabei entweder am Boden oder in der Luft, sollten euch die Feinde zu sehr bedrängen könnt ihr sie außerdem mit einem Dash umgehen und sie hinterrücks angreifen. Diese Fähigkeiten und die nicht zimperlichen Gegner machen das Spiel zu einem sehr launigen Titel, der aber auch eine Schattenseite hat. Mit fortschreitender Spieldauer könnt ihr übrigens neue Waffen und Rüstungen freischalten, die euch auf die immer härter werdenden Gegner vorbereiten.

Dreamcast-Grafik war schon gut!

Denn leider ist „Hidden Dragon Legends“ vor allem grafisch wirklich keine Schönheit. So wirkte die angespielte Welt leider sehr trist und farblos und auch die Gestaltung der Umgebung und der Figuren waren eher auf einem frühen PS3-Niveau. Auch bei der Einführung von Endbossen wirkt das Spiel recht nüchtern und könnte noch den ein oder anderen Farbtupfer bzw. etwas mehr Dramaturgie gebrauchen. Trotz allem wirkt der Stil aber in sich rund.

Ein kleiner Geheimtipp der gamescom!

Manchmal gibt es diese Spiele, die man auf den ersten Blick vermutlich nicht einmal mit der Kneifzange anfassen würde, die einen dann aber spielerisch doch überzeugen. Und genau so ein Titel ist „Hidden Dragon Legends“ von Oasis Games. Ich versank so sehr in dem kombolastigen Schwertspektakel, dass ich doch glatt die ersten fünf Minuten meines Anschlusstermins verpasste. Gegen weitere Stunden in dem Hack’n’Slay mit Rollenspielkomponenten habe ich nichts einzuwenden und freue mich auf den Release im September auf der PS4. Fans von Spielen solcher Art sollten definitiv einen Blick riskieren.