Detroit: Become Human

Verfasst von Playzocker am 24.08.2017 um 09:14

 

Und der Mensch heißt Mensch…

2012, und damit sogar noch ein Jahr vor dem Release ihres letzten Spiels „Beyond – Two Souls“ veröffentlichte Quantic Dream mit „Project Kara“ eine Tech-Demo mit einem weiblichen Androiden in der Hauptrolle, die einerseits eine interessante Geschichte erzählt und andererseits die technischen Möglichkeiten der PlayStation 3 unter Beweis stellen sollen. Mittlerweile gehören beide bereits der Geschichte an. „Project Kara“ wurde als Grundidee für die Geschichte zu „Detroit: Become Human“ herangezogen, anstelle der PlayStation 3 kommt mittlerweile allerdings bereits die PlayStation 4 (Pro) zum Einsatz. Die Geschichte des Spiels handelt von drei Androiden, die aufgrund einer technischen Fehlfunktion plötzlich Gefühle entwickeln. Neben Kara werden auch der Abtrünnigen-Jäger und Polizist Connor sowie der Abtrünnige Marcus, der vor kurzem erst vorgestellt wurde, als spielbare Charaktere in „Detroit: Become Human“ verfügbar sein. Wie bereits bei „Beyond – Two Souls“ sowie dem hervorragenden Noir Thriller „Heavy Rain“ handelt es sich bei „Detroit: Become Human“ um einen interaktiven Thriller, dessen Geschichte sich basierend auf euren Entscheidungen in völlig andere Richtungen bewegen soll. Der Umfang der Geschichte inklusive aller alternativen Routen und Szenen soll dabei ca. doppelt so groß ausfallen wie bei „Beyond – Two Souls“.

Tappen im Dunklen

Über die tatsächlichen Inhalte der Geschichte ist (logischerweise) kaum etwas bekannt – und das ist auch gut so. In unserem Interview hat uns Guillaume de Fondaumière von Quantic Dream bereits erklärt, dass es unter anderem wieder möglich ist, dass alle drei Charaktere recht früh digitales Gras zu schmecken bekommen und der Abspann uns einen großen Teil des Spiels vorenthält. Allerdings wird es wie gewohnt möglich sein, zu einem früheren Punkt im Spiel zurückzukehren und andere Entscheidungen zu treffen. In unserer Anspielzeit konnten wir das Kapitel „Geisel“ testen und dabei einige Gameplay-Mechaniken kennen lernen. Grundsätzlich wird sich jeder, der bereits „Heavy Rain“ oder „Beyond – Two Souls“ gespielt hat in dem Spiel sofort zurechtfinden. In unserem konkreten Fall begannen wir mit der Untersuchung eines Tatorts, die in ihrer Inszenierung allerdings mehr an Telltales „Batman“-Serie erinnerte als an „Heavy Rain“. Wir mussten eine Wohnung nach Beweisen durchsuchen, mit diesen Szenarien rekonstruieren und anhand dieser den Tathergang rekonstruieren. All diese Informationen spielen uns dann in die Hand, wenn wir den Geiselnehmer tatsächlich konfrontieren (bzw. von ihm konfrontiert werden – je nachdem). Je mehr wir über ihn in Erfahrung bringen konnten, desto mehr Dialogoptionen stehen uns offen, desto höher ist unsere Chance tatsächlich einen Erfolg zu erzielen. Im Gegensatz zu den meisten anderen Spiel gibt es im Fall eines Versagens allerdings kein „Game Over“, die Story entwickelt sich allerdings in eine völlig andere Richtung.

Interaktives Kino

Mit „Detroit: Become Human“ hat Quantic Dream eine Erfahrung geschaffen, die sich noch viel mehr wie ein interaktiver Film anfühlt als jemals zuvor. Die Übergänge zwischen den einzelnen Dialogpassagen wirken weicher und die Interaktionsmöglichkeiten bereits in dem kurzen von uns angetesteten Segment sowohl umfang- als auch weitreichender aber in erster Linie ist es die Grafik, von der ein interaktiver Film am meisten profitiert. Während das Spiel auf der PlayStation 4 hervorragend aussieht kommt es auf der PlayStation 4 Pro dank nativer 4K-Auflösung und 30fps dem Photorealismus noch eine ganze Spur näher. HDR lässt die Farben und vor allem die Lichteffekte in völlig anderem Glanz erstrahlen, Reflexionen und zahlreiche andere dezente Effekte sind genau der Tropfen, der nicht das Fass sondern die Augen eines jeden Grafikliebhabers zum Überlaufen bringen wird. Ebenfalls hervorzuheben ist die hervorragende Arbeit im Motion Capturing, sodass sich die Charaktere sehr authentisch bewegen. Auch das Sound-Design leistet seinen Beitrag zur Wirkung des Spiels, in dem die bemerkenswerten englischen Sprecher (eine deutsche Synchro wurde im Rahmen der Präsentation ebenfalls angekündigt) mit teilweise dezenter und teilweise atmosphärisch dichter Musik sowie mit kraftvollen Soundeffekten zu einem homogenen aber beeindruckenden Ganzen verschmelzen.

Fazit: Ob „Detroit: Become Human“ das neue Meisterwerk von Quantic Dream wird kann sich erst nach dem Release zeigen. Mit phantasicher Grafik, beeindruckendem Sounddesign und einer packenden Atmosphäre hat das Spiel allerdings bereits in unserer kurzen Anspielzeit mehr Emotionen hervorgerufen und eine intensivere Bindung zu den Charakteren ermöglicht als andere Spiele in 10 Stunden. Man darf (sehr!) gespannt sein.