Patapon Remastered[PS4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 11.08.2017 um 14:26


Das Erbe der PSP


Seit es Handhelds gibt, dominiert Nintendo diesen Markt mit großem Vorsprung. Daran konnte kein Sega Game Gear oder Atari Lynx etwas ändern, doch Sony probierte es im Jahr 2005 doch mit einer eigenen tragbaren Spielekonsole, der PSP.
Diese bestach nicht nur durch ihre Leistung, mobile Spiele auf PS2-Niveau abzubilden, dank UMD und Musikfunktion sollte die PSP auch als Multimedia-Gerät ihren Siegeszug feiern. Doch leider gelang Sonys portabler PlayStation nie der erhoffte Durchbruch – zumindest in Europa- und so blieben viele Spiele einem kleinen Nutzerkreis vorenthalten. Darunter befanden sich auch einige spaßige Titel von Japan Studio wie etwa „Loco Roco“ oder „Patapon“. Doch glücklicherweise sind beide Spiele nun in einer überarbeiteten Fassung für die PS4 erschienen und wir nehmen uns zumindest dem letztgenannten Titel in diesem Test an.

Es ist Krieg!

„Patapon“ versetzt euch mitten in den Krieg zwischen zwei verfeindeten Stämmen, den titelgebenden Patapons und den bösen Zigotons. In der Rolle des Gottes der Patapons seid ihr nun künftig für den Erfolg oder Misserfolg in diesem Konflikt verantwortlich und begleitet euer Volk auf spannenden Missionen.
Der Clou an der ganzen Sache: ihr steuert die Patapons bzw. deren Armee durch rhythmisches Schlagen einer Trommel.


Rhythmus ist alles!

Bei „Patapon“ handelt es sich also nicht um einen Titel des Strategiegenres, sondern um ein reinrassiges Musikspiel mit Taktikkniff. Denn ihr bestimmt die Aktionen der Patapons anhand der Trommelschläge. Hierfür nutzt ihr die vier Aktionstasten der PS4, die jeweils einem bestimmten Ton nachempfunden sind. So entspricht der Druck des Quadrat-Knopfs dem Laut „Pata“ und der des Kreis-Buttons „Pon“. Nach und nach erhaltet ihr so verschiedene Manöver wie Angriff, Weiterlaufen oder Schilder anheben.
Eure Armee besteht dabei aus verschiedenen Klassen wie Söldnern mit Speeren oder Axt-Kriegern und verfügt ebenso über eine limitierte Energieanzeige. Leert sich diese durch feindliche Angriffe, ist auch die Mission gescheitert. Im Kampf heißt es also immer, das richtige Trommelkommando für die passende Aktion zu geben.
Hilfreich und wichtig bei der Eingabe der Befehle ist natürlich der Rhythmus, der anhand eines weißen, pulsierenden Rahmens am Rand des Bildschirms visualisiert wird.

Planung ist das A und O

Bevor ihr in eine Mission startet, solltet ihr auf die Aufstellung eurer Armee achten. So könnt ihr die einzelnen Einheiten dank besserer Waffen verstärken und euch so individuell auf den jeweiligen Auftrag einstellen. Die Verbesserungen erhaltet ihr entweder durch Freischalten der jeweiligen Funktion oder ihr erschafft diese mit Hilfe verschiedener Rohstoffe im Hauptmenü.
Um an die benötigten Materialien zu kommen, spielt ihr entweder neue Missionen oder kehrt in alte Level zurück, um diese erneut abzugrasen. Neben den Rohstoffen gibt es auch allerlei Sammelobjekte zu finden, die aber keinen spielerischen Mehrwert haben.
 



Audiovisueller Genuss

Natürlich ist die Musik bei einem Rhythmusspiel ein wichtiger Bestandteil und hier enttäuscht „Patapon“ nicht. Sei es die rhythmische Trommelmusik oder die liebevollen Vocals der kleinen Kriege, das akustische Design ist echt gut gelungen.
Ebenso kann man bei der Optik nicht meckern. Das Spielgeschehen wurde gut an die heutige Full HD-Auflösung angepasst, nur durch die großen Bildschirmtexte merkt man dem Spiel seine Handheld-Herkunft an.
Doch leider muss man das Spiel in diesem Bereich auch etwas kritisieren. Und zwar sind die Videosequenzen leider in ihrer Auflösung nicht an aktuelle TVs angepasst, so dass diese sehr verpixelt, teilweise sogar blockhaft wirken. Das schmälert den Gesamteindruck etwas.

FAZIT: Schöne Neuauflage für Fans und Neugierige

„Patapon“ kann auch in seiner Neuauflage für die PS4 überzeugen und wird hoffentlich für den schmalen Preis von 14,99€ auch neue Freunde finden, die das Original auf der PSP damals nicht gespielt haben. Die Portierung ist bis auf die angesprochenen Videosequenzen absolut in Ordnung. Achtung: Nutzer eines Audio-Receivers sollten eventuell die Latenz zwischen Ton und Bild beachten, da es hier in den Standard-Einstellungen zu einer leichten Verzögerung kommen kann, die euch das Leben in „Patapon“ natürlich doppelt dann schwer macht. Diese müsst ihr aber am Receiver vornehmen, da das Spiel hierfür keine Optionen bietet.
„Patapon“ ist sicherlich kein Meisterwerk, hebt sich aber noch heute vom Spiele-Einerlei ab und kann für die Dauer seiner Spielzeit sehr gut unterhalten.