"The Walking Dead": Warum Rick Grimes sterben muss

Verfasst von Sadwick am 10.08.2017 um 12:21

 

Jetzt mal ehrlich. Die Szene damals in "The Walking Dead" mit Negan und Glen - als der Baseballschlager namens Lucille einen unserer Lieblinge stahl. Das war doch bei aller Empörung über die Blutrünstigkeit schon irgendwie geil, oder? 

In seinen besten Momenten ist "The Walking Dead" ein Biest, dem man besser nicht trauen sollte. Wo sich niemand auf Unsterblichkeit berufen kann, weil das Drehbuch manchmal verflucht mutig ist. Die Furcht, dass es auch die Helden treffen kann - das machten schon "24", "Breaking Bad" oder "Game of Thrones" so unwiderstehlich. Leichen Pflastern ihren Weg. Die Szene, in der Glen und auch Abraham bildgewaltig aus der Serie schieden, trieb dieses Prinzip bei "The Walking Dead" auf die Spitze - mit dem größten Cliffhanger aller Zeiten. 

Doch das Biest scheint zahmer geworden. Der Mut schwindet. Und das Schlimmste, was einer Geschichte passieren kann, scheint denkbar: Sie wird vorhersehbar. Rick, Daryl, Carl - sie alle hätten ein Dutzend Tode sterben können, die Rettung kommt in der Regel aber in allerletzter Sekunde wie in einem zweitklassigen Thriller. Das Ableben von Glen und Abe waren da schon Ausnahmen, zwei spitze Kanten in einer ewigen Handlungsschleife. Die Geschichte ist eins mit ihren Zombies geworden - eine Wiedergängerin. 

Es ist Zeit, dass das wieder Biest erwacht. Es ist Zeit für ein neues Entsetzen. Lasst Rick Grimes sterben! Soll Negan gewinnen. Wir würden dich dafür zwar kurz hassen, "The Walking Dead". Aber beim nächsten Mal garantiert wieder einschalten, wie wir es früher immer voller Furcht getan haben.