Splatoon 2 [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 19.07.2017 um 16:15


 

Spritzig!

 

 Auch wenn die WiiU zu einem der größten Flops Nintendos zählt und das Image des Konzerns etwas angeknackst hat, wurden einige innovative Spiele für den Wii-Nachfolger produziert. Einer der größten Erfolge für die WiiU war wohl „Splatoon“, ein farbenfroher Shooter mit einem coolen Design und überzeugendem Multiplayer-Part. Nun erscheint bereits knappe zwei Jahre nach dem Debüt der Nachfolger für die Switch und dieser will natürlich an die Erfolge des ersten Teils anknüpfen. Die sympathischen Inklinge stürzen sich dabei wieder in allerlei Gefechte und machen natürlich Gebrauch von ihren Farbwaffen, um die Umgebung mit ihrer Teamfarbe einzufärben.
Ob es Nintendo gelingt, auch auf der Switch mit dem spritzigen Vergnügen zu überzeugen, lest ihr in unserem Test.

 

 Sei ein Inkling!

 

 Zu Beginn von „Splatoon 2“ findet ihr euch zunächst in einem überschaubaren Charaktereditor wieder, in dem ihr Dinge wie Geschlecht, Haut- oder Haarfarbe ändert und so euren Wunschcharakter schafft. Ist dies erledigt, geht es auch schon in das Tutorial, welches euch die Grundlagen des Spiels beibringt. Neben Basismoves wie Hüpfen und dem Gebrauch der Waffe, ist vor allem das Schwimm-Manöver wichtig. Denn durch Druck auf ZL verwandelt ihr euch in einen Tintenfisch und könnt fortan in der verschossenen Farbe schwimmen. Dabei lädt sich dann auch euer Vorrat an Tinte wieder auf. Weiterhin steht euch eine Sekundärwaffe in Form einer Granate zur Verfügung, die die Farbe in einem größeren Umkreis verspritzt. Zielen könnt ihr in „Splatoon 2“ übrigens auf zwei verschiedene Weisen: entweder nutzt ihr die klassische Steuerung mit dem rechten Stick oder ihr wählt die Bewegungssteuerung. Bei Letzterer müsst ihr dann den Controller bzw. die Switch(im Handheld-Modus) in die jeweilige Richtung bewegen, in die ihr schießen wollt.




Aioli, Elektrowelse & Limone?!?

 

 Neben den umfangriechen Onlineschlachten, auf die wir später zu sprechen kommen, ist natürlich auch eine Singleplayer-Kampagne Teil des Spiels. So bedrohen die bösen Okatarianer Inkopolis und haben sogar den bedeutenden Elektrowels entführt, der die Stadt mit Energie versorgt. Und als sei das nicht genug, ist auch noch Aioli verschwunden, eine der Anführerinnen der Sea Sirens. Als ihr auf deren Partnerin Limone trefft, ernennt sie euch prompt zur Nr.4 der Aquamarine und schickt euch auf die Suche nach Aioli und dem Wels. Klingt komisch? Ist es auch.

 

 Willkommen in Inkopolis!

 

 In Inkopolis angekommen werdet ihr zunächst einmal über die verschiedenen Örtlichkeiten informiert. So gibt es allerlei Shops in den Aquakaden, in denen ihr neue Waffen oder Klamotten kaufen könnt oder ihr besucht den Deka-Turm, der als Lobby für Multiplayer-Spiele dient. In der Inkcade habt ihr außerdem die Möglichkeit, lokale Spielrunden mit Freunden zu eröffnen. Über den Inkopolis-Platz kommt ihr außerdem auch in den Singleplayer-Part des Spiels, in dem es euch in den Okto-Canyon verschlägt. Dort gibt es fünf Zonen mit einer unterschiedlichen Anzahl an Levels und jeweils einem Bossgegner. In der jeweilige Zone muss man die Zugänge zu den Levels zunächst finden und eine bestimmte Anzahl an kleinen Elektrowelsen ergattern, um den Boss freizuschalten. Während der Levels schlagt ihr euch nicht nur mit Gegnern herum, sondern löst auch kleinere Sprungpassagen und sucht Boni wie Anchovis. Diese könnt ihr nachher in Verbindung mit den Fischeiern, die ähnlich wie die Münzen bei „Mario“-Spielen überall verteilt sind, zum Erwerb oder dem Aufbessern eurer Ausrüstung hernehmen. Stichwort „Ausrüstung“: zum Verschießen eurer Farbe habt ihr natürlich allerlei Möglichkeiten und Waffen. So gibt es neben doppelläufigen MGs auch die sogenannte Splatling-Waffe oder eine, einem Scharfschützen-Gewehr ähnelnde Waffe für Fernkampfspezialisten.




Ein Meer an Mitspielern!

 

 Neben dem Singleplayer-Teil, der euch sicherlich für einige Stunden beschäftigen wird, ist aber der Online-Part der Star des Spiels. Doch zunächst heißt es einmal: leveln, leveln und nochmals leveln! Denn erst ab Stufe 4 bekommt ihr Zugang zu den Shops bzw. könnt ihr dann erst euer hartverdientes Geld gegen coole Kleidung oder neue Waffen eintauschen. Um an Ranglistenspielen teilnehmen zu können, bedarf es sogar Level 10. Und je nach Talent des Spielers kann dies ein paar Stunden dauern. In den Standardkämpfen nehmt ihr an klassischen 4vs4-Gefechten teil, in denen es darum geht, welches Team mehr Boden der Arena mit seiner Farbe bedeckt hat. Hier gibt es nicht nur für das Abschießen der Gegner Punkte, sondern eben auch für die von euch eingefärbte Fläche. Sobald ihr Rang 10 erreicht und somit die Rangkämpfe freigeschalten habt, könnt ihr mit entsprechender guter Gesamtnote, B-, auch an den Ligakämpfen teilnehmen. Zum Start von „Splatoon 2“ soll auch endlich die Online-App der Nintendo Switch für euer Android- und iOS-Gerät erscheinen. Über diese und das sogenannte SplatNet2 könnt ihr dann mit Freunden per Voicechat sprechen und kommunizieren. Während unseres Test waren noch wenige Spieler unterwegs, daher dauerte es manchmal bis zu zwei Minuten bis ein Match endlich losgehen konnte. Schade ist hier, dass man nach einer gewissen Zeit komplett aus dem Raum geschmissen wird und die fehlenden Mitstreiter nicht durch KI-Bots aufgefüllt werden. Dies wurde aber von Tag zu Tag, den wir uns dem Release näherten, besser. Während der Matches gab es keinerlei Probleme mit Lags, Abstürzen oder Rucklern. „Splatoon 2“ läuft online einfach rund.

 

 Ein wunderschöner Tintenfisch!

 

 Offline wie online ist Nintendos Farbkleckserei eine runde Sache. Egal ob auf dem TV im heimischen Wohnzimmer oder im Handheld-Modus der Switch. Das Spiel glänzt mit seinen kräftigen Farben und dem tollen Effekt der verspritzten Tinte. Diese wirkt plastisch und ist dank Glitzereffekt auch echt sehenswert. Einzig und allein die Levels könnten von der optischen Gestaltung etwas kreativer sein. Zwar ist das Leveldesign an sich sehr gut, aber leider wirken manche der Welten trist und öde. Ebenso ist die Musik mal anstrengend quäkend, dann wieder elektronisch cool. Die Figuren sind mit dem Nintendo-typischen Gebrabbel vertont, was in einigen Momenten in der Betonung aber stark an Japanisch erinnert. Alles in allem ist „Splatoon 2“ vor allem dank seines gelungenen Artstyles aber ein echter Augenschmaus! Was im Test besonders auffiel, war der Batteriehunger des Spiels im mobilen Betrieb. Bei Onlinematches im Handheld-Modus war der Akkustand bereits nach 45 Minuten nur noch bei 40%. Es ist zu hoffen, dass Nintendo dies mit einem Patch nochmal nachbessern kann, denn gerade für den lokalen Modus mit mehreren gekoppelten Switch-Konsolen würde dies nicht für besonders langen Multiplayer-Spaß sorgen.



 

FAZIT: Ein neuer Monat, ein neuer Spiele-Hit für die Switch!

 

 Auch wenn aktuell abseits von Nintendos großen Spielen nicht gerade viel für die Switch erscheint, ist auf deren Eigenkreationen Verlass. So kann auch „Splatoon 2“ auf der ganzen Linie überzeugen und ist ein weiterer Kaufgrund für Nintendos aktuelle Plattform. Wie man es von dem Konzern aus Kyoto gewohnt ist, kann man dem Spiel auf der technischen Seite fast nichts ankreiden. Nur die kurze Akkulaufzeit im mobilen Betrieb bei Onlineduellen lässt zu wünschen übrig. Aber ansonsten bekommt man hier gewohnt hohe Nintendo-Qualität. Auch der Singleplayer-Modus ist eine schöne Ergänzung und macht euch mit den fordernden Levels fit für den Multiplayer-Teil von „Splatoon 2“. Dieser ist es letztlich auch, der wohl die Spielerinnen und Spieler am längsten an die Konsole fesseln wird. Habt ihr euch erst einmal bis Level 10 hochgekämpft und könnt endlich an den Rangkämpfen teilnehmen und euch mit anderen Spielern zu einem Team zusammenschließen, steht dem ultimativen Farbspaß wohl nichts mehr im Wege. „Splatoon 2“ gehört in jede Spielesammlung und ist ein weiteres Highlight für die Switch!