Injustice 2 [PS4]

Verfasst von Christian Suessmeier am 13.06.2017 um 10:23

 

Der Kampf der Titanen

 

 DC Comics ist ein US-amerikanisches Traditionsunternehmen, das bereits 1934 in New York gegründet wurde. Seither hat man sich zusammen mit Marvel Comics zu einem der wichtigsten Verlage der Welt gemausert und erweitert sein Universum neben Heftchen mit gezeichneten, bunten Bildern um Filme und Videospiele. Auch wenn es im Filmbusiness noch nicht so läuft wie bei Konkurrent Marvel, hat man Marken wie „Batman“ schon mehr als erfolgreich auf Konsolen, PCs und Handhelds umgesetzt.In „Injustice: Gods Among Us“ steckte man im Jahr 2013 schließlich alles was Rang und Namen in deren Superhelden-Universum hat, in einen Topf und garnierte es mit dem Grundgerüst von „Mortal Kombat“. Heraus kam ein ordentliches Prügelspiel, welches vor allem dank seines Fanservices und den verrückten Spezialattacken einen Blick wert war. Vier Jahre später, und fast pünktlich zum Release des neuen „Wonder Woman“-Films in den Kinos, erscheint nun „Injustice 2“. Was NetherRealms Fighting-Game alles kann, lest ihr in den folgenden Zeilen.

 

 Batman v Superman

 

 Nach den Ereignissen von Teil 1, in dem Superman die Welt unter seine Fittiche bringen wollte, war Batman für dessen Inhaftierung verantwortlich. In einer Zelle fristet der ehemalige Held von Krypton nun also sein Dasein und wartet auf die baldige Erlösung. Doch schon wieder naht Gefahr für die Erde und ihre Bevölkerung durch einen Angriff der Superschurken-Truppe The Society und der außerirdischen Gefahr Brainiac. Der Dunkle Ritter fast daraufhin die Entscheidung, Superman zu befreien um gemeinsam mit ihm und anderen Helden gegen die Bedrohung anzukämpfen.Auch wenn man bei Fighting-Games nicht immer unbedingt auf eine Story angewiesen ist, kann diese in "Injustice 2" ganz gut als Bindemittel zwischen den einzelnen Kämpfen im Story-Modus dienen und unterhält für die fünf bis sechs Stunden der Kampagne ziemlich gut. Vergleicht man sie mit einer Totalpleite wie dem Kinofilm "Suicide Squad" hat sie fast Blockbuster-Niveau.

 

 

"Mortal Kombat" lässt grüßen!

 

 Mit den neuesten Teilen der berüchtigten "Mortal Kombat"-Reihe konnten die NetherRealm Studios einige Erfolge feiern und daher bedient man sich beim Superhelden-Prügler bei der gleichen bzw. einer sehr ähnlichen Spielstruktur und Steuerung. So habt ihr drei Tasten für schwache, mittlere und starke Angriffe, eine weitere ist für charakterspezifische Spezialattacken reserviert. Und genau diese machen den Unterschied in den Kämpfen. Da diese teilweise auch gut getimte Aktionen von euch verlangen, sollte man sich wie in jedem anderem Beat'em Up auf einige wenige Charaktere konzentrieren, deren Move-Repertoire man anschließend in- und auswendig lernt. Besonders die individuellen Spezialangriffe eurer Kämpferinnen und Kämpfer sind eine Augenweide und immer auf die jeweilige Figur zugeschnitten. So prügelt euch Flash in Windeseile durch die Weltgeschichte, während euch Catwoman mit dem Mototrrad überfährt. So spaßig diese Attacken auch sind, leider hat man sich irgendwann an ihnen satt gesehen. Weiterhin gibt es die, auch schon aus Teil 1 bekannte Spezialleiste, die sich am unteren Bildschirmrand mit Dauer des Kampfes auffüllt. Das sogenannte Supermeter kann man für mächtigere Spezialattacken einsetzen oder quasi als "Wetteinsatz" hernehmen, in der der jeweilige Einsatz des Kämpfers über Erfolg und Misserfolg des Angriffs entscheidet.

 

 Das Beste von DC

 

 Bereits in Teil 1 konnte man mit den besten und größten DC Comics-Helden kämpfen und sich so an, aus Sicht der Comicfans, oft gewünschten Kämpfen ergötzen. Auch in der Fortsetzung habt ihr wieder die Qual der Wahl aus 27 unterschiedlichsten Kämpfern, die sowohl Berühmtheiten wie Batman, Superman oder Harley Quinn aber auch eher Nischenhelden wie Black Canary, Blue Beetle oder Gorilla Grodd umfassen.Dank kommender DLCs wird es aber noch mindestens zehn weitere Figuren im Laufe der nächsten Monate geben, so dass spätestens dann jeder seinen liebsten DC-Charakter im Spiel vertreten kann. Tritt jeder Kämpfer zu Beginn noch in klassischen oder aktuellen Kostümen an, kann man weitere Ausrüstungsgegenstände sowohl für die Optik aber auch für bessere Fähigkeiten freispielen.

 

 

Auch auf die inneren Werte kommt es an!

 

 Denn so bekommt ihr vor allem im neuen Multiversum-Modus viele spannende Belohnungen für erfolgreiche Kämpfe. Diese gehen von eher kosmetischen Verbesserungen wie neuen Kostümen, Stiefeln oder Masken bis hin zu Ausrüstungsgegenständen, die auch eure Kampfwerte verbessern. So erlangt ihr zum Beispiel nicht nur eine bestimmte Immunität, sondern werdet auch schneller im Kampf. Achtung: Besonders im Onlinemodus kann dies zu einem erheblichen Ungleichgewicht zwischen den Kämpfern führen. Glücklicherweise kann man das Feature aber auch abstellen, so dass es wieder auf die individuellen Fertigkeiten der Wettstreiter ankommt.Im Multiversum-Modus selber stellt euch das Spiel vor verschiedene Events und Kämpfe unter bestimmten Bedingungen. Neben den Ausrüstungsgegenständen kann es für erfolgreiches Absolvieren auch Ingame-Währung und Motherboxen geben. Letztere enthalten meist Items aber eben auch das begehrte Geld. Gerade wenn man bereits den Story-Modus hinter sich gebracht hat, wirkt das Freispielen der unterschiedlichen Objekte sehr motivierend.

 

 Doch schließlich kommt es doch auf das Äußerste an!

 

 Wirkte der erste Teil von "Injustice" teils noch etwas arg steif und dem Stil von "Mortal Kombat" sehr ähnlich, steckte man beim Entwickler einiges an Arbeit in die optische Präsentation. Das fällt nicht nur generell beim Charakterdesign der Figuren auf, sondern vor allem bei den großartigen Gesichtsanimationen. Diese wirken in der ein oder anderen Szene wirklich fast realistisch und zeigen, wie diese im Jahr 2017 in einem Videospiel auszusehen haben.Dazu kommen detaillierte Figuren und einige sehr liebevoll gestaltete Hintergründe in den Stages. Von Letzteren dürfte es ruhig ein paar mehr geben, ideal wäre natürlich eine pro Kämpfer. Aber das schaffen andere Prügelspiele mittlerweile leider auch nicht mehr. Auch auf der musikalischen Seite ist nichts besonders Negatives aufgefallen. Einige Kampfmelodien sind episch, andere wiederum versinken zu sehr in den Kampfgeräuschen. Toll vertont sind dagegen die Kämpfer, die sich immer wieder passende Sprüche vor dem Kampf an den Kopf werfen. Das sorgt für den ein oder anderen Lacher.

 

 

FAZIT: "Injustice 2" setzt die Schrauben an den richtigen Stellen an

 

 Bei der Fortsetzung des Prügelspiels aus dem Jahr 2013 merkt man, dass die NetherRealm Studios ihre Hausaufgaben gemacht haben. Denn so verbesserte man nicht nur den sowieso schon vorbildlichen Umfang von "Injustice", auch technisch liefert man ein sehr solides Produkt ab. Nimmt man Details wie die großartigen Gesichtsanimationen heraus, muss man sogar fast von Referenzmaterial sprechen.Dennoch kann man das Kampfsystem immer noch durch wildes Knöpfedrücken überlisten, auch wenn einen die KI gerade auf den höheren Schwierigkeitsgraden gut fordert. Ebenso wirken die Figuren trotz Überarbeitung immer noch etwas zu steif und erinnern noch zu sehr an die "Mortal Kombat"-Figuren, die oft durch ein sehr starres Rückgrat auffallen. "Injustice 2" wird aber definitiv seine Fans finden und ist für viele Stunden voller Spielspaß ein Garant. Neben der tollen Kampagne wird man vor allem einige Zeit im Multiversum verbringen und sei es nur für ein paar schickere Stiefel für Batman. Schon in der Grundausstattung weiß das Prügelspiel also zu gefallen und man muss nicht erst auf unzählige DLCs hoffen. Fans von Beat'em Ups sollten einen Blick riskieren, Comicliebhaber schlagen sowieso sofort zu.