Mario Kart 8 Deluxe [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 03.05.2017 um 20:33

 

Die Leidensgeschichte

 

Werden wir einmal persönlich: die „Mario Kart“-Reihe brachte schon immer viele Emotionen in mir hervor. Und diese waren hauptsächlich negativer Natur. Bei „Super Mario Kart“ auf dem SNES zerstörte ich meinen ersten Controller, da mir der Computergegner dermaßen auf die Nerven ging, dass es nicht mehr auszuhalten war. Deshalb mied ich den Teil für das N64 strikt und wurde erst wieder zu Zeiten des Game Boy Advance neugierig auf die Reihe. „Mario Kart Super Circuit“ konnte mich wieder einigermaßen versöhnen und auch der Teil für den DS brachte mich nicht zu Wutausbrüchen Marke „Super Mario Kart“. Doch dann kam „Mario Kart Wii“ und unendliche Multiplayer-Abende mit Freunden. Wie oft verfluchte ich die mir zugeteilten Items und wie oft freute ich mich über einen sichergeglaubten Sieg, nur um in letzter Sekunde von einem dieser ver******n blauen Panzer getroffen zu werden? Der Blutdruck stieg ins Unermessliche aber dank Handschlaufe der Wiimote konnte man den Controller nicht gegen die Zimmerwand schmeißen. Glück für meinen Geldbeutel! Aufgrund der Bedeutungslosigkeit der WiiU ließ ich persönlich „Mario Kart 8“ aus, hörte aber von Kollegen, die unzählige Stunden in das Spiel steckten, von der hohen Qualität des Spiels. Aber nun bin ich dank der Switch wieder zurück und freute mich wahnsinnig auf den Release der Deluxe-Version. Wie diese abschneidet und ob JoyCons während des Reviews zu Bruch gingen, lest ihr in unserem Test. 

 

Mario & Co. – Krieg auf der Rennstrecke

 

Schon seit dem ersten Teil auf dem SNES haben sich die Grundelemente von „Mario Kart“ nicht verändert. So wählt ihr aus einem von zig verschiedenen Nintendo-Charakteren und fantasievollen Strecken und begebt euch anschließend ins Renngeschehen. Dank einsammelbarer Gegenstände wie zielsuchender, roter Panzer, einem Unverwundbarkeitsstern oder einem Turbopilz könnt ihr euren Kontrahenten das Leben schwer machen und so zum Sieg fahren. Um noch schneller ins Ziel zu kommen, gibt es außerdem eine Driftfunktion, die euch bei gelungener Ausführung mit einem ordentlichen Geschwindigkeitsboost aus der Kurve herauskatapultiert. Seit einigen Teilen findet man außerdem immer wieder verschiedene Abkürzungen und Geheimwege auf der Strecke und kann so zur Not einige Plätze gut machen.

 

 

Ob alleine oder zu zweit – Spaß ist garantiert

 

Auch wenn „Mario Kart“ schon immer von den Mehrspielerduellen lebte, ist auch für Singleplayer einiges geboten. Neben gewohnten Modi wie Zeitfahren oder selbst zusammengestellten Rennen, sind natürlich die zwölf verschiedenen Cups mit ihren insgesamt 48 Strecken das Herzstück des Spiels. Hinzu kommen fünf verschiedene Schwierigkeitsgrade, die in Hubraumklassen unterteilt sind. Fährt man in der 50ccm-Stufe noch gemütlich den Gegnern davon und lacht über ihre hilflosen Angriffe per blauem Panzer oder tintenspritzendem Tintenfisch, muss man sich in den höheren Klassen konzentriert hinters Lenkrad klemmen und auch das Driften und die Beschleunigungsstreifen klug einsetzen. Habt ihr vom CPU-Gegner genug, könnt ihr euch jederzeit online mit anderen Spielern aus aller Welt duellieren. Dies funktionierte in unserem Test erstaunlich schnell und ohne Probleme. Auch die Rennen an sich waren frei von Lags oder ärgerlichen Rucklern.

 

Der Hauptgrund für beendete Freundschaften

 

So spaßig Rennen gegen andere Spieler sind, sehr viel wichtiger für unterhaltsame „Mario Kart 8 Deluxe“-Abende ist dann doch der Schlacht-Modus. Dieser ist in weitere fünf Disziplinen unterteilt. Neben dem etwas langweiligeren Bob-omb-Wurf oder dem Insignien-Diebstahl sind vor allem Münzenjäger(der Spieler mit den meisten Münzen gewinnt) und Räuber und Gendarm(ihr müsst entweder die Räuber fangen und in eine Zelle bringen oder vor der Polizei flüchten und Kollegen befreien) schon kleine Highlights in diesem Modus. Aber seien wir ehrlich: zu einem echten „Mario Kart“ gehört einfach die Ballonschlacht, in der jeder Fahrer fünf Ballons mit sich herumführt. Durch gegnerische Treffer verliert man einen davon, hat man keine mehr, ist die Niederlage unvermeidbar. Offline können so bis zu vier Spieler an einer Switch spielen, koppelt ihr zwei Switch-Konsolen können es bis zu acht Teilnehmer werden.

 

 

WiiU vs. Switch

 

Klären wir doch einmal, aus welchen Gründen man sich als Besitzer der WiiU-Fassung von „Mario Kart 8“ die Switch-Version kaufen sollte. Neben allen bisher erschienenen DLCs inklusive der dazugehörigen Strecken und Charaktere bekommt man eine technisch absolut saubere Präsentation in 1080p mit 60fps im TV-Modus. Im Handheldmodus wird die Auflösung auf 720p heruntergeschraubt, dennoch kann sich das Spielgeschehen immer noch sehen lassen. Abseits der technischen Verbesserungen enthält der Schlachtenmodus nun wieder die von früheren Serienteilen beliebten Arenen, so dass man sich nicht mehr auf den regulären Strecken duellieren muss, was teilweise zu einer ziemlich langweiligen Angelegenheit wurde. Die einzelnen Cups sind bei der Switch-Version bereits freigeschalten, einzig und allein die Karts und die Anbauteile sind durch Rennerfolge freischaltbar. Aber auch im Gameplay selbst verstecken sich so einige Neuerungen: neben zwei aufnehmbaren Items und der nicht mehr so starken Gummibandeffekte, hat Nintendo vor allem für jüngere Fans etwas zu bieten. Denn dank Schlausteuerung wird euer Kart auf der Strecke gehalten und so sind Ausflüge ins Grün kaum noch möglich. Das ist sicherlich kein Feature für Gamer, aber könnte so den Neueinstieg für Anfänger mehr als einfach machen.

 

TÜV bestanden

 

Schon im Vorfeld gab es erste Berichte, wie technisch sauber „Mario Kart 8 Deluxe“ auf der Switch läuft. Und auch nach einigen Teststunden können wir dies bestätigen. Denn neben der flüssigen Full HD-Optik, weiß das Spiel mit einem rundum runden Spielerlebnis zu begeistern. Seien es die farbenfrohen Strecken, die mit allerlei schönen Details aus der Nintendo-Welt glänzen oder die knackige Optik des Spiels, eigentlich kann man nicht Meckern. Auch die Menüs sind schön gestaltet und lassen sich auch im Handheld-Modus wunderbar bedienen. Geschmackssache ist sicherlich die Vertonung einiger Strecken, von Ohrwürmern über belanglose Dudelei war alles dabei, wirkte meist aber einfach sympathisch. Dank amiibo-Unterstützung könnt ihr mehrere Anbauteile und Karts freischalten, wer sich gerne in seinem Ruhm suhlt, kann sich besonders gelungene Rennen in den Replays von Mario Kart TV anschauen.

 

 

FAZIT: Es wird wohl nie einen besseren Funracer geben

 

Auch mit der Deluxe-Variante von „Mario Kart 8“ kann Nintendo vollkommen überzeugen. Ob sich ein Neukauf für Besitzer der WiiU-Fassung lohnt, müssen diese selber wissen, aber schon alleine der Fakt, dass man damit ein großartiges „Mario Kart“ für einen Handheld bekommt, sollte überzeugen. Optisch und technisch gibt es keinerlei Mängel oder Beschwerden, hier hat Nintendo wirklich ein Hochglanz-poliertes Produkt abgeliefert. Auch wenn man eher als Einzelspieler unterwegs ist, bietet „Mario Kart 8 Deluxe“ immer noch genügend Stoff, um sich Stunden lang zu beschäftigen und lässt so auch keinen Karrieremodus oder ähnliches vermissen. Der Multiplayermodus hingegen ist besonders für Abende voller Schadenfreude und nett gemeinter Boshaftigkeiten perfekt und wenn man mal keine Freunde zur Hand hat, geht man online auf Spielersuche. Um den Kreis zum Vorwort zu schließen: bei unserem Test gingen weder Switch noch JoyCon zu Bruch, allerdings möchte man manchmal aufgrund der Items, die man auf Platz 1 um die Ohren geschleudert bekommt, einfach nur laut schreien. Aber das gehört zum Spiel dazu und ist sicherlich einer der Gründe, warum „Mario Kart 8 Deluxe“ wohl der beste Serienteil ist und die Reihe an sich so schnell nicht von ihrem Thron gestoßen werden wird.

 






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