Mario Sports Superstars [N3DS]

Verfasst von Christian Suessmeier am 27.03.2017 um 18:27

 

Mario ganz sportlich

 

Auch wenn Mario eigentlich schon genug Bewegung bei dem ganzen Gelaufe und Gehüpfe durch zahlreiche seiner Spiele und der Rettung der Prinzessin hat, betätigt er sich in seiner Freizeit gerne auch als vielseitiger Sportler. Zunächst war er auf dem NES in "Tennis" nur als Schiedsrichter tätig, wurde mit der Zeit aber selber zum Sportler und spielt seitdem Golf und Fußball, fährt Kartrennen und misst sich mit seinem alten Erzfeind Sonic regelmäßig pünktlich zu den Olympischen Spielen in winter- und sommerlichen Disziplinen aller Art.

Diesmal sorgt Nintendo selbst für den sportlichen Zeitvertreib und schickt den Klempner samt seiner Freunde in "Mario Sports Superstars" für den 3DS in fünf verschiedenen Sportarten auf die Jagd nach dem goldenen Pokal. Ob das Spiel dabei auch tiefgründige Spielmechanik bietet oder nur locker-leichten Arcadespaß, klären wir in unserem Test.

 

Ball oder Huf?

 

Die fünf Disziplinen des Spiels bestehen dabei aus vier Ballsportarten, nämlich Fußball, Golf, Baseball und Tennis und einem Exoten, dem Reiten. Dabei habt ihr jeweils die Wahl, ob ihr ein einzelnes Match beziehungsweise Rennen bestreiten wollt oder euch gleich in einem Turnier mit euren Gegnern messt. Für die Einzelrennen und -spiele könnt ihr allerlei Einstellungen vornehmen, die von Spielzeit über aktivierte oder deaktivierte Spezialattacken bis hin zu unterschiedlichen Stadien reichen. Außerdem wählt ihr in jeder Disziplin natürlich euren Lieblingsspieler aus 18 Figuren aus, die jeweils unterschiedliche Fähigkeiten haben. Neben Mario, Peach und Yoshi sind auch Bowser oder Donkey Kong mit von der Partie.

Für absolvierte Spiele und Rennen bekommt ihr je nach Erfolg außerdem Münzen geschenkt, die ihr dann für virtuelle Sammelkartenpacks ausgeben könnt. Insgesamt gibt es circa 330 solcher Karten freizuspielen, doppelte Exemplare könnt ihr ab einer bestimmten Menge wieder in andere Kartenpacks eintauschen. Außerdem bietet das Spiel Support für die amiibo-Karten und hat so eine weitere, nette Spielerei mit an Bord.

 

 

"Elf Freunde müsst ihr sein"

 

Beginnen wir jedoch mit König Fußball, was als Disziplin in "Mario Sports Superstars" gleich deutlich macht, dass man hier ordentliche Unterhaltung bieten will. Denn hier wird klassisch 11 vs 11 gespielt und auch von schwindelerregenden Blutgrätschen will der Schiri hier nichts sehen. So wird hartes Spiel bestraft, es gibt Frei- und Eckstösse und auch mehrere Aufstellungen und Taktiken zum Besiegen des Gegners wollen eingestellt werden. Auch in Sachen Steuerung ist hier einiges an Möglichkeiten geboten. Wie bei den großen Brüdern von Konami und EA könnt ihr flache, hohe und sogar tödliche Pässe auf eure Mitspieler verteilen.

Die Kraft der Schüsse auf das Tor wird per Tastendruck aufgeladen, blinkt der Ball könnt ihr sogar einen Spezialschuss auslösen. Dieser ist aber zum Glück kein Torgarant und kann pariert werden. Alles in allem wirkt das Fußball-Paket rund und sorgt für die ein oder andere unterhaltsame Partie.

 

"Baseball ist wie die Kirche. Viele gehen hin, wenige verstehen."

 

In Europa könnte Baseball nicht mehr Randsportart sein als sie es eh schon ist. In anderen Ländern wie Japan, Südkorea, Kuba oder natürlich den USA ist sie dagegen aus dem alltäglichen Sportgeschehen nicht mehr wegzudenken. Und bedenkt man wie komplex zum Beispiel Sonys "MLB The Show"-Serie ist, kann man Nintendo für die zwanglose und kurzweilige Umsetzung in "Mario Sports Superstars" nur danken.

So entscheidet ihr zwar bei Schlag und Wurf über Art und Position, das Werfen des Balls aus dem Feld zu den einzelnen Bases geschieht jedoch einigermaßen eigenständig. Hinzu kommt, dass eure Spieler nach einem erfolgreichen Schlag selbständig zur jeweiligen Base laufen. Ihr könnt aber darüber entschieden, ob sie das Risiko wagen sollen noch eine Base zu erreichen oder lieber stehen bleiben sollen. Beim Werfen und Schlagen kommt es natürlich auf ein gutes Timing an, auch auf die Ausdauer eures Werfers solltet ihr ein Auge haben. Wie schon beim Fußball gibt es nach einigen erfolgreichen Würfen beziehungsweise Schlägen die Möglichkeit, eine Spezialattacke auszulösen.

 

 

"Gut Holz!"

 

Im Golfen konnte Mario schon die ein oder andere Erfahrung sammeln, denn bereits zu Zeiten des Game Boys suchte er nach dem perfekten Schlag. Die Disziplin ist bei "Mario Sports Superstars" , wie auch schon die vorangegangenen Sportarten, gut umgesetzt und bietet einiges an Tiefgang. So kann man vor allem mit manuellen Schlägen noch den ein oder anderen Zentimeter gutmachen, auch die Windrichtung und das Gefälle des Geländes sollte beachtet werden.

Weiterhin habt ihr die Wahl aus verschiedenen Hölzern für die unterschiedlichsten Situationen, um die Schlagzahl möglichst gering zu halten. Die Kurse sind dabei schön und abwechslungsreich gestaltet, sogar das Wetter ist wechselhaft und bringt euch neben Sonnenschein auch Regen. Dank zahlreicher Kameraeinstellungen könnt ihr euren Schlag perfekt planen und so euer Handicap deutlich verbessern.

 

"I'll let the racket do the talking!"

 

Auch im Tennis durfte sich Mario schon einmal seine Sporen verdienen, kann also schon mit etwas Vorerfahrung in diese Matches gehen. Und das merkt man seiner und der Spielweise der anderen Charaktere deutlich an, denn diese Disziplin ist wohl die schnellste und arcadigste Sportart auf diesem 3DS-Modul. Das Spiel ist nämlich geprägt von schnellen Ballwechseln samt verrückter Spezialschläge. Zwar könnt ihr einen Stoppball oder einen Lob spielen, aber selbst diese jagen den Spieler von Eck zu Eck und können böse ins Auge gehen falls er diese richtig pariert.

Im Einzel oder Doppel ist außerdem die Platzwahl entscheidend, die Flugart und Spielbarkeit des Balles merklich beeinflussen kann.

 

 

"Das Glück der Erde liegt auf dem Rücken der Pferde!"

 

Die überraschendste Sportart bei "Mario Sports Superstars" ist sicherlich das Reiten und die damit verbundene Pferdestall-Simulation. Denn neben den zu absolvierenden Rundkursen samt Hindernissen, die ihr überspringen müsst, könnt ihr euer Pferd in schönster "Nintendogs"-Manier hegen und pflegen. So findet ihr auf einem vertrauensaufbauenden Ausritt immer wieder neue Goodies wie Zaumzeug oder Münzen, könnt euer Pferd aber auch sauber machen. Neben Gastpferden könnt ihr euch ein "Stammpferd" wählen, dessen Geschlecht, Aussehen und Namen ihr bestimmt.

Bei den Rennen selbst müsst ihr immer ein Auge auf eure Ausdauer haben, die ihr aber dank auf der Strecke verteilter Möhren auffüllen könnt. Außerdem sollte man die Sterne einsammeln, die einem einen zusätzlichen Boost verleihen, der über Sieg oder Niederlage entscheiden kann.

 

FAZIT: "Mario Sports Superstars" liefert keine Sportgeschichte ab, ist aber definitiv meisterlich

 

So überraschend die Ankündigung des 3DS-Spiels im vergangenen Herbst war, Nintendo hat es in der Zeit geschafft, einen absolut überzeugenden Titel zu produzieren. Neben den durchgängig unterhaltsamen Sportarten weiß auch die technische Seite zu gefallen. So ist die Grafik sehr hübsch, man spendierte sogar einen deutschen, sporadischen Kommentar und auch den 3D-Effekt des Handhelds hat man nicht vergessen. Top! Ganz viel Liebe steckte man auch in Kleinigkeiten wie der Bandenwerbung im Fußball. Achtet mal darauf!

Kritisieren kann man höchstens, dass die Gegner auf dem hohen Schwierigkeitsgrad manchmal unverschämt gut spielen und man sich etwas benachteiligt fühlt. Anders ist es in der leichtesten der drei Stufen, denn dort agieren eure Gegner eher wie Statisten. Ebenso ist es fraglich wie lange man den Titel spielen wird, da es außer drei unterschiedlichen Turnieren(die dem jeweiligen Schwierigkeitsgrad entsprechen) keine großen Extras mehr zum Freischalten gibt. Da hilft auch kein Sammelkartenalbum! Dafür kann man aber mit Freunden lokal oder über das Internet launige Matches erleben und so vielleicht noch die ein oder andere Stunde Spielspaß aus dem Titel herausholen.

Alles in allem ist "Mario Sports Superstars" eine gelungene Zusammenstellung, die immer wieder mal zu einer spaßigen Partie an Nintendos Handheld einladen wird. Und vielleicht kommt ja bei entsprechendem Erfolg auch ein Nachfolger oder gar eine umfangreichere Switch-Portierung.

 





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