Just Dance 2017 [Nintendo Switch]

Verfasst von Christian Suessmeier am 08.03.2017 um 19:15

 

Tanzen bis der Art kommt

 

Als die Bewegungssteuerung der Wii noch etwas ganz Neues und Spannendes war, entwickelte Ubisoft das Tanzspiel „Just Dance“ exklusiv für Nintendos Erfolgskonsole. Lustigerweise basiert dieses auf einem Minispiel in „Rayman Raving Rabbids: TV Party“, das ein Jahr zuvor auf der gleichen Hardware erschienen war und in dem man die Bewegungen der Hasen mit Nunchuk und Wiimote nachahmen musste. Der Rest ist eine echte Erfolgsgeschichte, denn seitdem gibt es nicht nur jährliche Ableger von „Just Dance“, sondern auch einen eigenen Onlinedienst. Bei diesem hat man durch eine monatliche Gebühr Zugriff auf hunderte von Songs aus allen Dekaden zu denen man das Tanzbein schwingen kann. So wurde aus dem einst Wii-exklusiven Spiel mittlerweile eine der wichtigsten Marken für Ubisoft und neben Umsetzungen für alle aktuellen Konsolen erscheinen auch Versionen für iOS- und Androidgeräte. Selbst die altehrwürdige Wii bekam im Oktober den aktuellen Ableger „Just Dance 2017“ spendiert. Zum Start der Switch gibt es auch eine Fassung für Nintendos neuste Hardware und dank Bewegungserkennung der JoyCons sollte dies also eine fast perfekte Grundlage für „Just Dance 2017“ bieten. Ob das so ist, klären wir in unserem Test.

 

I wanna dance with somebody

 

In „Just Dance 2017“ habt ihr in Sachen Modi die Qual der Wahl. Neben dem regulären Just Dance-Modus, in dem ihr eure Songs frei nach Geschmack auswählen könnt, gibt es für Einzelspieler auch noch den Just Dance Machine-Mode. Dieser lässt euch mit einer kleinen, sehr skurrilen Rahmenhandlung durch mehrere Songs tanzen, damit ihr Energie für das Raumschiff von Außerirdischen sammeln könnt. In der Dance Quest durchtanzt ihr drei Songs hintereinander und werdet anschließend bewertet. Je nach Ausführung und der Perfektion eurer Tanzmoves gibt es hier eine Bewertung und eine Belohnung in Form von Pokalen und weiteren Quests zum Freischalten. Wer es gerne etwas sportlicher mag, sollte sich einmal Sweat + Playlist anschauen, denn in diesem Modus verbrennt man eine vorgegebene Anzahl an Kalorien in einer bestimmten, selbst festgelegten Reihenfolge von Songs. Durch absolvierte Lieder in den einzelnen Modi erlangt ihr außerdem Erfahrungspunkte und Ingame-Währung. Mit jedem Levelaufstieg schaltet ihr neue Avatare für euer Tänzerprofil frei, mit der Währung kauft ihr weitere Songs für eure Playlist.

 

 

Tanz mit meiner rechten Hand

 

Greifen die aktuelle PS4- und Xbox One-Version von „Just Dance“ auf die jeweilige Kamera des Systems beziehungsweise Kinect zurück, basiert die Switch-Version vollständig auf der Bedienung mit den JoyCons. So ist für euch als Einzelspieler nur der rechte JoyCon in einer senkrechten Haltung interessant. Mit diesem steuert ihr durch die Menüs und vollführt letztlich auch die Tanzmoves. Die rechte Hand des Vortänzers auf dem Bildschirm ist dabei besonders gekennzeichnet, um euch eine bessere Orientierung zu geben welche Bewegung nun nötig ist. Außerdem erscheinen am rechten unteren Bildschirmrand immer die nächsten Tanzbewegungen so dass ihr euch optimal auf die nächsten Moves einstellen könnt. Dank der Bewegungssensoren des JoyCons klappt die Erkennung der nötigen Tanzschritte relativ gut, jedoch kann man seine Bewegungen auch nur komplett auf die rechte Hand beschränken. Auch so kann man Songs relativ erfolgreich absolvieren, wird aber natürlich nicht dem Spielkonzept gerecht. Eine Option mit gleichzeitiger Nutzung der JoyCons gibt es für Einzelspieler nicht. 

 

Tanzen bis die Hütte brennt

 

Eines muss man „Just Dance 2017“ lassen: die Optik ist verdammt funky! Neben den knallbunten, anfangs etwas unübersichtlich strukturierten Menüs macht sich das vor allem während der Songs bemerkbar. Was Ubisoft hier abfeuert, sucht seines gleichen und ist wohl bunter als ein japanischer Süßigkeitenladen an Weihnachten. Hin und wieder ist aber dann doch etwas zu viel auf dem Bildschirm los, so dass man die Übersicht und vor allem die zu bewegende Hand aus dem Blick verliert. Dennoch kann man den Entwickler für die kreativen Videoclips loben und dass dieser dabei immer etwas auf die Thematik des Songs geachtet hat. Apropos Songs. Insgesamt könnt ihr aus über 40 Liedern wählen, die Liste wird noch durch Just Dance Unlimited um weitere 200 Songs erweitert. Allerdings ist dieser Onlinemodus nach den ersten 90 Tagen nur noch kostenpflichtig nutzbar. Die Songauswahl reicht dabei von Klassikern aus den 1980ern über Eurodance von 2Unlimited bis hin zu Hits von heute von Katy Perry oder Lady Gaga. Die 40 Standardsongs sind jedoch eher etwas für Kenner der modernen Tanzmusik. Chartfremde Menschen können über die Songauswahl nur staunen und werden vermutlich nur wenig damit anfangen können. Ob es hierfür in Zukunft DLCs und in welchem Umfang geben wird, ist noch nicht bekannt.

 

 

Tanzen weltweit

 

Im Gegensatz zu PS4 und Xbox One hat die Nintendo Switch-Version von „Just Dance 2017“ im Onlinesektor leider etwas abspecken müssen. So könnt ihr euch zwar immer noch mit anderen Spielern weltweit gleichzeitig messen und eure Bestleistungen vergleichen, dennoch fallen vor allem die Modi weg, die eine Kamera beziehungsweise Kinect benötigen. In unserem Test funktionierte das Onlinespiel recht gut, oft waren die Videoclips zu Beginn jedoch noch etwas unscharf. Auch die Spieleranzahl auf der Switch hält sich (noch) in Grenzen.

 

FAZIT: Spaßiges Tanzvergnügen mit mauer Songauswahl

 

„Just Dance 2017“ kann auch Bewegungsmuffeln Spaß machen, die sich normalerweise schon bei einer Drehung die Beine brechen würden. So ist der Einstieg für Neulinge zwar relativ schwierig und hängt dabei auch stark von dem gewählten Song ab, jedoch wird man von mal zu mal besser und letztlich packt einen dann doch das Highscore-Fieber und man will seinen vorherigen Punkterekord noch einmal überbieten. So zieht dann die ein oder andere Stunde ins Land... Negativ fiel aber auf, dass einige Bewegungen auch als Perfekt oder Gut gezählt werden, obwohl man eine komplett andere Bewegung ausgeführt hat. Manchmal ist aber auch das genaue Gegenteil der Fall und exakte Moves werden nicht als solche erkannt. Hier sollte man bei einer Fortsetzung noch einmal nachbessern. Der größte Minuspunkt ist aber die Songauswahl, die doch stark geschmacksabhängig ist. So wären einige weitere Klassiker und eine breitere Auswahl an Genres sicherlich nicht verkehrt gewesen, denn nicht jeder kennt Era Istrefi oder Silentó. Letztlich ist „Just Dance 2017“ ein gutes Spiel, welches Tanz- und Musikfans für einige Stunden gut unterhalten wird. Vor allem mit Freunden wird das Spiel ganz schnell zum Stimmungsmacher! Gehen euch übrigens mal die JoyCons aus, könnt ihr das Spiel auch per Smartphone und passender iOS- oder Androidapp steuern.

 






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