Batman: The Telltale Series - Episode 5 [PS4]

Verfasst von Playzocker am 23.12.2016 um 08:41

 

Wichtiger Hinweis: Wie gewohnt ist unser Review zu dieser Episode absolut spoilerfrei und nimmt keine wichtigen Details aus der Handlung der aktuellen Folge vorweg. Der Text enthält allerdings Spoiler zu den bisherigen Episoden der Reihe sodass wir empfehlen, diese zuerst zu spielen.

 

Last But Not Least

 

Im Laufe der vergangenen Monate hat Telltale Bruce Wayne und Batman vor einige Probleme gestellt, die sowohl superheldentypischer als auch emotionaler Natur waren. Mit großartig gezeichneten Charakteren und gut geschriebenen Dialogen boten die bisherigen Episoden spannende Auseinandersetzungen, hatten gelegentlich aber auch einzelne Längen und vor allem Episode 3 war als Mittelstück zwischen den beiden Haupthandlungssträngen der Serie etwas enttäuschend. Telltale hat sich viel für die fünfte und letzte Episode „City of Light“ aufgehoben und in unserem Review zum Finale klären wir nun, ob sich diese digitale Reise nach Gotham City tatsächlich gelohnt hat.

 

Don’t Look Back

 

Die Geschichte der Familie Wayne war seit Beginn der Serie ein zentrales Thema von „Batman – A Telltale Series“ und Fans des Caped Crusader können sich auf einen interessanten Abschluss des Handlungsstrangs freuen. Generell merkt man bei „City of Light“ deutlich, dass Telltale alle wichtigen Stories der letzten Episoden noch einmal aufgreifen und zu einem Abschluss bringen wollte, was allerdings nicht in jedem Fall notwendig war. Das betrifft vor allem den kurzen Auftritt von Selina Kyle, auf den man im Kontext der Episode – und auch gemessen daran, dass ihre Geschichte bereits in der vierten Episode abgeschlossen wurde – verzichten hätte können. Das Erzähltempo der Episode wirkt leider zudem nicht allzu ausgereift, da die Handlung immer wieder von weniger interessanten Szenen aufgehalten wird. Vor allem die Ermittlung in Bruce Waynes Villa fällt da deutlich auf, da sie den Spieler einige Minuten lang beschäftigt aber letztendlich keine neuen Erkenntnisse liefert. Dabei handelt es sich allerdings glücklicherweise (fast) um einen Einzelfall. Die weiteren Ermittlungsszenen sind interessant und lassen sowohl Batman als auch den Spieler neue Informationen über die Charaktere und Handlungen gewinnen. Der Abschluss der Haupthandlung rund um die Children of Arkham und Lady Arkham ist hervorragend, mit einer besonders geschickten und hochgradig interessanten Entscheidung mitten im actionreichen Finale. Auch der Abschluss der Geschichte rund um Penguin ist sehr gut gelungen.


 

Zum Abschied sag‘ ich leise…

 

Das Ende der Episode kann allerdings leider nicht überzeugen. Nach dem Finale tritt Bruce Wayne noch einmal vor die Presse und schließt in einer sehr guten Szene einen weiteren wichtigen Handlungsstrang ab. Was danach kommt ist allerdings eine absolut aufgesetzte und fast schon verzweifelt wirkende Überleitung zur wahrscheinlich geplanten zweiten Staffel, die den Zuschauer mit einem extrem klischeehaften und billigen Cliffhanger zurücklässt. Telltale hätte sich und der Serie einen Gefallen getan, hätten sie darauf verzichtet. Im Endeffekt stehen diese Kritikpunkte aber dennoch im Schatten der vielen hervorragenden Szenen, Charaktere und Ereignisse der Staffel, sodass sich „Batman“-Fans auf eine Fortsetzung der düsteren und emotionalen Saga von Telltale freuen können. In technischer Hinsicht hat sich Telltale im Laufe der fünf Episoden allerdings leider nicht verbessert – ganz im Gegenteil. Derart eklatante technische Probleme sind uns bislang noch bei keiner einzigen Serie von Telltale aufgefallen. Die Mankos beginnen bei starken, auffälligen und störenden Ruckeleinlagen sogar in ruhigen Szenen und endeten bei uns mit einem unfreiwillig komischen Grafikfehler in der Arkham Asylum Szene, bei der in bester „Assassin’s Creed Unity“-Manier lediglich einzelne Bauteile wie z.B. die Augen eines Insassen zu sehen waren und dessen Körper komplett gefehlt hat.

 

Fazit: Durchwachsener Abschluss einer großartigen Serie

 

„Batman – A Telltale Series“ war eine emotionale Achterbahnfahrt, in der sowohl Bruce Wayne als auch Batman und zahlreiche andere bekannte Charaktere aus Gotham City einiges durchmachen mussten. Das amerikanische Studio lieferte eine düstere, erwachsene und zum Teil ungemütlich brutale Version des Caped Crusader, die kaum etwas mit dessen aktuellen Filmauftritten gemeinsam hat. Und das ist die wohl größte Stärke der Serie. „Batman – A Telltale Series“ ist spannend, hervorragend geschrieben und bis auf vereinzelte Längen sehr gut inszeniert. Mit der nun vorliegenden fünften – und vorläufig letzten – Episode werden nahezu alle offenen Fragen beantwortet, ein völlig deplatzierter und klischeehafter Cliffhanger arbeitet in den letzten Sekunden der Episode allerdings bereits auf die Fortsetzung hin. Leider waren die technischen Probleme diesmal zumindest bei unserem Test auf der PlayStation 4 wesentlich schwerwiegender als jemals zuvor, den Spaß an der spannenden Geschichte sollte man sich davon allerdings auf keinen Fall nehmen lassen.