Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2 [Xbox One]

Verfasst von Playzocker am 03.03.2016 um 10:01

 

Carrot Juice is Murder!

 

Was schenkt man dem, der schon alles hat? Und mit alles meinen wir in diesem Fall „Plants vs. Zombies – Garden Warfare“, den wohl abgedrehtesten Shooter aller Zeiten. Vor allem, weil dieser eigentlich kein Shooter war. Ursprünglich. Drehen wir kurz unsere geistigen Uhren zurück auf das Jahr 2009. PopCap Games veröffentlicht „Pflanzen gegen Zombies“ für Mobilgeräte und schafft damit einen Kulthit. Das Tower Defense Spiel baute sich durch seinen Humor und durch sein unkonventionelles Team-Up von Pflanzen und Zombies schnell eine Fangemeinde auf – Portierungen des Handyspiels für unter anderem die PlayStation 3, die Xbox 360, den Nintendo 3DS und den PC folgten. Aufgrund des Erfolgs war mit einem Sequel fix zu rechnen – damit, wie dieses letztendlich aussehen würde, hatte aber vermutlich niemand gerechnet. PopCap Games verwandelte das strategische Tower Defense Spiel in einen reinrassigen 3D Shooter, der zwar noch vereinzelte taktische Komponenten aufweist aber dennoch in erster Linie Spaß machen soll. Und das hat funktioniert – „Plants vs. Zombies – Garden Warfare“ entwickelte sich binnen kürzester Zeit zu einem Kultspiel und kann seine Fans bis heute fesseln. Aufgrund des großen Erfolgs behielt die Fortsetzung diesen Stil bei. „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ ist vor wenigen Tagen erschienen und wir haben uns auf der Xbox One für euch in die Schlacht gestürzt um der Frage nachzugehen, ob man dieses Spiel gut gießen oder doch besser gleich ertränken sollte.

 

Weißt du schon, was wir morgen Abend machen?

 

„Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ bietet einige Ähnlichkeiten mit seinem Vorgänger. So setzt auch dieses Spiel eine permanente Internetverbindung voraus – selbst, wenn man nur im Einzelspielermodus unterwegs ist. Das Sticker-System des ersten Teils (zumindest zum Testzeitpunkt ohne etwaige Mikrotransaktionen) wurde ebenfalls beibehalten, wie im Übrigen der Großteil des grundlegenden Gameplays. Man merkt, dass PopCap Games nicht bemüht war, die PvZ-Formel zu revolutionieren, sondern diese zu optimieren. Was beim ersten Teil bereits funktioniert hat wurde übernommen, alles andere korrigiert und zu guter Letzt wurde das Spiel noch um eine Menge an Inhalt aufgestockt. Kein Wunder also, dass „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ nicht mehr als Budget-Titel sondern als Vollpreisspiel verkauft wird. Die erste Änderung am Spielprinzip dürfte euch sofort nach dem ersten Start auffallen: Im Gegensatz zum ersten Teil bietet „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ nämlich eine Hub-Welt.

 

 

Ich war noch niemals in New York

 

Ein Open-World-Titel wird das Spiel dadurch aber nicht, da die Map verhältnismäßig klein ist. Auf dieser findet ihr unter anderem die Basen der beiden Streitparteien, in denen ihr beispielsweise Charaktere auswählen, Stistiken einsehen sowie euch ins Multiplayer-Getümmel schmeißen könnt. Dies macht vor allem am Anfang deutlich mehr her, als sich einfach nur durch Menüs zu klicken. Glücklicherweise wurde auch an eine Fast Travel Funktion gedacht, über die man sich von jedem Punkt der Map in die eigene Basis zurückholen lassen kann. Das ist praktisch, da ihr Ko-Op und Multiplayer-Partien in der Basis starten könnt und euch auf diese Art zahlreiche Fußmärsche ersparen werdet. Außerdem verstecken sich auf dem Hinterhof-Kampfplatz, wie die Hub-Welt im Spiel genannt wird, einige Kisten an denen ihr eure verdiente Spielwertung in bare Ausrüstungsgegenstände und andere Goodies verwandeln könnt. Einer der interessantesten Teile von „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ ist allerdings die Kampfzone in der Mitte dieser Map, in der ihr gegen immer stärker werdende Horden von Gegnern antreten und somit auch abseits der Matches und Quests trainieren könnt. Außerdem fungiert der Hinterhof-Kampfplatz auch als Lobby, in die ihr eure Freunde einladen könnt. Anders als im Vorgänger sind diesmal auch private Matches mit bis zu vier Spielern und eigenen Regeln möglich.

 

Ego-Shooter

 

Wer lieber alleine zockt bekommt in „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ wesentlich mehr zu tun als im Vorgänger. Zwar liegt der Fokus auch dieses Mal auf den Mehrspieler-Matches, zusätzlich können aber auch alle Modi alleine gespielt werden. Nicht nur das, ihr könnt euch sogar mit dem Erfüllen von kleineren Quests etwas dazu verdienen – sowohl in Sachen Spielwährung, als auch in Sachen Erfahrungspunkte. Eine vollwertige Single Player Kampagne wird man allerdings vergeblich suchen. Eine nennenswerte Hintergrundgeschichte bietet das Spiel nicht, zudem sind die Missionen weitestgehend einfach und wenig anspruchsvoll gestaltet worden. Die simplen Missionsziele beschränken sich dabei beispielsweise auf das Angreifen bzw. Verteidigen bestimmter Punkte oder das Töten eines bestimmten Gegners. Zudem wiederholen sich die Aufgaben recht oft. Für sich alleine genommen würde dieser Modus sicherlich kaum Langzeitmotivation liefern. Dass dem allerdings trotzdem so ist verdankt das Spiel seinem großartigen Level-System. Nicht nur, dass man durch das Spielgeld sein Arsenal bzw. Team erweitern kann, bringt ein höherer Level weitere Boni mit sich, die ihr erst nach zahlreichen Spielstunden euer Eigen nennen können werdet. Diese Ziele zu erreichen ist bereits Motivation genug, um den Controller nicht mehr aus der Hand zu legen.

 

 

Einer für alle! Alle für einen!

 

„Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ überzeugt mit einem hervorragenden Horde-Modus, den man sowohl im Ko-Op mit Freunden als auch alleine spielen kann. Gartenkommando ist dabei bereits aus dem Vorgänger bekannt, wurde nun allerdings mit dem passenden Gegenstück Friedhofskommando ergänzt. Je nachdem, ob ihr euch auf die Seite der Pflanzen oder der Zombies schlägt müsst ihr euren Garten respektive einen Grabstein vor insgesamt zehn Angriffswellen der Feinde beschützen. In diesem Modus kommt das Spiel seinen Tower Defense Wurzeln noch am nächsten, wenngleich die quirlige und kunterbunte Schießerei mindestens genau so viel Spaß macht wie der Klassiker. Wer alleine in die Schlacht zieht hat die Möglichkeit, kleinere Pflänzchen zu züchten oder sich Verstärkung durch Bots zu holen, deren Steuerung eine gut agierende KI übernimmt. Allerdings habt ihr auch die Möglichkeit, zwischen den Charakteren zu wechseln um wortwörtlich selbst an allen Fronten zu kämpfen. Der Schwierigkeitsgrad in diesem Spielmodus wurde hervorragend balanciert und bietet euch nicht einfach nur immer mehr bzw. schwierigere Gegner, sondern lässt euch auch zwei Mal gegen besonders große Bosse antreten und streut zudem auch kreativere Runden wie beispielsweise die Verfolgung eines Yeti ein.

 

Gemüse gegen Gemüse

 

Das Herzstück des Spiels ist allerdings ohne Frage der Online Multiplayer. Sämtliche beliebte Mehrspieler-Modi aus dem Vorgänger kehren zurück, neue Spielmodi sucht man allerdings (noch?) vergeblich. Trotzdem machen die verschiedenen Matchtypen, die allesamt Abwandlungen gängiger Shoote-Modi darstellen, eine Menge Spaß. Zu verdanken haben sie dies vor allem den großartigen Charakteren und ihren gleichzeitig putzigen und vernichtenden Fähigkeiten. Die aus dem ersten Teil bekannten Charaktere kehren allesamt zurück, zusätzlich gesellen sich allerdings pro Fraktion och drei weitere Charaktere zum Roster hinzu. Man merkt beim Spielen von „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ deutlich, dass PopCap Games das Feedback zur Beta ernst genommen hat, da beispielsweise der unverhältnismäßig wuchtige Angriff des Zombiewickts etwas abgeschwächt wurde. Am Balancing wurde eindeutig gefeilt, wenngleich weiteres Feintuning in Form von Patches definitiv ebenfalls erfolgen wird. In unserem Praxistest zeigte sich deutlich, dass talentierte Spieler durch die Mischung aus Gemach-Angriffen und zielsuchenden Projektilen eine kaum zu stoppende Killermaschine aus Rosie machen konnten. Diese Unstimmigkeiten werden euch allerdings auch in der Release-Version des Spiels keinesfalls oft genug begegnen, um euch auch nur ansatzweise den Spaß am Spiel rauben zu können. Das größte Manko an „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ ist, dass das Spiel sowohl einen Splitscree Ko-Op Modus als auch einen Online Multiplayer bietet, aber keine Vernetzung dieser beiden – sprich: es ist nicht möglich, gemeinsam mit einem Freund von der selben Konsole aus im Splitscreen an Online-Matches teilzunehmen.

 

 

Im Dutzend modriger

 

Zum Launch des Spiels könnt ihr euch auf zwölf abwechslungsreich gestalteten Maps die Köpfe bzw. Blüten einschlagen und durchlöchern, der Umfang des Spiels wird in den kommenden Monaten aber definitiv noch wachsen. Dennoch ist „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ ein Spiel, dessen Umfang auch zum Release bereits überzeugen kann. Lange wird es nicht dauern, bis ihr zumindest auf einer handvoll Maps einige besondere Tricks gelernt habt und damit beginnen könnt, taktischer gegen eure Gegner vorzugehen. Außerdem sammelt ihr für die gängigen Erfolge – das Einnehmen der Missionspunkte, Ausschalten von Gegnern, etc. – Erfahrungspunkte, die euch Zugang zu neuen Gadgets ermöglichen können. Damit allerdings nicht genug. Wie viele andere Shooter auch bietet „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ ein Challenge-System, das euch mit besonderen Aufträgen versorgt, die es auf dem Schlachtfeld zu erledigen gilt. Das Spektrum diese Aufgaben variiert dabei stark – einmal gilt es, bestimmte Gegner zu erledigen oder die Spezialfähigkeiten einzelner Charaktere spielen zu lassen. Habt ihr eine Challenge erfüllt bekommt ihr dafür Sterne, mit denen ihr in der Hub-Welt Bonus-Kisten öffnen könnt. Geld zum Erwerb neuer Kartenpakete sammelt ihr natürlich ebenfalls. Durch die Vielzahl verschiedener Belohnungen und die Menge an freischaltbarer Goodies werdet ihr für viele Stunden den Controller förmlich nicht aus der Hand legen können, denn „ein Match spiele ich noch“ geht oft nahtlos in „ach, diese Belohnung hätte ich schon noch gerne“ über.

 

I made a funny!

 

Die größte Stärke von „Plants vs. Zombies – Garden Warfare“ war ohne Frage sein Humor. Das Spiel schaffte es, dem Spieler auf nahezu jeder Ebene ein Grinsen zu entlocken. Abgesehen von dem herrlich skurrilen Setting waren nicht nur die Charakterdesigns und individuellen Spezialangriffe absolut großartig, auch die Voice Samples und die Visualisierung des Spiels versetzte zu Spielbeginn in Staunen. „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ schafft es, diesen Stil fortzusetzen und auf diesem aufzubauen, ohne aber wie eine einfache Kopie dessen dazustehen. Die neuen Charaktere bringen eine Menge Spaß und sind gewohnt gut animiert, die abwechslungsreichen Maps liefern viele Details und sind schick anzusehen. Dennoch wird bei diesem Spiel deutlich, dass der Fokus der Entwickler auf dem Funfaktor und dazu passenden, comichaften und eher simplen Optik lag. Wenngleich sich „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ in unserem Test als visuell ansprechend präsentiert hat, sollte man hier kein Grafikwunder erwarten. Erfreulich war, dass die Server während unserem Test sehr stabil liefen und es zu keinen unangenehmen Zwischenfällen wie Spielabbrüchen oder plötzlichen Verbindungsverlusten kam.

 

 

Fazit: Übertrifft seinen Vorgänger in allen Belangen

 

PopCap Games liefert mit „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ eigentlich das perfekte Sequel. Alle Gameplay-Elemente, die dem Vorgänger zu seinem großen Erfolg und Kultstatus verholfen haben, wurden übernommen. Nicht nur das, wer den ersten Teil gespielt hat bekommt sogar noch Loyalitäts-Boni, abhängig vom Level eures Charakters. Auch wenn das Spiel seinen Vorgängern in vielen Punkten sehr ähnlich ist sind die Verbesserungen und Erweiterungen allgegenwärtig. Der grandiose Humor funktioniert nach wie vor, es gibt neue Charaktere, eine neue Hub-Welt, ein überarbeitetes Belohnungssystem und noch vieles mehr. Aufgrund des stark erweiterten Umfangs ist nachvollziehbar, dass dieses Spiel nicht mehr zum Budget-Preis vertrieben wird sondern zum Vollpreis. Wer den Vorgänger nicht gespielt hat bekommt mit „Plants vs. Zombies – Garden Warfare 2“ einen einzigartigen, unterhaltsamen Fun-Shooter. Wer hingegen den ersten Teil kennt wird sich einerseits sofort in dem Spiel zurecht finden aber andererseits auch genügend Neuerungen entdecken, die den Anschaffungspreis rechtfertigen.

 

 

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