ViENNALE 2009: VON MANDELBAUM ZU MORTON - Das Leben eines Schriftstellers

Verfasst von Richard Lammel am 05.10.2009 um 00:00


VON MANDELBAUM ZU MORTON - Das Leben eines österreichischen Schriftstellers
 
Geboren wurde Fritz Mandelbaum in Wien. Seine Kindheit verlebte er in Hernals, und die Realschule BRG 17 diente als Lernphase. Fritz, mitsamt seiner Familie, ging es nicht schlecht. Immerhin besaßen sie einige Häuser in der Thelemanngasse. Als Eisenwarenfabrikanten verdiente das Familienunternehmen seinen Lebensunterhalt. Als 1938 die Nazis nach Österreich einmarschierten, und unser Land an Deutschland angeschlossen wurde, musste die gesamte Familie 1939 erst nach England flüchten, um schlussendlich 1940 in New York anzukommen. Umgehend wandelte der Vater den Zunamen um, und aus Mandelbaum wurde Morton. Fritz, mittlerweile den Vornamen zu Frederic umfunktioniert, kam erst ab 1951 gelegentlich wieder in die alte Heimat zurück. Frederic Morton, der seine berufliche Laufbahn unter anderem bei der New York Times oder dem Magazin Enquire verbrachte, wurde in Folge zu einem angesehenen Publizisten. Werke wie DUNKLE LEIDENSCHAFTEN ( aus dem Amerikanischen übersetzt ), DIE ROTHSCHILDS, WETTERLEUCHTEN oder GESCHICHTEN AUS ZWEI WELTEN stammen aus seinem beruflichen Schaffen als Schriftsteller. Auszeichnungen, wie zum Beispiel das silberne Ehrenzeichen der Republik Österreich, von Thomas Klestil übergeben, folgten.

DURCH DIE WELT NACH HAUSE - MEIN LEBEN ZWISCHEN WIEN UND NEW YORK ( Autobiographie )

Schon der Titel des 2006 entstandenen Buches verrät den eigentlichen Inhalt. Andrea Eckert, die diese Geschichte zu einer berührenden Dokumentation umwandelt, begleitet Frederic Morton auf seinem Weg zurück, in die Vergangenheit. Sie besuchen die Thelemanngasse, in der die Familie eine Eisenwarenhandlung führten. Und die Kindheitserinnerungen, vor allem über seinem Großvater, werden detailgetreu und großartig erzählt, wiedergegeben. Für Schauspielerin und Dokumentarfilmerin Andrea Eckert war es primär von Bedeutung den Menschen Frederic Morton in den Vordergrund stellen. Einen Menschen, der in zwei Exilen lebt. In einer Geographischen und in einer Zeitlichen. Das reale Ich des Frederic Morton lebt noch immer als Fritz Mandelbaum in Wien der 30er Jahre.

Die ViENNALE Verantwortlichen freuen sich, die Dokumentation DURCH DIE WELT NACH HAUSE, als Weltpremiere ankündigen zu dürfen. Der Film wird am 25.10.09 um 21.00 Uhr im Künstlerhauskino, in Anwesenheit von Frederic Morton und Andrea Eckert, gezeigt. Zudem wünscht das ViENNALE Team dem Geburtstagskind Morton zu seinem 85er alles erdenklich Gute. Diesen Glückwünschen schließt sich natürlich das DVD-Forum.at Team in aller Form an.


Bild einer Auszeichnung von Frederic Morton mit Thomas Klestil:

BBildquelle: Wikipedia.org


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Quelle: ViENNALE