ViENNALE 2011 – Filmtipps / Teil 3
Mittlerweile haben wir fast die Mitte der ViENNALE 2011 erreicht. Und die erste Hälfte konnte sich wahrlich sehen lassen. Hier haben wir noch ein paar Highlights dieses Festivals für Euch parat. Natürlich handelt es sich wieder um subjektive Sichtweisen unserer Kritiker.
01. NADER UND SIMIN – Eine Trennung
Auffallend häufig stehen Kinder oder Jugendliche im Zentrum iranischer Filme. Vielleicht deshalb, weil sie mit ihrem unschuldigen, aber auch kritisch hinterfragendem Blick eine besondere Fähigkeit entwickeln, Verhältnisse zu durchleuchten. So sehen auch wir in NADER UND SIMIN eine Geschichte wie durch Kinderaugen und bemerken uns selbst als unvoreingenommene Beobachter eines facettenreichen und umfassenden Familiendramas. Asghar Farhadi schafft einen außergewöhnlich ehrlichen, parteilosen und authentischen Film, der viele Fragen über die israelische Gesellschaft, Menschlichkeit und Ethik beantwortet und noch mehr aufwirft und offen lässt. Ein zeitloses Werk.
02. MELANCHOLIA
MELANCHOLIA ist im Grunde ein weiterer Meilenstein in Lars von Triers bemerkenswerter Filmographie. Er blickt in optischer Schönheit, und gleichzeitig für ihn typischen Kameraeinstellungen, auf die Abgründe und Ängste ungleicher Charaktere. Seine Stilistik mag massetauglicher geworden sein. Seine „Sehnsucht nach dem Ende aller Dinge“ aber injiziert dem Betrachter Dinge in den Kopf, die man nicht so schnell wieder rausbekommt.
03. THE ARTIST
In den alten Zeiten besaß ein Kino- oder Theaterbesuch etwas Magisches. THE ARTIST lässt ein wenig erahnen welchen Stellenwert das Kino von einst hatte, und wie viel es einen bedeutete. Dank dieses Werkes wird diese Magie auch im Jahre 2011 verspürt. THE ARTIST ist der cineastische Höhepunkt für denjenigen, der diese Welt uneingeschränkt liebt. Der Film bietet witziges und trauriges, etwas fürs Herz und nicht weniger für die Lachmuskel. Und das ganz ohne Farbe, ohne Dialoge und ohne einer großen Leinwand. Wenn das keine Magie ist…
04. MARTHA MARCY MAY MARLENE
Dieser Thriller / Drama ist kein lauter Film. Er ist auch keiner indem die Gewalt vordergründig gezeigt wird. Vielmehr ist MARTHA MARCY MAY MARLENE einer jener Werke, die das Publikum fordert, und zum mitdenken anregt. Auch unterliegt es der eigenen Kreativität was ein jeder von uns selbst aus diesem, aus subjektiver Sicht, großartigen Film macht. Was von der Leinwand kommt sind vorrangig leise Töne. Was sich aber während dem Sehen in unseren Köpfen abspielt, ist sehr laut und immens präsent.
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