Visual Effects Supervisor John Nelson über die Entstehung von Duell der Magier

Verfasst von Playzocker am 02.12.2010 um 00:00



John Nelson ist einer der bekanntesten Visual Effects Experten in Hollywood. Er ist Mitglied der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und hat bei Blockbustern wie „Gladiator“, „Iron Man“ und anderen für bahnbrechende Visual Effects gesorgt. Im folgenden Interview beschreibt Nelson seine Arbeit, den Weg vom Gedanken zum Special Effect und gibt einen Einblick in die Entstehung des Disney-Films Duell der Magier (OT: „The Sorcerer’s Apprentice“)

Walt Disney Studios Home Entertainment veranstaltete zur nahenden DVD / Blu-ray Veröffentlichung des Films einen Virtual Round Table, an dem wir teilnehmen konnten. Im Folgenden präsentieren wir euch alle gestellten Fragen und die höchst interessanten Antworten von John Nelson. Viel Spaß beim Lesen!






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Können Sie uns den Entstehungsprozess eines Special Effect beschreiben – vom Gedanken bis zur fertigen Szene?

Zuerst wird der Gedanke in einer Logik gefasst, die für die Story des Films funktioniert. Dann wird der Look des Effekts gestaltet auf eine Art, die auch umsetzbar ist. Danach wird ein Budget für den Effekt erstellt, damit man sich diesen auch leisten kann. Im Anschluss werden Hintergründe und Schauspieler gefilmt, in der Post Produktion werden dann alle Elemente eingefügt, die nicht da waren, als du die Schauspieler gefilmt hast. Es ist ein langer Prozess, aber die Logik ist für jeden Effekt wichtig um zu funktionieren. Logik und Regeln machen die Welt, die du erschaffst, real. Denn egal, was du erschaffst, die Regeln müssen konsistent sein.

Was ist für Sie wichtiger? Für einen Preis nominiert zu werden oder Nummer 1 der Box Office zu sein?

Für mich ist es am wichtigsten, einen guten Film zu machen. Manchmal bedeutet das, dass die visuellen Effekte mehr im Hintergrund spielen müssen und manchmal mehr im Vordergrund. Das größte Kompliment, dass ich einem Film geben kann ist, dass es ein guter Film ist (gute Story und gute Charaktere) UND dass die visuellen Effekte gut waren. Preise sind nett, Box Office ist immer toll, weil du weißt, dass Leute den Film gesehen und er ihnen gefallen hat.

Welche Art der Special Effects bevorzugen Sie und warum – old school handgemachte Effekte oder CGI?

Ich bevorzuge es, die Techniken zu weit wie möglich zu vermischen. Die älteren Techniken sind toll, weil sie einfach und real sind. Normalerweise ist die beste VFX Lösung auch die einfachste. Wenn du eine echte Aufnahme in eine Reihe von CG Aufnahmen einbaust wird die echte Aufnahme die Sequenz real erscheinen lassen. CGI ist toll, weil nichts unmöglich ist. Visuelle Effekte werden verwendet, wenn etwas zu teuer, zu gefährlich oder gar unmöglich ist, auf eine andere Weise dargestellt zu werden. Wir komplettieren Ideen, die auf andere Weise nicht gezeigt werden könnten.

Sind Sie schon jemand über einen Effekt gestolpert, der mit der modernen VFX Technologie unmöglich umsetzbar gewesen wäre?

Nichts ist unmöglich, wenn man genügend Zeit und Geld hat. Die Frage, die wir uns immer stellen ist nicht, ob wir etwas tun können sondern warum wir es tun sollen und was es zur Geschichte, die wir erzählen wollen, beiträgt. Die Story und Charaktere zu unterstützen ist das Beste, das visuelle Effekte erreichen können – zusätzlich dazu, gut auszusehen.

Sie haben die visuellen Effekte für eine Menge bekannter Filme gemacht, inklusive „Gladiator“, „The Matrix“ und „Terminator 2“. Gab es einen Film, der für Sie besonders war und warum?

Bei jedem Film mussten die visuellen Effekte etwas liefern, das für das Erzählen der Story wichtig war. In „Gladiator“ mussten wir die Größe und Komplexität von Rom darstellen. In „Iron Man“ musste man glauben, dass ein 500 Kilo schwerer Metallanzug fliegen kann. In „Duell der Magier“ musste die Magie real erscheinen und auf der Realität der Geschichte basieren. Etwas, dass ich an meinem Job liebe ist, dass jeder Film unterschiedliche „unmögliche“ Probleme hat, für die ich Lösungen erschaffen kann.

Was denken Sie, wenn Sie visuelle Effekte von vor 10 oder 20 Jahren sehen?

Ich sehe, dass visuelle Effekte noch mehr in die Story eingebettet werden und dass Dinge noch realer erscheinen werden. Filme handelten immer schon von Menschen und Geschichten. VFX werden immer größere Stufen ermöglichen, auf denen diese Geschichten geplant werden können. Ich habe immer schon gefunden, dass VFX eine tolle Möglichkeit sind, die Vergangenheit (oder die Zukunft) zu erfahren. Auf ihre Art sind visuelle Effekte eine tolle Zeitmaschine um zu visualisieren, was wir in unserer Vorstellungskraft sehen.

Wie viel von Ihrer Inspiration für visuelle Effekte stammt von Erfindern wie N. Tesla?

Tesla war ein Mann, der aus der Zukunft gekommen zu sein schien. Wir haben sein Leben und seine Erfindungen betrachtet. Wir haben sogar auf der Straße gedreht, wo er sein Labor hatte. Die Story baut außerdem auf Arthur C. Clarke auf, der sagte „Jede ausreichend fortschrittliche Technologie ist von Magie nicht zu unterscheiden“

Sie haben an den Special Effects von “I, Robot” gearbeitet. Können Sie uns etwas darüber erzählen, wie man Dinge, die nicht menschlich sind – wie beispielsweise Roboter Sonny – menschlich(er) erscheinen lässt?

Ich jeder Story musst du versuchen, den Teil, den die VFX erreichen müssen mit der Art zu verbinden, die ein Mensch verstehen bzw. mit der er interagieren kann. Beit Sonny in „I, Robot“ musste man sehen, dass der Roboter denken und fühlen kann und das lag alles an seinen Augen und der Art, in der sie sich bewegten als er gesprochen und gedacht hat. In „Gladiator“ ging es darum, was ein Mensch, der das Kolosseum betritt sieht und erlebt. In „Duell der Magier“ wäre es, was ein Magier sieht, berührt und fühlt, wenn er Magie erzeugt. Bei Menschen dreht sich alles um die Augen, das Gesicht, die Hände und die Füße. Je mehr du zeigen kannst, desto mehr vermenschlichst du die Effekte.

Was sind die großen Unterschiede, Special Effects für Science Fiction und für Fantasy zu erzeugen?

Ich denke, für Science Fiction müssen die VFX realistischer sein, während man sich im Bereich der Fantasy vom Realismus entfernen kann um fantastische Ereignisse und Charaktere darzustellen.

Wenn ich das richtig verstehe ist der Prozess der Auswahl eines Visual Effects teams für einen Film anders als der für beispielsweise einen Regisseur. Können Sie das etwas näher beschreiben?

Regisseure sind die Erzähler der Geschichte und ich denke, dass diese basierend auf ihren Fähigkeiten, Geschichten zu erzählen, ausgewählt werden. Der Visual Effects Supervisor wird vom Regisseur ausgewählt, um aus seiner Vision unter Einsatz aller seiner kreativen und technischen Talente Realität werden zu lassen. Der VFX Supervisor bestimmt die Firmen, die die Effekte letztendlich umsetzen basierend auf deren Talent, Personal und Wunsch nach dem Projekt. Das Kreative muss immer in Kontrolle über das Technische sein. Es muss immer einen Grund geben, warum etwas gemacht wird. Es ist ein technischer bereich, aber es ist am effektivsten, wenn es einen kreativen Bedarf nährt auf eine besonders kreative Art und Weise.

Was wäre das erste, dass Sie jemandem raten, der Visual Effects studieren möchte?

Ich würde raten, Fotographie, Film, Schauspielerei (vor allem für Animatoren) und sich Film und Realität auf eine Art anzusehen die es ermöglicht zu sehen, was für die Zuseher und einen selbst am wichtigsten ist. Über allem steht: Wenn du Filme machen willst, dann mach filme. Das Equipment ist mittlerweile leistbar. Wenn du VFX machen willst, dann mache VFX mit den Möglichkeiten, die dir zur Verfügung stehen. Verfolge, was du faszinierend findest. Ich hatte Glück etwas gefunden zu haben, das ist liebe – und das ist jetzt mein Job.

Wie denken Sie, werden sich CGI Effekte in der Zukunft entwickeln/verbessern? Es ist klar, dass wir noch nicht alles gesehen haben, aber was sind Ihre Pläne und/oder Vorhersagen für das nächste Jahrzehnt?

Technologie und Kreativität werden sich immer weiterentwickeln um Geschichten zu zeigen, die noch realer wirken und faszinierende Dinge zeigen. Wenn du die Geschichte des Films von „King Kong“ zu „Avatar“ überblickst waren die besten Filme immer gute Stories hatten und gute visuelle Effekte, die uns etwas neues gezeigt und gleichzeitig geholfen haben, die Geschichten zu erzählen.

Denken Sie, dass es schwieriger ist, Effekte für fantastische Filme zu machen oder für welche, die in der Realität spielen?

Beides ist schwierig – aber aus anderen Gründen. Große VFX Filme müssen real sein aber auch fantastisch. Filme, die auf der Realität basieren mussten real sein und unsichtbare Effekte bieten. Das geht so weit, dass die Zuseher gar nicht erkennen, wobei es sich um VFX handelt. Jede Story verlangt Effekte, die Dinge zeigen, die der Zuschauer sehen soll. Die Intensität in der diese Effekte eingesetzt werden ist die Entscheidung des Regisseurs. Er oder sie verwendet Effekte als Werkzeug um seine oder ihre Vision umzusetzen.

Was würden Sie sagen ist die größte Herausforderung für einen Schauspieler in einem Film mit sehr vielen VFX?

Das Schwierigste muss sein, wenn ein Schauspieler allein vor einer Green Screen steht. Deswegen versuche ich, Reales neben den Schauspielern und neben der Kamera zu haben. Der Schauspieler verwendet diese Props um mit ihnen zu agieren und zu reagieren. Das Publikum ist ein Experte in Sachen Realismus und möchte von der Story, den Charakteren und wie geschickt die Filmemacher das Publikum erleben lassen, was die Charaktere durchmachen, begeistert werden.

Ich kann mir vorstellen, dass der Produktionsprozess eines Films mit so vielen VFX wie „Duell der Magier“ nicht zur langwierig, sondern auch stressig und „intensiv“ auf jede andere Art und Weise ist. Was war Ihr erster Gedanke als Sie gehört haben der Film sei fertig und wie fühlte es sich an, das fertige Produkt zum ersten Mal zu sehen?

Wir haben wirklich hart daran gearbeitet, alles was wir wollten in den Film zu bekommen und es war befriedigend, das finale Produkt zu sehen und wie alle Effekte in die Story gepasst haben. Wir haben fünf verschiedene VFX Anbieter verwendet und die Arbeit sieht aus wie eine einheitliche Vision. Als ich den fertigen Film gesehen habe war es das, worauf ich am meisten stolz war. Das Team, das wir hatten – von Jon Turteltaub und Jerry Bruckheimer zu allen VFX Anbietern und dem Filmschnitt (insbesondere Chris Capp!!) und die interne VFX Crew – gab niemals auf und versuchte immer, die Effekte noch besser zu machen. Ich denke, nachdem wir fertig waren sind alle nach Hause gegangen und haben eine Woche lang geschlafen!

Gab es konkrete Ideen, die direkt von Ihnen gekommen sind, wie beispielsweise „Geben wir den Schauspielern blaue Lampen in die Hände um die Plasma-Bälle zu simulieren“?

Ich wusste, dass wir eine interaktive Lichtquelle für die Magie benötigen. Ich wusste auch, dass die Schauspieler für etwas dankbar wären, mit dem sie arbeiten könnten. Echtes Licht auf die Schauspieler scheinen zu lassen sorgt dafür, dass sie besser aussehen und dass unser in der Post Production eingefügter Effekt besser passt. Ich habe mit den Beleuchtern (Tony Knocko, Anthony G. Nakonechnyj und Michael Gallart) daran gearbeitet, diese zu erzeugen. Sie haben kleine LED Lampen verwendet.

Neben den VFX gab es auch eine Menge Effekte wie Feuer oder Schauspieler auf Drahtseilen. Können Sie die Vorteile für den die Schauspieler, die Geschichte und den Film allgemein beschreiben, echte Effekte zu verwenden?

Der beste visuelle Effekt ist der, den das Publikum spürt aber nicht als visuellen Effekt wahrnimmt. Reale Elemente wie Feuer, Wind, Wasser oder Schwerkraft kennt der Zuschauer und kann daher einen Bezug zu ihnen aufbauen. Visuelle Effekte zu verwenden um dies zu vertiefen und zu erweitern ist eine tolle Art, die Effekte real und beeindruckend wirken zu lassen. Effekte müssen zuerst real wirken und erst dann beeindrucken. Wir verwenden praktische Effekte am Set, damit die Schauspieler etwas haben, mit dem sie interagieren können – selbst, wenn wir diese Elemente dann wieder ändern müssen, um die Geschichte zu intensivieren.

Was waren die größten Herausforderungen bei der Produktion dieses Films?

Die größte Herausforderung war, Magie zu kreieren, die realitätsnahe und glaubwürdig ist. Es wäre sicherlich leichter gewesen etwas zu erzeugen, das einfach nur groß und eyecandy wäre – aber etwas zu schaffen, das man glauben kann und das reale Elemente beinhaltet, die die Schauspieler berühren können und mit denen sie interagieren können war wesentlich schwieriger. Der Film verwendet VFX für Magie, die realistisch erscheint und die mit echten Elementen und den Darstellern interagiert. Es passt alles zusammen, unterstützt die Story und hat eine reale Komponente, wie wir alle wollten.

Während der Produktion von „Duell der Magier“, welche SFX Szene war am schwierigsten umzusetzen und warum?

Die schwierigsten Sequenzen waren:
1) Die Arcana Cabana, weil sie am Anfang des Films war und viele der magischen Elemente beinhaltet, die wir später im Film erneut sehen. Von der Kakerlaken-Geburt von Horvath bis hin zu Balthazar, der Plasma erzeugt und zu Horvath, der Feuer wirft waren viele Elemente von Magie präsent.
2) Die Chinatown-Sequenz, weil es ein großes Set war mit vielen Schauspielern in einer realen Location. Wir haben einige Charaktere erschaffen (Sun Loc, der chinesische Magier, seine Brustplatte um den Drachen zu kontrollieren und die Verwandlung eines realen Papierdrachen zu einem feuerspuckenden Drachen). Wir mussten Magie erschaffen, die mit unseren Schauspielern funktioniert und mit einem Supporting Cast von Tausenden, damit die Szene klappt.
3) Der Endkampf, weil er einen großen Teil von Manhattan beansprucht und dann verschiedene Plätze auf der Erde. Die Größenordnung musste riesig sein, während immer noch die Geschichte von Dave erzählt wird, der zu dem Zauberer wird, der benötigt wird um die Welt zu retten.

Wie hat es sich angefühlt, den weltberühmten „Wall Street Bull” zum Leben zu erwecken?

Es war toll, weil es ist eine Ikone, die viele Menschen kennen und es ist ein großer Teil von New York City. Als wir dort gedreht haben war es toll zu sehen, wie die Leute nett mit dem Wall Street Bull interagiert haben. Es war witzig, ihn zum Leben zu erwecken und ihn auf eine aggressive Art und Weise zum Leben zu erwecken – wie einen echten Stier.

Wie viele VFX Aufnahmen mussten Sie überwachen und wie war die Arbeit mit Double Negative und Asylum?

Wir haben die Arbeit aufgeteilt. Asylum hat überwiegend die erste Hälfte des Films übernommen und D-Neg die zweite Hälfte. Die genaue Auflistung der Aufnahmen sieht so aus:
Asylum - 460 Aufnahmen
D-Neg - 375 Aufnahmen
Rising Sun – 69 Aufnahmen
Method - 48 Aufnahmen
an in-house crew - 301 Aufnahmen
Company 3 - 4 Aufnahmen
Macht insgesamt 1251 VFX Aufnahmen!!!

Wie viel Zeit haben Sie mit dem Film verbracht?

Ich habe in etwas einenhalb Jahre an dem Film gearbeitet, davon ungefähr drei Monate in der Pre-Production, sechs Monate in der Produktion (Principal Photography) und neun Monate in der Post-Production.
In der Pre-Production wird geplant, bei der Principal Photography werden die Schauspieler aufgenommen und in der Post-Production werden die visuellen Effekte, die Musik und der Sound erstellt und eingefügt.

Hatten Sie Probleme während der Produktion mit einigen Effekten, die es unmöglich machten, sich ans ursprüngliche Skript zu halten?

Wir haben gelegentlich einen coolen Effekt geschaffen aber diesen dann wieder fallen gelassen, da er nicht in die Logik des Skripts gepasst hat und Logik und Regeln wichtig sind, die Magie und die VFX real wirken zu lassen. Zum Beispiel: Zu Beginn haben wir eine Möglichkeit getestet, wie sich Zauberer von einem Ort zum anderen projizieren können und dieser Text war cool. Später im Film gibt es eine Szene, in der die Magier auf dem Crysler Building Adler fliegen. Wir haben die Projizier-Szene daraufhin fallen lassen, denn würden sich die Magier überall hinprojizieren können, warum würden sie dann auf einem Adler fliegen? Außerdem fanden wir, dass wenn die Magier wirklich reisen müssen (selbst unter Zuhilfenahme von Magie) würde das die Geschichte realistischer erscheinen lassen.

Wie würden Sie die Arbeit mit Nicholas Cage beschreiben? Können Sie außerdem Erfahrungen mit anderen berühmten Schauspielern von anderen Filmen mit uns teilen?

Nic ist großartig, da man mit ihm reden und seine Gedanken erklären kann und er wird dann darüber nachdenken, was er für sich verwenden kann um seinen Charakter darzustellen. Wir haben schon früh darüber gesprochen, dass Magier um Magie zu erzeugen ihre Hände auf die selbe Art verwenden wie Dirigenten um das Orchester zu leiten. Das hat uns beiden gefallen und es war ein sehr natürlicher Weg, die Magie zu erzeugen und gab uns außerdem einen Link zurück zum originalen „Fantasia“. Nic ist wunderbar und holt immer eine großartige Performance aus einem Teil tief in seinem Inneren, was es sehr persönlich macht. Dies war mein zweiter Film mit ihm (Ich habe auch „City of Angels“ gemacht).

Fantasia – Erklären Sie bitte, wie Sie die Szene mit den Mops und Besen technisch gelöst haben, welche Software verwendet wurde, welche Probleme aufgetreten sind und ob Sie echtes Wasser verwendet haben.

Wir wussten, dass die Fantasia-Sequenz schwierig werden würde, da wir ein Stück von vielen geliebter Filmgeschichte neu verfilmt haben. Wir wollten unsere Hommage etwas realistischer gestalten und wir mussten es in deutlich kürzerer Zeit schaffen (der originale Fantasia-Part „Der Zauberlehrling“ war ca. 10 Minuten lang und wir mussten es in weit weniger Zeit schaffen). Um die Gags auszuarbeiten wollte Jon Turteltaub zuerst das Schauspiel von Jay filmen, dann würden wie die Besen und Mops einzeln aufnehmen. Wir haben Menschen in grünen Anzügen verwendet, die die Mops und Besen in einem Raum bewegen, der von John Frasier and Mark Hawker (den Zuständigen für die praktischen FX) gestaltet wurde. Der Raum misst 80 Fuß im Durchmesser und konnte 3 Fuß hoch mit Wasser geflutet werden. Wir haben dann die grün gekleideten Menschen entfernt und die Mops, Besen bzw. das Wasser wieder entfernt, wenn sich etwas anders bewegen sollte als ursprünglich aufgenommen. Ein wichtiger Teil der Sequenz war, wie viel menschlichen Charakter wir jedem der besessenen Mops und Besen verleihen konnten. Sie haben sich bewegt und gedehnt wie Menschen aber wie echte Mops ausgesehen. Es war witzig und sehr herausfordernd. Die Animatoren von Digital Negative in London haben phantastische Arbeit dabei geleistet, den Realismus und die Charaktere zum Leben zu erwecken. Zum Thema Software: Wir haben Maya verwendet um die Modelle zu erstellen und zu animieren. Gerendert haben wir mit Renderman und zudem kamen noch verschiedene Tools zum Zusammensetzen zum Einsatz. Ich finde es auch super, wie Tank die Bulldogge gereinigt wird. Das ist digitales Wasser, das sein Gesicht nach unten läuft!!

Das Making Of wirkt nach viel Spaß für die Schauspieler, ihr hattet beeindruckende Sets und tolle Props – können Sie uns einige witzige Geschichten erzählen, die während dem Dreh passiert sind?

Als wir die Magie getestet haben drehten wir mit Jay Baruchel als Zauberer und Jon Turteltaub als die Person, auf die die Magie angewandt wird. Beim besten Text las Jon T. eine Zeitung während Jay B. einen Plasmaball heraufbeschwört hat. Als Jay den Ball gemacht und aufgeladen hatte ließ er ihn los und unseren Regisseur hat es auf den Hintern gesetzt. Papier ist durch die Luft geflogen und unsere Crew hat sich zerkugelt. Jon Turteltaub ist ein toller Kerl, klug und sehr witzig. Er hat solche Sachen immer wieder gemacht, damit wir unseren Spaß hatten.

Was denken Sie über stereoskopisches 3D?

Stereoskopisches 3D ist toll, aber nur wenn es als eine andere Möglichkeit eingesetzt wird, die Story zu erzählen und nicht als Gimmick, dass nur „schaut mich an“ sagt. Stereoskopisches 3D ist wie ein visueller Effekt, es soll den Film verbessern ohne zu viel Aufmerksamkeit von den Charakteren und der Story zu ziehen.

Wie groß ist der Unterschied, VFX für einen 3D Film zu erstellen und worin liegen die Unterschiede?

Bei 3D hast du die Wahl, ob du in Stereo drehst oder nicht. Wenn di in Stereo drehst dauert der Dreh deutlich länger, aber die Post-Produktion ist wesentlich schneller. Wenn du normal (in 2D) drehst ist der Dreh schneller erledigt aber die Post-Production dauert wesentlich länger. Die Effekte sind in 3D generell schwieriger, da die Tiefe für jede Ebene jedes Effekts genau passen muss.

Sie haben an realen Orten wie z.B. Chinatown gedreht. Mussten Sie einige dieser Sets in 3D rekonstruieren?

Wir mussten den ganzen Block in Chinatown, in dem wir gedreht haben, digital scannen, sodass wir ihn bei Bedarf am Computer konstruieren können. Wir haben außerdem Fotos für Photogrammetrie geschossen und um echte Texturen auf unseren CG Gebäuden anbringen zu können. Wir haben versucht, so oft wie möglich echte Hintergründe zu verwenden, da diese am besten aussehen! Für die Zerstörungs-Shots haben wir am Set Gebäude gebaut, die wir zerstören konnten und auf die wir dann die echten Gebäude aus Chinatown gelegt haben.

Was halten Sie persönlich vom Blu-ray Format?

Ich finde es phantastisch. Der Transfer von „Duell der Magie“ sieht hervorragend aus und das Hinter den Kulissen Special erinnert mich daran, wie viel Spaß wir bei der Produktion hatten.

John, irgendwelche abschließenden Gedanken zu „Duell der Magier“?

Der Film war eine sehr befriedigende Arbeit, da wir mit tollen Leuten zusammengearbeitet haben und die Arbeit herausfordernd war. Jon Turteltaub, Jerry Bruckheimer, Nic Cage, Jay Baruchel, Alfred Molina, Monica Belluci, Teresa Palmer und Toby Kebbell bringen alle viel Spaß und lassen einen jeden Tag auf dem Set genießen. Die gesamte Produktions und Post-Produktions Crew war großartig und haben sich die Finger wundgearbeitet um es richtig zu machen. Ich mag auch die Tagline für den Film. Als man ihn fragt, ob Zaubererei Wissenschaft oder Magie ist antwortet Nic Cage „Die Antwort ist ja“. Wenn man mich fragt, ob es Spaß gemacht hat, den Film zu machen würde ich das selbe antworten.


Quelle: Walt Disney Studios Home Entertainment