Surrogates: Mein Zweites Ich - Regisseur Johnathan Mostow im Interview

Verfasst von Playzocker am 24.06.2010 um 00:00

Johnathan Mostow hat zwar nicht die längste Filmografie, dafür hat er allerdings trotzdem bereits bei einigen interessanten Filmen auf dem Regiestuhl Platz gefunden. 1997 schickte er Kurt Russel durch den spannenden Thriller Breakdown, sein Durchbruch war allerdings wohl der 2000 produzierte U-571, dessen Sound Editing sogar mit einem Oscar ausgezeichnet wurde. 2003 folgte der Blockbuster Terminator 3, seine bis dato wohl bekannteste Regiearbeit. Nachdem Mostow 2008 bei Hancock als Produzent fungierte setzte er sich 2009 wieder auf den Regiestuhl und inszenierte The Surrogates mit Bruce Willis.

Walt Disney Studios Home Entertainment veranstaltete zum DVD / Blu-ray Start des Films einen Virtual Round Table, an dem wir teilnehmen konnten. Im Folgenden präsentieren wir euch einige besonders interessante Fragen und Antworten, die der VRT zu Tage gefördert hat...



Q: Was ihr Ihr Rezept für einen guten Actionfilm?

Jonathan Mostow: Ich wünschte es gäbe ein Rezept, das würde mein Leben viel einfacher machen. Unglücklicherweise gilt es keine Bastelanleitung, der man einfach folgen kann um einen guten Actionfilm (oder irgendeinen Film) zu machen. Man ist bewaffnet ausschließlich mit den eigenen Instinkten und dem, was man als Zuschauer selbst sehen würde wollen. Ich beginne immer mit der Story. Wenn dem Publikum die Story egal ist, dann nützt das größte Spektakel nichts. Meine Grundphilosophie ist, dass Leute ins Kino gehen um eine Geschichte erzählt zu bekommen, und nicht um Sachen explodieren zu sehen.

Q: Haben Sie die Comics gelesen, bevor Sie den Film gemacht haben? Wenn ja, was hat Ihnen daran am besten gefallen?

Jonathan Mostow: Ja, es war der Comic, der mich dazu inspiriert hat, den Film zu machen. Ich mag die zentrale Idee des Comics, die die Art in der wir unsere Leben immer mehr durch die Technik leben, erforscht.

Q: Wie nahe haben Sie versucht, den Film an den Comics zu halten?

Jonathan Mostow:Darüber sprechen wir in einem der Bonus Features auf der Blu-ray. Das Comic war interessant, wenn es zwar sehr geschätzt wird, aber außerhalb einer kleinen Gemeinde von Comicfans kaum bekannt ist. Daher waren wir nicht in einem Ausmaß verpflichtet, uns an die Vorlage zu halten, wie es bei einem Stück Weltliteratur der Fall wäre. Sogar der Autor von „Surrogates“ hat anerkannt, dass Änderungen notwendig waren um seinen Comic in einen Film zu verwandeln. Hoffentlich haben wir da die richtige Balance gefunden. Sicher, ich denke, dass wir die zentrale Idee beibehalten haben – und war das Publikum interessante Fragen darüber zu stellen, wie wir unsere Menschlichkeit in dieser zunehmend technologisierten Welt aufrecht erhalten können.

Q: Welches war das Element des Comics, das am schwierigsten für den Film zu adaptieren war?

Jonathan Mostow: Ich gebe eine leicht andere Antwort: Das am schwierigsten zu adaptierende Element wäre die entfernte Zukunft gewesen, weshalb wir uns gegen diese entschlossen haben. Als wir zum ersten Mal beschlossen haben, den Film zu drehen waren der Production Designer und ich sehr aufgeregt darüber, einen Film im Jahre 2050 spielen lassen zu können. Wir hatten fliegende Autos, futuristische Wolkenkratzer, einfach alles geplant. Aber als wir andere Filme, die in der Zukunft spielen gesehen haben, ist uns etwas klar geworden: Egal, wie viel Arbeit und wir viel Geld wir diesem Problem entgegen werfen würden, das Resultat würde auf jeden Fall unwirklich aussehen. Wenige Filme – außer vielleicht dystopische wie Blade Runner – haben es geschafft, die Zukunft so darzustellen, dass das Publikum nicht permanent von der Story abgelenkt wird wie z.B. „Hey, schau dir die fliegenden Autos an!“ oder „Hey, sieh mal wie Handys irgendwann einmal aussehen werden“. Wir wollten, dass das Publikum ausschließlich über unsere zentrale Idee nachdenkt – und das waren robotische Surrogates – also entschlossen wir uns dazu, den Film in einer Zeit spielen zu lassen, die unserer sehr ähnlich sieht, abgesehen von der Surrogate-Technologie.

Q: Eines der Themen Ihres Films ist die Angst vor Technologie. Was sind Ihre eigenen Ängste im Bezug auf Technologie und die Zukunft?

Jonathan Mostow: Einige Leute haben diesen Film als Anti-Technologie abgestempelt. Aber ich sehe das nicht so. Im Gegenteil, ich liebe Technologie. Ich liebe es, Computer und andere Gadgets zu verwenden. Ich liebe es, durch Best Buy und den Apple Store zu wandern um zu sehen, welche Neuigkeiten es gibt, Aber ich weiß auch, dass mit der Technologie, die unsere Leben immer weiter ausfüllt, auch Kosten verbunden sind. Je mehr wir sie verwenden, desto mehr verlassen wir uns auf sie und desto weniger interagieren wir mit einander. Jede Stunde, in der ich im Internet gesurft habe, habe ich nicht mit meiner Familie verbracht, oder einem Freund, oder ganz einfach einen Spaziergang in der Natur gemacht. Obwohl es scheinbar unbegrenzten Nachschub ab technologischer Innovation gibt, haben wir trotzdem nur begrenzte Zeit zur Verfügung (außer jemand erfindet ein Gadget, das unser Leben verlängern kann). Aber bis das passiert müssen wir Entscheidungen treffen. Und die Frage, die der Film in den Raum stellt ist die, was wir verlieren, wenn wir unser Leben virtuell leben und via Maschinen interagieren. Ich hoffe, dass das eine Konversation ist, die sich durch „Surrogates“ beim Publikum ergibt.

Q: Macht es die schnelle technologische Entwicklung die Produktion von Sci-Fi Filmen leichter oder schwerer, da die Standards immer höher liegen?

Jonathan Mostow: Vom praktischen Standpunkt her macht sie es leichter, da die digitale/CG Revolution ermöglicht, nahezu alles zu realisieren, das man sich vorstellen kann. Vom kreativen Standpunkt ist es eine größere Herausforderung, da es keine Limits mehr gibt. Die gläserne Decke wird zu dem Ausmaß, in welchem sich die eigene Vorstellungskraft Dinge einfallen lassen kann, an die zuvor noch niemand gedacht hat. Das ist ein witziger Prozess beim Filmemachen – oft liegt der Spaß auch daran herauszufinden, wie man praktische Barrieren durchbrechen kann. Wenn diese Barrieren eliminiert werden, verschwinden auch diese Herausforderungen.

Q: Fürchten Sie, dass die Zukunft, die wir im Film sehen, in der nahen Zukunft Wirklichkeit werden könnte?

Jonathan Mostow: Nun ja, in gewisser Hinsicht sind wir schon an diesem Punkt. Okay, wir haben keine derartigen Roboter, aber vom Standpunkt aus, dass man sein Leben leben kann ohne sein Haus zu verlassen, ist das schon eine Realität. Man kann einkaufen, Freunde treffen, herausfinden was auf der Welt und sogar zur Arbeit gehen mittels telecommuting. Ich habe davor keine Angst per se – sicher, diese Art zu Leben hat ihre Vorteile und Vorzüge – aber es gibt auch Nachteile, dass wir durch die Technologie riskieren, uns von einander zu isolieren, beispielsweise. Und das ist das Thema dieses Films. Der Film stellt eine Frage: Welchen Preis sind wir willens für all diese Vorzüge zu bezahlen.

Q: Können Sie die Entscheidungen des Castings von “Surrogates” erklären? Haben Sie etwas Bestimmtes gesucht oder danach eingestellt, was die Schauspieler in ihre Rollen einbringen konnten?

Jonathan Mostow: Das Interessante am Casting des Films ist, dass wir für die Surrogates großartige Schauspieler brauchten, die auch körperlich perfekt aussehen. Vor dem Film hatte ich die falsche Einschätzung, dass es in Hollywood zahlreiche hübsche, gute Schauspieler gibt. So ist es allerdings nicht. Ja, es gibt viele sehr gute Schauspieler. Und ja, es gibt sehr viele hübsche, die aussehen die Unterwäschemodels. Aber wir haben herausgefunden, dass die Schnittmenge der Schauspieler, die ihn beide Kategorien fallen, schwindend gering ist. Wir waren glücklich, Leute bekommen zu können wie Radha Mitchell, Rosamund Pike, Boris Kodjoe – und waren gleichauf glücklich, einige talentierte Leute für die kleineren Rollen zu finden. Ich muss zugeben, dass ich und alle anderen in der Crew es etwas einschüchternd fanden, den ganzen Tag von so großartig aussehenden Leuten umgeben zu sein.

Q: Wie haben Sie Ihre Schauspieler dirigiert um den “Surrogates” Effekt zu bekommen? Welche Anweisungen würden Sie geben?

Jonathan Mostow: Als ich “Terminator 3” gemacht habe habe ich einiges darüber gelernt, Menschen zu dirigieren, dass sie sich wie Roboter benehmen. Und eines der wichtigsten Dinge, die ich gelernt habe ist, dass wenn ein Schauspieler versucht, einen Roboter zu spielen dadurch riskiert, mechanisch zu wirken in einer Art, die die Performance uninteressant erscheinen lässt. Ich gehe das Problem daher so an, dass den Fokus darauf lege, menschliche Züge und Makel zu entfernen – in der Pose, dem Gesichtsausdruck, etc. Wir haben einen Mimik-Coach zu Rate gezogen (der unter Marcel Marceau studiert hat) um den Schauspielern – und sogar den Statisten – mit Atem- und Bewegungstechniken zu helfen. Die Schauspieler haben diese Herausforderung richtig genossen.

Q: Welchen Aspekt des Filmemachen bevorzugen Sie? Regie führen am Set, Recherche, Schnitt, etc.?

Jonathan Mostow: Jede Phase hat etwas für sich, aber ich persönlich genieße die Post-Produktion am meisten. Die Arbeitsstunden bleiben in zivilisiertem Ausmaß, man arbeitet drinnen (versucht mal, nachts bei Minusgraden oder bei 40 Grad in einem Sandsturm in der Wüste zu drehen und ihr wisst, was ich meine), aber was ich an der Post-Produktion am meisten schätze ist, dass man tatsächlich den Film macht auf eine sehr filigrane Art und Weise. Wenn man fertig gedreht hat, hat man noch lange keinen fertigen Film. Man hat tausende Teile des Films, aber die sind noch nicht zusammengesetzt – nicht wirklich anders als die Teile eines Modellflugzeugs. Man hat die einzelnen Teile – die Einstellungen – gemacht, aber darauf folgt die Kunst des Schnitts, Sound Designs, der Musik und der visuellen Effekte. Die Post-Produktion ist der Arbeitsschritt, bei dem man sehen kann, wie der Film zu einem fertigen Ganzen wird – und es ist unglaublich, wie viel Einfluss man in dieser Phase haben kann. Es ist diese Phase, in der man sich wirklich darauf konzentriert, die Geschichte zu erzählen – Tempo, Spannung, Drama. Für mich ist das die Essenz des Filmemachens.

Q: Jeder Ihrer Filme hatte Sound Mixes, die viele als Beispiele klassischem Sound Design bezeichnet haben. Können Sie uns Ihre Philosophie in Sachen Sound Design mitteilen, wenn Sie während der Post-Produktion mit Ihren Sound Designern arbeiten?

Jonathan Mostow: Ich schätze diese Frage wirklich, denn Sound ist etwas, das für mich sehr wichtig ist und ich glaube, dass die Mixer, mit denen ich zusammen gearbeitet habe sagen werden, dass Regisseure sich selten in den Sound involvieren wie ich. Möglicherweise liegt dies an meinem musikalischen Hintergrund, aber ich habe sehr empfindliche Ohren, daher kann ich Details beim Mixen erkennen, die andere oft überhören. Mir ist aber nicht nur das Sound Design sehr wichtig (das ist mein dritter Film mit dem Oscar-Preisträger Jon Johnson als Sound Editor) sondern auch der Mix an sich. Ich finde, dass ein guter Soundtrack dabei hilft, das Publikum in den Film eintauchen zu lassen. Ich glaube, ein Soundtrack ist wie ein Teil eines orchestralen Films – ein großartiger benötigt Struktur, Dynamik, emotionale Höhepunkte und Tiefpunkte und natürlich, eine Auflösung. Für mich, das Großartige an der DVD Revolution – mehr noch als die Bildqualität – war die Einführung von 5.1 Ton für zu Hause.

Q: Bevorzugen Sie “old-school”, handgemachte SFX oder CGI Kreaktionen?

Jonathan Mostow: Ich denke, dass wenn man unter der Oberfläche der meisten Filmmemacher (mich inkludiert) kratzt findet man ein 12 Jahre altes Kind, das das Filmemachen mit dem Spielen mit einer elektrischen Eisenbahn gleichsetzt. Daher gibt es immer einen Teil von mir, der Sachen gerne „wirklich“ macht als sie im Computer zu erzeugen. Andererseits gibt es so viele Momente, in denen Computer etwas erreichen können, das auf andere Wege unmöglich wäre. Der großartige Stan Winston hatte eine Philosophie, die ich mir zu Herzen genommen habe und die besagt zu mischen, wenn auch immer es möglich ist. Ein Hauptgrund dafür ist, dass es die Digitalkünstler dazu zwingt, ihre Kreationen dem Photorealismus der realen Welt anzugleichen. Was ich in meinen Filmen vermeide sind Effekte, die nach CG aussehen. Die Herausforderung ist die Zuschauer nie damit abzulenken, dass sie sich denken, etwas aus dem Computer entstammendes zu sehen.

Q: Jonathan, Sie haben mit einigen der berühmtesten Actionstars aller Zeiten gearbeitet – Arnold, Bruce, Kurt, etc. Wenn Sie einen Film oder eine Szene mit einem dieser Schauspieler angehen, verändert sich Ihre Regiestil dadurch?

Jonathan Mostow: Ich kann mich glücklich schätzen, mit einigen großen Stars unserer Zeit zusammengearbeitet zu haben. Alle verstehen, dass bei einem Film die Story am Wichtigsten ist – in anderen Worten, es ist ihr Job, der Story des Films zu dienen. Als Resultat davon, wenn ich mit einem dieser Schauspieler spreche, rede ich normalerweise über die Arbeit im Sinne der Story – an welchem Punkt das Publikum in der Story bzw. bei dem Charakter steht und was ich möchte, dass das Publikum in dem entsprechenden Moment verstehet. Also, kurz gefasst um die Frage zu beantworten, wenn ich mit einem Schauspieler arbeite, der meine Philosophie teilt (und das tun alle der zuvor erwähnten), dann muss sich mein Regiestil nicht verändern.

Q: Wie gehen Sie die PR-Kampagne eines Films an und welcher Teil der Promotion macht Ihnen am meisten Spaß?

Jonathan Mostow: Ich genieße die PR Phase des Films sehr – aber nicht aus Gründen, die Sie erwarten würden. Für mich sind die Reporter oft die ersten Leute, die den Film sehen, also ist es eine Chance für einen Filmemacher, sich mit intelligenten, mitdenkenden Menschen an einen Tisch zu setzen und Feedback zu bekommen. Ich genieße auch ihre Fragen, da mich diese immer wieder dazu anregen über Sachen nachzudenken, an die ich zuvor nicht gedacht habe. Beispielsweise hat mich heute jemand über die thematischen Gemeinsamkeiten von „Terminator 3“ und „Surrogates“ gefragt. Aber wenn ich daran denke stelle ich fest, dass sich auch meine anderen Filme um Menschen und Technologie drehen. Fragen von Journalisten erfordern oft, dass ich einen Schritt zurück mache und mir den Film aus einem anderen Blickwinkel ansehe. Außerdem habe ich immer die Reisen genossen, die mit den Pressetouren verbunden sind und Freundschaften mit Journalisten aus der ganzen Welt zu schließen. Aber, wie ich schon erwähnt habe, die virtuelle Technologie könnte in Zukunft eine Menge davon ersetzen.

Q: Was denken Sie persönlich über die Blu-ray Technologie?

Jonathan Mostow: Ich liebe Blu-ray! Ich habe ein Heimkino und ich bin immer wieder beeindruckt, wie gut eine projizierte Blu-ray aussieht. Als Filmemacher freue ich mich, dass Konsumenten dieses High-Def Format annehmen.

Q: Denken Sie, dass Filme auch in Zukunft in Kinos zu sehen sein werden oder durch die stetig steigende Qualität zu Hause mit entsprechender Technologie? Filme könnten in der Zukunft direkt in mehreren Medien veröffentlicht werden?

Jonathan Mostow: Wie Sie sicher wissen ist dies aktuell ein heißes Thema in Hollywood. Es sieht so aus als nähern wir uns dem Tag, an dem Filme auf allen Plattformen gleichzeitig veröffentlicht werden, allerdings mit speziellen Kosten um zu Hause schauen zu können. Aber ich hoffe, dass das Kinogehen trotzdem nicht eben wird – ich denke, dass Filme auf der großen Leinwand mit einem Publikum gemeinsam zu sehen immer noch das beste Format ist und auch für die Gesellschaft wichtig ist. Unglücklicherweise, die zunehmende Raubkopiererschaft zwingt dazu, diese Probleme schneller zu lösen als sie es sonst würden und ich hoffe, dass das letztendlich beschlossene Geschäftsmodell das hohe Level in Sachen Produktionsqualität, an das sich Zuschauer und Filmemacher gewohnt haben, aufrecht erhalten kann.

Q: Ich habe Ihren Audiokommentar zum Film auf der DVD sehr interessant gefunden. Können Sie etwas zu Ihren Zugang dazu sage? Sie haben so gewirkt als würden Sie es sehr genießen, Sie haben weitergeredet, selbst als schon der Abspann über den Bildschirm lief.

Jonathan Mostow: Danke für das Kompliment! Mein Zugang zum Kommentar ist die Informationen anzubieten, die ich als Zuschauer gerne hören würde. Ich habe angefangen, mir Kommentare anzuhören, als diese in den 80ern auf LaserDisc begonnen haben. Ich erinnere mich noch daran, wie mich ein berühmter Regisseur damit schwer enttäuscht hat, nur über trivialen Nonsens zu brabbeln – wie beispielsweise, was er zu Mittag gegessen hat an dem Tag, als eine bestimmte Szene gedreht wurde. Ich finde, dass Leute etwas für ihr Geld bekommen sollten, also biete ich so viel nützliche Information wie es die Zeit erlaubt. Meine Vermutung im Kommentar ist, dass wenn man ihn sich anhören, man wahrscheinlich den Film mochte oder ihn zumindest interessant genug findet, sich informieren zu wollen, warum bestimmte Entscheidungen getroffen wurden. Also versuche ich, meine Kommentare für dieses Publikum zuzuschneiden. Der Prozess an sich ist etwas seltsam, da man ganz alleine in einem dunklen Raum sitzt, in ein Mikrophon spricht und kein Feedback von irgendjemandem bekommt ob das, was man sagt, langweilig ist oder nicht. Also schickt man das Material raus und drückt sich die Daumen, dass die Leute es interessant finden und dabei nicht einschlafen.

Q: Was ich ein guter Sci-Fi Film, den Sie jemandem empfehlen würden, der sagt “Ich hasse Sci-Fi”?

Jonathan Mostow: Na ja, alleine dieses Jahr gab es so viele … “District 9”, “Star Trek”, “Avatar” waren alle großartig. Aber mehr als nur das ich würde die Person fragen, wieso sie Sci-Fi hasst. Denn, wenn man es genau nimmt ist der Begriff Sci-Fi etwas irreführend. Und so seltsam, wie das klingen mag, ich verstehe nicht, warum es überhaupt als Genre bezeichnet wird – auf die selbe Art, in der auch Thriller, Horror, Drama und Romanzen als Genres gelten. Diese Labels sind klar, da sie einem mitteilen, auf welche Art emotionaler Erfahrung man bei einem Film wird (ängstlich, mitfühlend, etc.). Der Terminus Sci-Fi bezieht sich allerdings nur auf das Thema und meint generell, dass der Film einiges an Technologie oder futuristischen Komponenten aufweist. Und dann werden diese Labels oft verändern – zum Beispiel: Ist Woody Allen’s „Sleeper“ ein Sci-Fi Film oder eine Komödie? Außerdem, man könnte einen Sci-Fi Film haben, der eine Liebesgeschichte erzählt oder einen Horrorfilm.


Quelle: Walt Disney Studios Home Entertainment