V'07: Action All Inclusive - Stephanie Rothmans TERMINAL ISLAND
Stephanie Rothmans Terminal Island ist wohl der hierzulande bekannteste Film der amerikanischen Filmemacherin. Schließlich kam er unter dem schön martialischen Titel Männer wie Tiger hierzulande in die einschlägigen Kinos. Dabei stehen die Männer gar nicht im Zentrum des Films…Doch was ist Terminal Island eigentlich? Diese Frage wird gleich zu Beginn des Films beantwortet – in Form von Straßeninterviews, die im Fernsehen ausgestrahlt werden. Da wird der „typische“ Durchschnittsamerikaner zu seiner Meinung zu dieser völlig neuen Lösung des Problems der überfüllten Gefängnisse befragt. Auf einer kleinen, verlassenen Insel, weitab von der Küste von L.A. werden Schwerstverbrecher und sonstige unliebsame Elemente ausgesetzt und sind von dort an auf sich allein gestellt. Eine Gruppe von Wissenschaftlern sieht diesen Bericht im Fernsehen, sie schauen sich die Fotos der Gefangenen an, die so bereits in den Film eingeführt werden.
Carmen ist schwarz und eine gefährliche Mörderin – deswegen wird sie auch auf der Insel ausgesetzt. Dort haben sich bereits zwei Cliquen gebildet, die sich gegenseitig bis aufs Blut bekämpfen. Carmen stößt zunächst in die größere der Gruppen und wird gleich mit den rauen Sitten bekannt gemacht. Frauen gelten auf der Insel nicht gerade viel und sind hauptsächlich dazu da, um zu kochen und als willige (Sex-)Sklavinnen (niedere) Dienste zu verrichten. Die neue will sich nicht unterordnen, bekommt aber die Härte der männlichen Herrschaft zu spüren. Nach einem nächtlichen Überfall kommt sie in die zweite Gruppe. Dort werden Frauen zwar nicht unbedingt besser behandelt, schließlich aber entschließt man sich zum Überfall auf Gruppe 1. Und dabei zählen nur vereinte Kräfte und das Geschlecht wird irrelevant.
In kompakten 80 Minuten erzählt Rothman eine Geschichte, die alles besitzt, was das Herz der Exploitationfans höher schlagen lässt: Mit nackter Haut wird – sowohl auf männlicher als auch auf weiblicher Seite – nicht gegeizt, jede Menge „dirty language“ sorgt für Lacher und zum Schluss kracht und wummst es, das es nur so eine Art hat. Eine perfekte Mischung aus Sex und Gewalt liefert der Film und trägt vermutlich nicht zu Unrecht seinen Kultstatus unter Fans. Terminal Island ist herrlich politisch unkorrekt und versprüht sein Gedankengut dennoch auf sehr subversive Art und Weise. Gerade das macht diesen Film so besonders und zu einem definitiven Festivalhighlight, das sich Menschen, die gute Trashfilme schätzen, keinesfalls entgehen lassen sollten. Leider nur ein Screening – das sollte sich aber lohnen!
Terminal Island 1973
88 Min
30.10. – 23:30 Uhr – Stadtkino



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