V'07 - Tagesbericht vom 20.10.
Von allem etwas...Über die smarte und charmante Diva Jane Fonda noch Worte zu verlieren - ist wie Eulen nach Athen tragen, oder als schlanker Mensch trotzdem noch Aerobic Übungen zu performen - schlicht und einfach wenig nötig. Mit ihrer unglaublichen Präsenz sorgte sie bei der Pressekonferenz für eine äußerst aufregende Stunde, in der sie nicht nur intime Details aus ihrer Lebensgeschichte bekannt gab, sondern an Präsident George W. Bush appellierte: "Er muss ein Mensch sein, und immerhin ist er Christ!"
Sie wolle ihn gerne zum Freund haben, und ihm dann auf möglichst menschliche Art und Weise die Folgen seiner Politik vor Augen führen.
Eindrücke, Bilder und knapp 20 Minuten O-Töne gibts in unserem Exklusivbericht:
Jane Fonda Pressekonferenz
Außerdem heute am Programm:
Fay Grimm von Independent-Ikone Hal Harley - eine würzig süffisante "Agentenstory", die vor allerlei Anspielungen auf die weltpolitische Lage nicht zurückschreckt, diese aber dennoch subtil präsentiert und beim Zuschauer die "richtigen" Denkprozesse auslöst. Angesichts solcher Verworrenheiten ist es nur verständlich, dass auch die titelgebende Heldin des Films in einer Szene seufzt, sie wolle doch nur ein "normales" Leben führen. "Das ist leider nicht möglich" - meint ihr Gegenüber.
Hal Hartleys neuester Film ist eine definitive Empfehlung und nochmals am 21.10. um 23 Uhr im Gartenbaukino zu sehen!

Killer Of Sheep aus dem Jahr 1977 schlägt da ganz andere Töne an. Die Abschlussarbeit von Charles Burnett an der UCLA ist ganz im Stile von frühen John Cassavetes Filmen gehalten: Eine stilvolle Collage an "Alltagsbildern", die das Leben des Protagonisten Stan, der mit seiner Familie in einer Vorortsiedlung einer Großstadt wohnt, schildert, erzeugt eine ganz eigene Form der Dynamik und Authentizität. Burnett erzählt weniger eine Handlung, sondern reiht Momentaufnahmen des "Alltags" aneinander. Wer Zugang zu diesem Werk findet, findet auch Gefallen daran.
Nochmals am 24.10. um 23 Uhr im Gartenbaukino zu sehen!
Zum Abschluss des Tages gönnte ich mir nicht nur mein - jetzt schon - Festivalhighlight, wenn nicht sogar Kinohighlight des Jahres, wenn nicht sogar für immer. SUSPIRIA in einer absolut perfekt restaurierten Fassung auf der Leinwand des Gartenbaukinos zu sehen - dafür nimmt man auch in Kauf, dass die Vorstellung erst um 1 Uhr früh beginnt. Das dachten sich auch die zahlreichen anderen Besucher, die sich Dario Argentos Meilenstein nicht entgehen lassen wollten und machten dieses Screening zum unvergesslichen Erlebnis. Es bleibt für all diejenigen, die es nicht geschafft haben, in den Film zu gehen nur die Hoffnung, dass die Kopie, die im Auftrag des Österreichischen Filmmuseums gezogen wurde, noch öfters in Wien zum Einsatz kommt! Für die VIENNALE ist leider kein zweites Screening angesagt!



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