V'07 Special: Nina Menkes

Verfasst von Eduardo D'Amaro am 20.10.2007 um 00:00 Die VIENNALE 2007 widmet der amerikanischen Avantgarde Filmemacherin Nina Menkes ein Special Programme. Grund genug für uns, das Werk dieser Regisseurin etwas vorzustellen.

Nina Menkes
Die mit unzähligen Preisen gefeierten Filme der Regisseurin und Kamerafrau Nina Menkes sind jeder für sich ein Eklat: Sie springen dich an, überfallen dich wie böse und doch zutiefst realistische Träume. Die Kompositionen aus fast schon schmerzhaft schönen Bildern und Klängen . gesprochene Worte, Geräusche, verdichtete oder zart angedeutete Melodien . sprechen eine Sprache, die das Unbewusste versteht. Zugleich ist sie, die «unsichtbare» Bildermacherin hinter der Kamera, in jeder Einstellung präsent, ja greifbar . doch nicht, indem sie, wie der Auteur im narrativen Kino, ihre Figuren dirigiert. Vielmehr begleitet sie sie mit der Kamera, blickt sie an, blickt ihnen nach, passt auf sie auf, beobachtet sie, zeigt sie mit Hochachtung in ihrer Einsamkeit. Die Hauptfiguren . bis auf Phantom Love (siehe Spielfilme) ihre Schwester Tinka Menkes in der Hauptrolle . sind furchtlose und zugleich tief verletzte Frauen, die sich auf eine kompromisslose Suche begeben: auf die nach einer von Hass und Gewalt, Schuld und Strafe befreiten Existenz. (Viennale)

Die 1963 geborene Filmemacherin wurde von der Los Angeles Times als "eine der provokantesten Filmemacherinnen zur Zeit" genannt und hat in insgesamt sechs Filmen (vier Langspielfilmfilme) bewiesen, was darunter zu verstehen ist:
Sie sind akustische und visuelle Erlebnisse, die von Sight and Sound als "kontrovers, intensiv und irrsinnig erstaunlich" bezeichnet wurden. Nina Menkes verzichtet dabei weitestgehend auf Narrative sondern lässt Bilder und Töne - auch in ihrer Absenz - wirken. In ihrem 1990 gedrehten Queen of Diamonds gibt es zahlreiche hypnotische Szenen, wie zum Beispiel zwei Menschen, die Minuten lang in einer Einstellung zusehen, wie eine Palme niederbrennt, oder eine 17-minütige Sequenz, die in einem Casino in Las Vegas aufgenommen wurde. 1996 drehte sie The bloody Child einen ebenfalls sehr kontroversen Film mit vielen langen Sequenzen, in dem sie die Geschichte eines US-Marines erzählt, der siene Frau tötet und sie in der Wüste vergräbt. Phantom Love (2006) ist seither ihr einziger Langspielfilm, in dem es wieder um eine junge Frau geht, die in einem Casino arbeitet und mit allerlei Problemen zu kämpfen hat. Auch dieser Film ist wieder stark surrealistisch geprägt und mit einer ganz besonderen Atmosphäre versehen!

LINKS:
- Zu unserem Interview mit Nina Menkes
- Filmvorstellung: THE BLOODY CHILD
- Phantom Love Trailer auf Youtube


NINA MENKES FILME IM FESTIVALPROGRAMM
Nina Menkes
Phantom Love (2006)
87 Min
25.10. - 21:00 Uhr - Künstlerhaus
26.10. - 13:30 Uhr - Urania

The Great Sadness Of Zohara (1983)
40 Min
25.10. - 15:30 Uhr - Stadtkino

Magdalena Viraga - The Story Of A Red Sea Crossing (1986)
90 Min
22.10. - 16:00 Uhr - Künstlerhaus

Queen Of Diamonds (1990)
77 Min
23.10. - 23:30 Uhr - Künstlerhaus
25.10. - 18:30 Uhr - Metrokino

Nina Menkes
The Bloody Child (1996)
86 Min
24.10. - 21:00 Uhr - Künstlerhaus
31.10. - 23:00 Uhr - Metrokino

Massaker 2004
von Monika Borgmann, Nina Menkes, Lokman Slim und Hermann Theissen
98 Min
24.10. - 16:00 Uhr - Metrokino

A Soft Warrior 1981
11 Minuten
25.10. - 15:30 Uhr - Stadtkino

The Crazy Bloody Female Center 2000
Die interaktive CD-ROM wird im Foyer des Künstlerhaus-Kinos präsentiert!

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