DIAGONALE 08: Sag es mir Dienstag - Kafka auf Bilderreise

Verfasst von Eduardo D'Amaro am 25.03.2008 um 00:00


Astrid Johanna Ofner, langjährige VIENNALE Mitarbeiterin, Regisseurin und nicht zuletzt Antigone-Darstellerin in der Straub/Huilletschen Verfilmung der Brecht-Bearbeitung, legt mit Sag es mir Dienstag die Verfilmung von Briefen Franz Kafkas an dessen Geliebte Milena Jesenská vor.

Vier Tage lang ist Franz Kafka Anfang 1920 in Wien, eine Zeit, die er – unglücklich verliebt – mit seiner angebeteten Milena Jesenská verbringt. Die Vorbereitungen sowie die Nachgedanken dieser Reise sind in mehreren Briefen und Tagebucheintragungen dokumentiert, was jedoch in den vier Tagen passiert ist, bleibt ein Rätsel. Astrid Ofner montiert zu Sylvie Rohrers Stimme, die die Briefe vorträgt und zu Anton von Weberns Musik, die die Ängste und Gefühle, die Kafka zu vermitteln sucht, entsprechend transportiert, Super 8 Bilder von Wien und Umgebung.

So sinnfrei, so gut. Doch im Gesamten erzeugen die Bilder, die oft im Vorbeifahren an Kreuzungen, Menschengruppen oder auch in der U-Bahn gedreht wurden, ein stimmiges Gesamtbild, das allerlei Assoziazionen beim Zuschauer hervorruft. Wie auch bei den Straubs steht der Text im Zentrum – das, was diesen Text umgibt, hat unterstützende Funktion.
Das körnige, mal schwarz weiß, dann wieder in Farbe gehüllte Bild ergibt nicht die Struktur sondern die Fläche des Films. Es verkommt zum dritten Element des Films, nach den beiden Tonebenen, und ist doch bedeutsam, weil es wesentliche Eindrücke hinzu gibt. Für Menschen, die sich gerne be-eindrucken lassen.

Ein Interview mit Regisseurin Astrid Ofner folgt demnächst!

LINK:
Filmausschnitt auf YouTube

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