König der Fischer

  • Informationen zum Film
  • König der Fischer

  • Originaltitel:
    The Fisher King
    Genre:
    Komödie, Drama
    Produktionsland:
    USA
    Produktionsjahr:
    1991
    Kinostart Deutschland:
    31.10.1991
    Kinostart USA:
    20.09.1991
  • Inhalt
  • Der gleichsam erfolgreiche und überaus arrogante New Yorker Radio DJ Jack Lucas (Jeff Bridges) sieht sich am vorläufigen Höhepunkt seiner Karriere, als er das Angebot erhält in einer TV-Serie mitzuspielen. Endlich ist er nicht nur mehr eine Radiostimme - jetzt kann er auch noch sein Gesicht berühmt machen. Doch die Abendnachrichten verpassen dem Egomanen einen kräftigen Dämpfer! Ein regelmäßiger Hörer seiner provokanten Radioshow hat in einer Yuppie-Bar ein blutiges Massaker angerichtet. Am Morgen hat sich Jack noch im Radio lustig über seinen treuen Anrufer gemacht, am Abend hat dieser dann zur Schusswaffe gegriffen, sieben Menschen ermordet und sich zuletzt selbst gerichtet. Jack ist tief geschockt, seine Karriere vorerst dahin. Anstatt als hipper Radio DJ in Manhatten, arbeitet er fortan als einfacher Angestellter in einer Videothek in Brooklyn. Und selbst das nur deshalb, weil seiner Freundin Anne (Mercedes Ruehl) der Laden gehört. Jack steckt in einer persönlichen Krise, ist launisch und trinkt bereits zum Frühstück ein paar Gläser Whiskey. Nach einem heftigen Streit mit Anne zieht er, völlig betrunken, durch die Straßen von New York. Gerade als er versucht sich nahe der Manhatten Bridge in den Hudson River zu stürzen, wird er von zwei Jugendlichen angegriffen. Wie aus dem Nichts taucht plötzlich der Penner Parry (Robin Williams) auf, der mit viel Geschick und einem überaus theatralischen Auftritt die Angreifer in die Flucht schlagen kann. Parry schleppt den völlig erledigten Jack in sein Domizil, wo er die Nacht verbringt. Am nächsten Morgen offenbart der offensichtlich psychisch gestörte Parry seinem unerwarteten Gast, dass er der Auserwählte sei und ihm bei der Suche nach dem heiligen Gral helfen soll, welcher sich im Besitz eines New Yorker Millionärs befindet. Jack lehnt das zunächst kategorisch ab. Als er jedoch erfährt unter welchen Umständen Parry seinen Verstand verloren hat, fühlt er sich verpflichtet ihm zu helfen, egal wie verrückt er auch sein mag. Parry hatte früher einen Job als Lehrer und er war verheiratet. Eines Abends besuchte er mit seiner Frau eine Bar in New York, es war genau jene Bar in welcher das fürchterliche Massaker stattgefunden hatte. Parrys Frau zählte zu den Opfern jenes verhängnisvollen Abends - sie wurde vor seinen Augen erschossen...
  • Filmkritik
  • THE FISHER KING erzählt von zwei Männern, die beide eine höchst schmerzhafte Erfahrung gemacht haben, über die sie nicht hinwegkommen können. Jack hat dadurch seine Karriere und die Fähigkeit zu lieben verloren, Parry seinen Verstand. Beide sehen im jeweils anderen die Möglichkeit ihre persönlichen Krisen zu überwinden, womit die Schicksale von Jack und Parry miteinander verkettet sind. Die magische Anziehungskraft des Films liegt darin, diese durchwegs tragische Story als ungemein unterhaltsamen Drahtseilakt zwischen Psychodrama, Komödie und Fantasy zu transportieren. Dieses Kunststück kumuliert sich im wesentlichen aus drei Aspekten: Dem ungemein einfühlsamen und intelligenten Drehbuch von Richard LaGravenese, der extravaganten Inszenierung von Regisseur Terry Gilliam und den unglaublich virtuos agierenden SchauspielerInnen, die bis in die letzte kleine Nebenrolle als perfekt aufeinander abgestimmtes Ensemble agieren. Nur ganz selten ist es Filmfans und Dauerkinogehern vergönnt einen rundum perfekten Film zu sehen. THE FISHER KING ist definitiv einer dieser raren Möglichkeiten!

    Robin Williams zeigt in THE FISHER KING eine seiner besten Performances überhaupt. Er spielt Parry als turbulentes Energiebündel voll kindlicher Unschuld, welches den gesamten Film hinweg an seinen inneren Abgründen zwischen unbändiger Angst und der gezielten Suche nach Erlösung dahinstrauchelt. Immer dann, wenn Parry an seine Vergangenheit erinnert wird, sieht er sich von einem mystischen Ritter bedroht, der ihn auf seinem höllisch inszenierten Pferd verfolgt und ein Symbol für seine unaufgearbeiteten Probleme darstellt. Es ist beinahe unglaublich, wie Robin Williams innerhalb von Sekunden die Stimmung seiner Figur, sowie einer gesamten Filmszene zu kippen vermag. Seine Darstellung ist streckenweise extremst witzig und unterhaltsam, sie schlägt jedoch innerhalb eines Augenzwinkerns abrupt in ernsthafte Tragik, nüchterne Angst, oder ungemein liebenswerte Menschlichkeit um. Dabei versteht es der meisterhafte Schauspieler mit unglaublicher Intensität den Zuseher auf eine emotionale Berg- und Talfahrt mitzunehmen, die sowohl zu einem befreienden Lachen einlädt, als auch ein ebenso befreiendes Weinen intendiert. Neben Robin Williams in Höchstform bietet THE FISHER KING auch noch weitere, hervorragende Darstellungen. Auch Jeff Bridges erkundet in dem Film auf eindrucksvolle Art und Weise seine Bandbreite als Schauspieler. Vom arroganten, zynischen Upper-Class Arschloch, über einen Verlierer, der sich in den Suff flüchtet, bis hin zu einer Figur mit weitgehend humanistischen Zügen zeigt er seine darstellerischen Qualitäten und sorgt gekonnt dafür, dass THE FISHER KING nicht nur zur einsamen Robin Williams Show gerät. Gleiches kann man von den weiblichen Rollen behaupten. Mercedes Ruehl, die für ihre Performance den Oscar für die beste weibliche Nebenrolle verliehen bekam, ist ebenso großartig wie Amanda Plummer, die im Laufe des Films vom introvertierten Mauerblümchen zur von sich überzeugten Liebschaft wird. Auch über die HauptdarstellerInnen hinaus ist der Film glänzend besetzt und gespielt. Das hochklassige Ensemble bietet einen Reigen liebenswert schrulliger Figuren, hervorragend dargestellt von Michael Jeter, Tom Waits, und vielen anderen.

    Neben dem hervorragenden Script und den grandiosen Performances ist THE FISHER KING ebenso ein herausragender Regie-Film. Terry Gilliams extravagante Inszenierung versteht es, die Gefühlswelten seiner Figuren visuell in Szene zu setzen und den Film in wunderschöne Bilder zu kleiden. Er geht behutsam genug vor, um die tollen Darstellungen seiner SchauspielerInnen nicht mit unnötigen Schnitten zu belasten, ist aber innovativ genug um mit Hilfe von schrägen und skurrilen Kamerawinkeln, einer elaborierten Erzählweise und, in den richtigen Momenten, höchst eloquenten Sequenzen zu beeindrucken. Dabei beweist Gilliam ein ungemeines Fingerspitzengefühl, welches die delikate Melange eines Films, der sich eher abseits als inmitten klassischer Genremuster konstituiert, letztendlich ausmacht. So gesehen überzeugt THE FISHER KING gleichsam in der Inszenierung seiner Komik, seiner Tragik und sogar in seinen Fantasy-Darstellungen, ohne dabei nur auch eine Sekunde an Glaubwürdigkeit und Intensität zu verlieren. Die immanente Irrationalität, die den Film über weite Strecken begleitet, versteht der Regisseur als eine primäre, emotionelle Stärke zu inszenieren, welche die Figuren und ihre Geschichte vorantreibt. THE FISHER KING ist trotz seiner vielfältig schrulligen, herzlich komischen und teilweise überaus verrückten Ideen ein Stück ehrliches Gefühlskino vom Feinsten: Frei von Kitsch und allzu oft gesehenen Gefühlsduselein, dafür angereichert mit liebenswerten, wunderschön anzusehenden Ideen, eingebunden in ein unvergleichbar opulentes Gesamtkunstwerk. THE FISHER KING ist neben dem ewigen Kultfilm BRAZIL (1985) und dem extravaganten Hit TWELVE MONKEYS (1995) der beste Terry Gilliam Film aller Zeiten! Im Gegensatz zu obgenannten Werken ist es den Zusehern von THE FISHER KING jedoch vergönnt, das Kino mit dem erhebenden Gefühl verlassen zu dürfen, mit sich selbst ins Reine gekommen zu sein.
  • Wertungen
  • Story
    5,0
    Musik:
    4,5
    Unterhaltung:
    5,0
    Anspruch:
    4,5
    Spannung:
    4,0
    Darsteller:
    5,0
    Gesamt:
    5,0
    Verfasst von:
    eXistenZ
    Bestellen bei:
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