The Fast and the Furious war jener Film den ich als Jugendlicher auf und ab gesehen habe. Mit 12 Jahren hatte ich ihn auf VHS und konnte nicht genug davon kriegen und auch als ich auf DVD umstieg musste der Film einer der ersten in meiner Sammlung sein. Dementsprechend fieberte ich auch dem zweiten Teil nach, der zwar niemals an das Original rankam, mich damals aber immer noch sehr gut unterhielt. Richtig skeptisch wurde ich erst bei Teil 3, denn weder Vin Diesel noch Paul Walker sollten darin vorkommen - was hat der Film dann in dieser Reihe verloren? Im Kino bewusst gemieden hab ich ihn erst Jahre später auf DVD gesehen und für Durchschnitt, aber nicht unsagbar schlecht befunden. Ich ging natürlich schon mit einer negativen Einstellung in den Film, vor allem was den Hauptdarsteller betrifft, doch schlechter als befürchtet war er damals nicht. Mal schauen welchen Eindruck er heute bei mir hintelässt...
Der Film wird - für die Reihe üblich - mit einem Rennen eröffnet und schon hier scheiden sich wohl die Geister. Zachery Ty Bryan, besser bekannt als Brad aus "Hör mal wer da hämmert", tritt gegen Lucas Black an der den Hauptcharakter mimen soll. Doch so unterdurchschnittlich Ty Bryan spielt, so unsympathisch ist mir Black vom ersten Moment an. Da das Einstiegsrennen aber durchaus seine Reize an schreibe ich den Film hier noch nicht ab und warte mal ab was noch so kommt - und das ist mal gar nicht so schlecht wie angenommen!
Lucas Black mag ich nach wie vor nicht - egal ob in "Legion" oder in THE FAST AND THE FURIOUS - TOKYO DRIT, für mich ist er einer der miesesten Schauspieler die ich bisher erleben musste. Emotionsloses Gesicht und null Ausstrahlung, er hat definitiv den falschen Beruf gewählt. Warum der Film trotzdem funktioniert ist anderen zu verdanken. Da hätten wir beispielsweise den Regisseur Justin Lin der zwar bis dato kaum Erfahrung auf dem Gebiet hatte, mit tollen Sequenzen aber sein Talent bewies. Ob er zu mehr fähig ist wird sich noch zeigen, doch mit TOKYO DRIFT ist schon mal der erste Schritt in die richtige Richtung getan. So effektvoll wurden Rennsequenzen wohl noch nie inszeniert, dass es sich dabei erstmals speziell um Drifts handelt bestärkt diese Tatsache natürlich. Es wird Gummi gelassen ohne Ende und das so ansehnlich wie noch nie, Hut ab vor den atemberaubenden Rennsequenzen.
Die Story ist mehr oder weniger Mittel zum Zweck, ist aber nicht ganz so dümmlich wie man es erwarten könnte. Einfach nicht zu viel darüber nachdenken, da diese sowieso nicht im Vordergrund steht. Größter Minuspunkt bleiben aber die Darsteller, allen voran Lucas Black der von Untalent geprägt einfach nur unschön anzusehen ist - ich hoffe ihn nicht mehr allzu oft in einem Film sehen zu müssen. Der Rest der Crew ist austauschbare Klischeebesetzung, funktioniert aber als solche ganz gut.
THE FAST AND THE FURIOUS - TOKYO DRIFT ist nicht der erwartete Müll, nicht einmal schlechter als Teil 2 (den ich nicht mehr ganz so detailreich in Erinnerung habe) würde ich ihn einschätzen. Dass sowohl Walker als auch Vin Diesel fehlen ist zwar sehr schade, wäre aber zu verkraften wenn man ihr Fehlen anderweitig kompensieren könnte. Mit den Darstellern schafft man das zwar nicht, mit den Action- bzw. Rennsequenzen aber auf jeden Fall. Sie sorgen zusammen mit einem verdammt guten Soundtrack dafür, dass ich den Film sicher wieder sehen werde.
6,5-7/10 Gaijins
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