Das gewaltige Luxusschiff POSEIDON feiert mitten im Nordatlantik mit seinen Gästen Sylvester. Passagiere, Köche, Techniker, Musiker, alle prosten einander zu als der erste Offizier um exakt 00.00 Uhr ein seltsames Vibrieren spürt. Auf der Suche nach der Ursache entdeckt er eine riesige Welle die sich mit ungeheurer Geschwindigkeit auf das Schiff zu bewegt. Obwohl die Crew versucht die POSEIDON in Fahrtrichtung zur Welle zu bringen und die Passagiere warnt, bricht das Wasser in allen Bereiche ein und tötet eine Unzahl an Menschen. Einige, die sich im großen Ballsaal aufhielten, überlebten diese Katastrophe. Ihr Ziel ist es nun an die Oberseite in die Freiheit zu gelangen. Ein schwieriges Unterfangen, denn die POSEIDON liegt Kopfüber im Wasser und droht zu sinken. Dabei hängen offene Stromkabel im Weg und Explosionen in diversen Bereichen erschweren jede Möglichkeit in die Freiheit. Während der Kapitän die restlichen Überlebenden bittet sich im Ballsaal aufzuhalten und keine Abenteuer zu wagen, ignorieren eine Handvoll Unerschrockene die Anweisungen und beginnen sich einen Weg der nach Draußen führt, zu bahnen. Sie glauben nicht das dieser Saal den nötigen Schutz gibt um auf Rettung zu warten. Sie befürchten das der Druck des Wassers zu stark ist und das Fensterglas bricht. Dann wäre in Sekunden alles überflutet und es gäbe keine Überlebenschance.
Der alte Mann und das Meer. Wolfgang Petersen dreht gerne Filme im und auf dem Wasser. Nach “ Das Boot “ und “ Der Sturm “ bittet der Regisseur wieder zum Tanz auf dem für ihn gewohnten Terrain. Dabei verzichtet er auf eine lange Vorgeschichte a la “ Titanic “ und kommt ungewöhnlich schnell zur Sache. Keine langen Vorreden kein Herzschmerz. Petersen stellt in Zeitraffer seine Besatzung, sprich seine Charaktere vor und lässt das Publikum nicht länger als nötig zappeln. Kaum Vorgeplänkel bis Lifte herab stürzen und Leute ins Bodenlose fallen. Wo Kristalllüster auf die Erde knallen und Kajüten überflutet werden. Petersen beweist erneut das er im Chaos regieren kann und sein Instinkt für Katastrophenfilme funktioniert. Anders als Steven Spielberg, der stets das Unglück ohne Leichen zeigt, verwendet Petersen blutige tote Menschen in jeder erdenklichen Ecke. Und das obwohl POSEIDON eine Altersfreigabe ab 12 Jahre verwendet.
Ein eklatantes Manko das POSEIDON aufweist ist, das seine Protagonisten auf dem Reißbrett erfunden und ihnen die Dosis “ Sympathie “ nicht eingeimpft wurde. Weder erfährt der Zuseher warum sich die Darsteller auf dem Schiff befinden, ihre Geschichten werden im Laufe des Filmes nur Schemenhaft erläutert, noch verwendet POSEIDON Flashbacks um eventuelle Erklärungen abzugeben. Das hat zwar den Vorteil das die Action regiert, aber den Nachteil, das man nach ein wenig Tiefgang vergeblich sucht. Diverse Verluste, im Sinne von Dezimierung der restlichen Gruppe, nimmt das Publikum hin und man weint im Angesicht der fehlenden Zuneigung für die Charaktere keinem nach. Zu eindimensional und seelenlos agieren die Akteure nach Drehbuch. Auch die Dialoge speziell im zweiten Akt sind nicht der herrschenden Situation angepasst. Statt Todesangst und Hysterie erobert der Small Talk das Geschehen. Trotz steigender Flut werden belanglose Dinge rund um die Lage diskutiert. Im Angesicht des drohenden “ Getötet werden “ wären mehr Panikattacken angebracht.
Als weiteres Minus entdeckt der Betrachter, das man sich typische amerikanische Klischees bedient. “ Politiker als mutige Helden “, oder “ Kinder darf nichts passieren “, passen wohl in diesen Rahmen. Oder das “ Einzelgänger in Extremsituationen schnell zum Familienmenschen werden “, könnte nahtlos eingereiht werden. Und das “ eine wertlose Menschenklasse im besten Fall Mexikaner oder Afroamerikaner als einer der Ersten das Handtuch werfen muss “ und “ Betrunkene kein langes Leben haben “, ist ebenfalls klar. So bietet der deutsche Regisseur Wolfgang Petersen wieder die charakteristisch amerikanische Kost, die scheinbar nicht einmal die Amerikaner selbst mehr fasziniert. Denn die Umsatzergebnisse zeigen das nur ein Drittel der ungeheuren Kosten bis dato eingespielt wurden. Daran konnten auch die wasserblassen Schauspieler Kurt Russel, Richard Dreyfuss, Josh Lucas, Emmy Rossum und Kevin Dillon nichts ändern.
Fazit:
Kurzweilige, teilweise spannende 100 Minuten ohne Tiefgang einzig für die große Leinwand geeignet. Mit Wasser bis zum Hals ist POSEIDON der Film, gerade noch einer Katastrophe entgangen.....
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