Silent Hill - Willkommen in der Hölle

  • Informationen zum Film
  • Silent Hill - Willkommen in der Hölle

  • Originaltitel:
    Silent Hill
    Genre:
    Abenteuer, Horror
    Produktionsländer:
    Frankreich, USA, Kanada, Japan
    Produktionsjahr:
    2006
    Kinostart Österreich:
    12.05.2006
    Kinostart Deutschland:
    11.05.2006
    Kinostart USA:
    21.04.2006
    Verleiher Österreich:
    Concorde Filmverleih
    Verleiher Deutschland:
    Concorde Filmverleih
  • Cast & Crew
  • Regie:
    Christophe Gans
    Drehbuch:
    Roger Avary
    Musik:
    Jeff Danna, Akira Yamaoka
    Darsteller:
    Ron Gabriel, Stephen R. Hart, Colleen Williams, Chris Britton, Eve Crawford, Sean Bean, Kim Coates, Nicky Guadagni, Tanya Allen, Deborah Kara Unger, Radha Mitchell, Jodelle Ferland, Alice Krige, Elizabeth Harpur, Laurie Holden, Ian White, Derek Ritschel, Amanda Hiebert, Maxine Dumont, Simon Richards, Janet Land, Florence MacGregor, Lynn Woodman, Hannah Fleming, Holly Makarchuk, Tatiana Haas, Roberto Campanella, Michael Cota, Yvonne Ng, Lorry Ayers
  • Inhalt
  • Die kleine Sharon (Jodelle Ferland) findet des Nachts keine Ruhe. Sie schlafwandelt und ihre Eltern Rose (Radha Mitchell) und Christopher (Sean Bean) müssen sie nicht zum ersten Mal aus einer gefährlichen Situationen retten. Während ihrer nächtlichen "Ausflüge" spricht sie immerzu von der Kleinstadt Silent Hill, was ihre Eltern noch zusätzlich beunruhigt. Letztendlich beschließt Rose mit ihrer Tochter das mysteriöse Silent Hill, welches aufgrund einer lange zurückliegenden Brandkatastrophe zur unbewohnten Geisterstadt geworden ist, aufzusuchen um Sharon damit in Hinkunft von ihren nächtlichen Umtrieben zu befreien. Gegen den Willen ihres Mannes macht sie sich mit ihrer Tocher auf nach Silent Hill, wird aber nahe der Ortseinfahrt in einen Autounfall verwickelt. Als sie leicht verletzt aus ihrer Ohnmacht erwacht, ist ihre kleine Tocher plötzlich verschwunden. Sofort wird ihr klar, dass irgendetwas nicht stimmt in Silent Hill. Ein kontinuierlicher Ascheregen liegt über der Kleinstadt und ein kleines Mädchen, das genau wie Sharon aussieht, lockt sie immer tiefer ins Stadtzentrum. Plötzlich heulen Sirenen auf, die Welt um sie herum verdunkelt sich bedrohlich und auf der Suche nach ihrer Tochter stößt sie auf bizarr zugerichtete Leichen und eine Horde unheimlicher Kreaturen...
  • Filmkritik
  • SILENT HILL ist die Verfilmung des populären Horrorgames von Konami, welches mittlerweile drei Fortsetzungen hat. Regie bei dem spannenden Horrorspektakel führt der Franzose Christophe Gans, der bereits mit Filmen wie LE PACTE DES LOUPS (Der Pakt der Wölfe) und CRYING FREEMAN sein visuelles Talent erkennen ließ. Das Drehbuch stammt von Roger Avary, der Co-Autor von Tarantino's PULP FICTION und Regisseur des Films KILLING ZOE. Die Handlung von SILENT HILL besteht hauptsächlich aus einer Mischung der ersten beiden Teilen der Gameserie, hat aber auch einige kleinere Elemente aus Teil 3 und 4 entlehnt. Die Story ist durchaus als komplex zu bezeichnen, wobei es schwer zu sagen ist ob es wirklich ein Vorteil ist die Games zu kennen, oder nicht...

    Die visuelle Umsetzung von SILENT HILL ist wirklich großartig gelungen! Der Film steht der unheimlich gespenstischen Atmosphäre der Games in Nichts nach, hier hat Regisseur Christophe Gans wirklich ganze Arbeit geleistet. Die durch konstanten Ascheregen vernebelte Stadt, sowie die überaus düsteren Bilder der Schattenwelt reduzieren die Sichtweite innerhalb des breiten Cinemascope Bildes und lassen den Eindruck permanenter Bedrohung entstehen. Diese, nahezu klaustrophobische, Verengung des Raums um die handelnden Figuren kreiert eine beklemmende Atmosphäre, welche maßgeblich zur ungemeinen Spannung des Films beiträgt. Die Sets sind bis ins kleinste Detail so ausgestattet, wie es Gamer aus dem Spiel kennen und auch die Gebäude der Stadt sind adäquat umgesetzt. Neben dieser hervorragenden und detailgenauen Ausstattung besticht Christophe Gans' präzise Regie auch stilistisch auf der ganzen Ebene. Während in den Außenaufnahmen in der Stadt ein milchig-verwaschenes Grau dominiert, welches sämtliche Farbkontraste zu verschlucken scheint, ist die Schattenwelt in schmutzigen Brauntönen und überaus düsterem Schwarz inszeniert. Wer die Games kennt wird außerdem viele Kamerapositionen und -schwenks entdecken, die 1:1 den Perspektiven der Games nachempfunden sind. Auch die spannende Musik wird so manchen Videogame Freak bekannt vorkommen, stammt sie doch zum Teil von Akira Yamaoka, der bereits die gesamte Gameserie mit seinen Kompositionen ausgestattet hat. Mit dieser präzisen Detailtreue schafft es der Film letztendlich mühelos, die grandios unheimliche Stimmung der Gamevorlage effizient und erfolgreich umzusetzen. SILENT HILL ist Gänsehaut pur!

    Die vielen CGI-Effekte des Films funktionieren meist auf hohem Niveau. Es schleicht sich zwar ab und zu der eine oder andere Makel ein, dennoch sind die FX in Summe gesehen sehr ordentlich umgesetzt und fügen sich sehr gut in das visuelle Gesamtkonzept des Films ein. Darüber hinaus bietet der Film einige sehr unheimliche Masken und Make-Up FX, die sich wirklich sehen lassen können. Ergänzend dazu bietet SILENT HILL ein paar spektakuläre Splattereinlagen, in denen Körper zunächst von Stacheldrähten umwickelt und anschliessend zerfetzt werden. Allerdings muss man klar sagen, dass SILENT HILL kein Splattermovie ist, welches alle paar Minuten mit einer blutigen Goreszene aufwartet. Hier darf man sich in Punkto Quantität sicher nicht zuviel erwarten. Der Film ist primär ein gespenstisches Gänsehautmovie, das von seiner mysteriös unheimlichen Atmosphäre, seinen bizarren Kreaturen und vor allem von seiner beklemmenden Spannung lebt. Wobei die Spannungskurve leider anfangs des letzten Akts einen deutlichen Knick nach unten hinnehmen muss und erst wieder im Finale an die Qualität der ersten Filmhälfte anknüpfen kann.

    Fazit: Trotz einiger kleiner Schwächen ist SILENT HILL ein unterhaltsamer, überaus unheimlicher und spannender Horrorfilm, der sowohl für Kenner der Gamevorlage, als auch für alle anderen Kinobesucher durchaus zu empfehlen ist. Nach den eher enttäuschenden RESIDENT EVIL Filmen (2002 bzw. 2004) und dem katastrophal schlechten HOUSE OF THE DEAD (2003) ist SILENT HILL aufgrund der hervorragenden visuellen Umsetzung und der grandiosen Regie mit Sicherheit die mit Abstand beste filmische Adaption eines Horrorgames überhaupt!
  • Wertu
  • Story
    4,0
    Musik:
    3,5
    Unterhaltung:
    4,5
    Anspruch:
    3,5
    Spannung:
    4,5
    Darsteller:
    3,5
    Gesamt:
    4,0
    Verfasst von:
    eXistenZ

Kommentare

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Userkritiken

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Zu Beginn des Reviews sei festgehalten, dass ich keines der Videospiele kenne, und "Silent Hill" daher auch wirklich nur als Film, und nicht als Verfilmung, beurteilen kann. Und als solcher gefällt er mir nach wie vor recht gut. Was auffällt, ist wie viel Zeit sich der Film nimmt, um die richtige Atmosphäre und Stimmung aufzubauen. Das Erzähltempo ist langsamer, als man dies in vielen anderen modernen Horrorfilmen der Fall ist, und dürfte mich wohl nicht zuletzt auch deshalb stärker in die Geschichte hineingezogen haben. Mit knapp über zwei Stunden gehört er jedenfalls definitiv zu den längsten Horrorfilmen der 0er-Jahre. Der lange Aufbau mag zwar den Wiederanschauungswert ein wenig reduzieren, da sich bei jeder weiteren Sichtung mehr und mehr Längen einschleichen, dafür profitiert "Silent Hill" davon bei der Erstsichtung enorm. Man wird in der perfekt eingefangenen Atmosphäre dieses Ortes gefangen, und auch im dunklen Mysterium, das diesen umgibt.

Neben der Suche nach Sharon und der beängstigenden Atmosphäre bietet "Silent Hill" damit als weiteren Anreiz die Frage, was in dieser Stadt denn genau vorgefallen ist. Die ersten Hinweise sind noch sehr vage, und in der ersten Stunde verläuft die Informationsvermittlung noch eher schleppend. Genau dies steigert dann aber bei der Erstsichtung erst recht wieder Spannung der und Interesse für die Handlung. Die Auflösung an sich mag dann zwar schon fast wieder etwas zu ausführlich und zu viel des Guten sein – zumal hier praktisch alle offenen Fragen in einem Aufwasch beantwortet werden – aber bei der Erstsichtung, wenn man schon gespannt auf diese Antworten wartet, fällt einem das nicht negativ auf. Zumal die entsprechende Szene sehr gut und stimmungsvoll inszeniert sind, und die dort geschilderten Ereignisse zu schockieren vermögen. Danach geht es nun in Riesenschritten auf den Showdown zu, der im Vergleich zur recht verhaltenen Inszenierung zuvor recht explizit und blutig ausfällt – vor allem angesichts des FSK 16-Ratings. Eine der größten Stärken ist für mich aber das Ende des Films. Ich weiß, dass ich mit dieser Meinung möglicherweise alleine dastehe, und Christophe Gans hier viele Kinobesucher vor den Kopf gestoßen hat – ich finde aber, es hat etwas tragisch-poetisches. Sehr gut gefällt mir auch, dass am Ende zwar das meiste recht klar angedeutet wird, man uns aber nicht alles bis ins letzte Detail vorkaut, sondern uns erstens dazu animiert, die eigenen Gehirnwendungen anzustrengen, und zweitens auch ein wenig Raum zur Interpretation zurücklässt. So gesehen ist das Drehbuch, vor allem dank der gelungenen Auflösung, für mich eine der größten Stärken des Films.

Auch die schauspielerischen Leistungen wissen zu gefallen. Sean Bean bleibt zwar in seiner Rolle als nachforschender Ehemann heillos (und unverzeihlich) unterfordert, dafür kann seine Film-Frau Radha Mitchell umso mehr überzeugen. Ein großes Lob auch an Jodelle Ferland, die sowohl die sympathisch-freundlichen, als auch die düsteren Elemente ihrer Figur sehr überzeugend vermittelt (was ihr in weiterer Folge wohl auch eine sehr ähnlich gelagerte Rolle im deutlich schwächeren "Fall 39" eingebracht haben dürfte). Darüber hinaus fällt vor allem noch Alice Krige positiv auf, die hier nach ihrem Auftritt als Borg-Königin in "Star Trek – Der erste Kontakt" erneut in eine böse Rolle schlüpft und diese sehr spielfreudig ausfüllt. Der größte Pluspunkt von "Silent Hill" ist und bleibt für mich aber die ungemein stimmungsvolle und atmosphärisch dichte Inszenierung durch Christophe Gans. Er versteht es zudem, Spannung abseits billiger Schockeffekte aufzubauen, und schmückt diesen Horrorfilm mit einigen beeindruckend-schönen und -schaurigen Bildern.

Es gibt jedoch auch Aspekte, die weniger gelungen sind. So fehlt der Nebenhandlung rund um Christopher Da Silva mangels Erkenntnisse, wichtiger Szenen oder gar Höhepunkten irgendwie die Daseinsberechtigung. Bis auf einen Moment, der wohl wichtig war um die Ereignisse des Films besser zu erklären (Stichwort: Parfum) und das Ende vorzubereiten, passierte und erfuhren wir dort nichts wichtiges. Wenn schon nicht ganz streichen, hätte man hier zumindest deutlich kürzen können, ohne wirklich etwas zu verlieren. Zudem hätte es die Haupthandlung wohl noch einmal eine ganze Ecke mysteriöser, undurchschaubarer und damit interessanter gemacht. Ein Eindruck, der sich leider selbst wenn man nicht weiß, dass hier ein Videospiel adaptiert wurde, gelegentlich aufdrängt, ist jener, dass hier quasi Levels durchgespielt bzw. abgearbeitet werden. So gibt es im Minutenrhythmus entweder eine neue Erkenntnis oder aber einen besonders spannenden Moment – sei es, dass Rose von abscheulichen Kreaturen umzingelt wird, ein Pyramidenkopf auf sie Jagd macht, oder sie sich durch eine Reihe scheinbar schlafender Kreaturen, die jedoch vom Licht angezogen werden, durchkämpfen muss. Die größte Schwäche sind aber ganz klar die CGI-Effekte, die zu oft zu deutlich als solche erkennbar sind. Selbst 2006 waren diese nicht mehr auf der Höhe der Zeit, und heutzutage sehen sie sogar noch einmal eine ganze Ecke schlechter aus, und verleihen "Silent Hill" leider stellenweise das Gefühl, man würde nicht einen Film sehen, sondern ein (leicht veraltetes) Videospiel spielen (bzw. jemandem dabei zusehen). Hier hätte der Produktion etwas mehr Sorgfalt (und Geld) gut getan…

Fazit:
"Silent Hill" nimmt sich genre-untypisch viel Zeit, um seine Geschichte zu erzählen. Auch wenn man beim Handlungsstrang rund um Christopher meines Erachtens deutlich hätte kürzen können, halte ich diese längere Spieldauer und den damit einhergehenden gemächlicheren Erzählstil für eine der größten Stärken des Films – wird man so doch nicht nur langsamer und damit stärker in die Handlung hineingezogen, sondern hat zudem ausreichend Zeit, um Atmosphäre aufzubauen. Viele Momente und Szenen dienen einfach nur darum, eine bedrohliche Stimmung zu erzeugen – was Regisseur Christophe Gans auch sehr gut gelingt. Zudem schmückt er seine Videospielverfilmung immer wieder mit beeindruckenden Bildern, Einstellungen und einigen netten Kamerafahrten. Entgegen dem damaligen Genretrend setzt er dabei vor allem auf eine stilvolle, statt eine effekthascherische, Inszenierung. Wohl auch deshalb haben jene expliziteren Bilder und grausamen Szenen, die sich in "Silent Hill" finden, umso größere Wirkung. Weitere Stärken sind die überwiegend überzeugenden schauspielerischen Leistungen – allen voran von Radha Mitchell, Alice Krige und Jodelle Ferland – , die Auflösung des Mysteriums rund um Silent Hill, die grandiose Ausstattung bzw. das gelungene Set-Design, sowie das stimmige Ende. Demgegenüber steht die etwas zu ausgedehnte Handlung rund um Christopher, der Level-artige Aufbau der Handlung, vor allem aber die nicht wirklich überzeugenden CGI-Effekte. Davon abgesehen halte ich "Silent Hill" aber nach wie vor für einen gelungenen, würdigen Eintrag ins Genrebuch des mystischen Grusel-Horrors.
6/10

Review © Christian Siegel
verfasst am 25. Oktober 2011
geschrieben für und ursprünglich veröffentlicht auf http://www.fictionbox.de

geschrieben am 06.11.2011 um 23:03

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ø Wertung: 7,8/10 | Wertungen: 13 | Kritiken: 1