M:i:III ist genauso wie der Trailer, nur etwas länger. Explosive Action, die sich nicht wirklich viel Mühe macht sich in eine schlüssige Handlung zu integrieren. Das ist durchaus nicht negativ gemeint, lässt doch bereits der Trailer keine andere Erwartungshaltung aufkommen. Wer dazu bereit ist seinen Verstand für zwei Stunden abzuschalten, wird mit waghalsigen Stunts, unzähligen Shoot-Outs, spektakulären Explosionen und jeder Menge zerbrochener Fensterscheiben unterhalten. Der dritte Teil der MISSION: IMPOSSIBLE Reihe ist bei weitem der actionreichste und es ist ein Film, den man sein protziges Budget von rund $150 Mio. durchwegs ansieht. In beinahe verschwenderisch kurzen, durch rasante Schnitte geprägten, Einstellungen gehen Fahrzeuge, Hubschrauber und Gebäude in Flammen auf. Die temporeiche Dynamik des Films versucht dabei ziemlich gekonnt den Betrachter zu fesseln und keine "unnötigen" Hinterfragungen des Geschehens aufkommen zu lassen. M:i:III ist zwar nicht sonderlich intelligent, aber dafür einer der spektakulärsten Action-Kracher seit langem. So gesehen hat Ethan Hunt seine Mission mit Bravour erfüllt.
J.J. Abrams, der sich als Autor, Produzent und Regisseur von populären TV-Serien wie z. B. LOST und ALIAS einen Namen machte, zieht in M:i:III alle Register. Die pompösen Actionszenen sind überaus spektakulär und sehr dynamisch inszeniert. Selbst wenn die Handlungsebene in vielen Punkten aus simplen Autorentricks und spontanen Wendungen besteht, die nicht nur einmal etwas zu viel des Guten sind, bleibt M:i:III trotzdem über die meiste Zeit über spannend und unterhaltsam. Tom Cruise ist erwartungsgemäß in Ordnung und die Performance von Bösewicht Philip Seymour Hoffman ziemlich geradlinig und auf den Punkt gebracht. Dennoch möchte ich Philip Seymour Hoffman in dieser Rolle nicht überbewerten, dazu ist seine grenzgeniale Darstellung in CAPOTE einfach noch zu frisch im Gedächtnis. Es liegt wohl auf der Hand, dass eine ziemlich eindimensional geschriebene Bösewichtrolle in einem Actionmovie wohl kaum in der Lage dazu ist die darstellerischen Fähigkeiten des Edelmimen zu fordern, daran hat sich seit Jeremy Irons und DIE HARD III nichts geändert. Hinzu kommt, dass die fuchtelige Handkamera wohl selbst in die Vibrationen der vielen Explosionen geraten sein dürfte und wahrscheinlich deshalb sichtlich Mühe damit hat, die Performances entsprechend einzufangen.
In Summe gesehen hat die MISSION: IMPOSSIBLE Filmreihe mit M:i:III die Entwicklung vom Agententhriller (Brian DePalma's MISSION: IMPOSSIBLE, 1988) zum bombastischen Actionfeuerwerk, trotz John Woo's eher lauwarmen zweiten Teil, letztendlich vollzogen. M:i:III glänzt mit internationalen Schauplätzen, von Berlin, über Rom bis hin zu Shanghai, bietet durchwegs aufregende Stunts und gut gemachte Effekte und ist somit als Actionmovie durchwegs unterhaltsam. Originalität darf man sich von M:i:III allerdings nicht erwarten...
Kommentare
Um einen Kommentar verfassen zu können müssen Sie sich einloggen. Sollten Sie noch keinen DVD-Forum.at Account haben, registrieren Sie sich bitte hier.