„The Duel Project“ lebt von seinen Machern und seiner Doppelbedeutung. Ryuhei Kitamura und Yukihiko Tsutsumi liefern sich ein Regie-Duell um die Frage: „Wer inszeniert das bessere Duell“. Ein Filmduell, dass sich also an zwei Duellen im Film abarbeitet. Und wie.
Kitamura schlägt nach „Versus“ mit „Aragami“ gleich noch einmal in die Actionkerbe und überrascht dabei mit einem ruhigen, streng aufs furiose Finale hinzielenden Aufbau. Doppeldeutige Dialoge voller Vorausdeutungen und Ironie, sparsame Kameraeinstellungen, die zur richtigen Zeit dynamisch werden und Kunstpausen, die Reflektion und Anspannung des Zuschauers gleichermaßen befeuern, prägen den ersten Abschnitt des Films.
Wie der sich als Kriegsgott Aragami ausgebende Tempelbewohner versucht den Samurai verbal zum Duell aufzustacheln, ist Kammerspiel mit allerlei Psychotricks vom Feinsten. Ein Skript, das den Namen verdient hat, wird hier zu einem ganz großen Filmvergnügen. Kitamuras saubere Exposition, seine klassische Informationsvergabe durch Dialog und die meisterhafte Handhabung von Musik und Beleuchtung, die nicht nur Atmosphäre schaffen, sondern auch auf Bedeutungen hinweisen und souverän zur technischen Raumgestaltung benutzt werden, machen aus der mit Konversation, Gelächter und Trinken verbrachten Zeit ein subtiles Duell mit Worten. Nebenher schleicht sich manch Witz und manch augenzwinkernder Seitenhieb auf japanische Traditionen ein, insbesondre, was das Verständnis des Samurais angeht.
Schwertkampf gibt es selbstredend auch zu bestaunen. Die Sequenzen, in denen in der Dunkelheit gekämpft wird, zählen sicherlich mit zu den stärksten; Blitzlichtgewitter und geniale Farben machen daraus ein denkwürdiges Spektakel.
Die Charaktere sind nicht so durchgeknallt schräg wie in „Versus“; die beiden Protagonisten Takao Osawa und Masaya Kato glänzen durch nuanciertes, zurückhaltendes Spiel, weit entfernt vom Overacting von Kitamuras Zombiekracher. Am Schluss des Film blitzt dann doch noch etwas von „Versus“ auf: Tak Sakaguchi. Für einige Augenblicke ist da wieder die Überdrehtheit, das Abgefahrene von „Versus“ – und der Kitamura eigene Humor, den seine Schauspieler auch in „Aragami“ wieder einmal überzeugend zu transportieren wissen. Einer der Filme, der, je öfter man ihn sieht, immer stärker wird.
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